Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen! Rettungsfachpersonal.de ist das informative und aktuelle Forum für Fachpersonal im Rettungsdienst | Das Original!. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

  • Facebook aktivieren

fliege

User & Mod

  • »fliege« ist männlich

Beiträge: 1 298

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Beruf: Lehrrettungsassistent & Dozent im RD; Betriebswirt

Danksagungen: 8

  • Nachricht senden

41

18.12.2008, 09:19

Es gibt Diskussionen, die es wert sind geführt zu werden und welche, bei denen es zwecklos ist... (warum auch immer)
Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag und viel Spaß. Für ernsthafte und sinnreiche Diskussionen stehe ich gern zur Verfügung - man weiß ja wie man mich erreicht.

Schönen Tag noch und .. immer an die Adventskerze denken... je länger sie brennt / öfter entzündet wird, desto kleiner wird sie ;)

Gruß,

Marcus

Mowl

VIP-Mitglied

  • »Mowl« ist männlich

Beiträge: 1 081

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Baden-Württemberg

Beruf: Rettungsassistent

Danksagungen: 127

  • Nachricht senden

42

18.12.2008, 12:48

Hallo und guten Tag

Es ist mithin schwer vorstellbar, dass in Deutschland sogenannte Heilhilfsberufe wie etwa der Physiotherapeut, der Ergotherapeut, oder auch der Podologe eine Teilakademisierung erfahren würden, wenn nicht der allgegenwärtigste Faktor unserer Zeit und Kultur - vulgo der Kostendruck - diesbezüglich zu einem Umdenken bzw. einem Überdenken der etablierten Strukturen zwingen würde. Letztlich ist es jedoch vollkommen egal, warum man z.B. bereits in 2001 begonnen hat, Bachelor-Studiengänge für Physiotherapeuten einzurichten ( http://www.klinikum.uni-muenster.de/orga…endisziplin.php ) wenn das Ergebniss bleibt, dass hierdurch ein Teil althergebrachter Maßnahmen der Ärzteschaft "weggenommen" werden, schlicht weil die bloße Verordnung von "sechs Mal Krankengymnastik für den Rücken" eine Maßnahme ist, die in Diagnose, Indikationsstellung und Durchführung auf gleichem Niveau vom studierten Physiotherapeuten geleistet werden kann. Dies erspart dem Patienten mehrere Wege, denn anstatt erst zum Arzt und dann zur KG geht er gleich zur KG. Es erspart dem Gesundheitswesen Kosten, denn die Verordnung von KG gemäß GOÄ entfällt, bzw. wird durch den Physiotherapeuten gleich mit durchgeführt und natürlich, da dessen Studiengang nicht in vollem Umfang gleichwertig ist (für das angedachte Fachgebiet aber schon), niedriger vergütet. Vielleicht bleibt auch noch zu erwähnen, dass diese Akademisierung nur einen Teil der Gesamtheit der Physiotherapeuten betrifft. Es wird dann in Zukunft solche studierten geben, die in einer großen Praxis die Leitung haben, Diagnose und Indikationen stellen und wie bisher Gelernte, welche dann die Behandlungen durchführen.

Nun war bislang der einzige nicht ausschließlich klinisch tätige Heilhilfsberuf, der mehr oder weniger regelmäßig Patienten antrifft, die sich in lebensbedrohlichen Zuständen befinden und sich somit gezwungen sieht, zumindest Arbeitsdiagnosen zu stellen und eventuell auch Maßnahmen durchzuführen, welche dem sogenannten Arztvorbehalt unterliegen der RettAss. Das man ihm bis heute eine Aufnahme ins Bundesausbildungsgesetzblatt vorenthält, die sofern sie erfolgte mit der Konsequenz verbunden wäre, dass es keine Ausbildung gegen Entgelt für Verrückte wie mich mehr wäre, sondern eine Regelrechte mit Auszubildendenvergütung, einheitlicher staatlicher Prüfung, vorangehendem Eignungstest usw. liegt an mehreren Faktoren. Zum einen daran, dass die HiOrgs sich dann endgültig vom Ehrenamt im RTW verabschieden müssten, dass viele Kommunen diesbezüglich nicht mehr so leicht ihre Feuerwehren als eierlegende Wollmilchsäue einsetzen könnten und ... DASS ES EBEN ERSTMAL GELD KOSTET, DASS MAN BISHER AUCH NICHT AUSGEBEN MUSSTE.

Dass dies langfristig (10-15 Jahre) einen einheitlichen Standard, eine verbesserte juristische Situation für das Personal und somit auch für deren AGs, einen deutlichen Motivationsschub (=> mehr Arbeitseffizienz und Produktivität) und mittelfristig durch eine angepasste Regelkompetenz auch eine deutliche Ersparniss durch den Wegfall von NA-Standorten (der sich im Übrigen auch jetzt schon ohne veränderte Kompetenzen abzeichnet) bedeuten würde, schweigt man gerne tot.

Das berühmte Argument vom Rettungsrambo lasse ich nicht gelten! Dass sich in den vergangenen Jahrzehnten in meiner Berufssparte viele Spackos mit Heldenambitionen getummelt haben und immer noch tummeln, ist sattsam bekannt und wird immer wieder gerne als Grund angeführt, nichts verändern zu müssen/wollen... Jeder, der diesen Sachverhalt kurz überdenkt, bemerkt hoffentlich den zu Grunde liegenden Anachronismus. Und wenn ich mich von irgendwelchen dahergelaufenen cand. med. hier als Amateur beschimpfen lassen muss, kann ich nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass die Berufsgruppe der Dr. med. mindestens eine ebenso hohe Totalausfallquote aufweist. Hier besteht aber wohl auf Grund Kraft Studium erworbener Halbgöttlichkeit kein Handlungsbedarf? :ironie:

Änderungen im Bezug auf Ausbildung und Kompetenzen des RettAsssind dringend von Nöten - und auch wenn, wie ich schon sagte, Ärzte gerne meine Ausbildung vornehmen dürfen und, so sie über ein Mindestmaß an sozialer und fachlicher Kompetenz verfügen, stets gern gesehene Gäste in "meinem" RTW sind, haben sie sich nicht in Berufspolitische Themen einzumischen. Ich versuche ja auch nicht, eine - im übrigen dringen notwendige - Strukturreform des Medizinstudiums voranzutreiben.

Nachtrag: Daniel, den hochgeschätzten Betreiber dieser im Vergleich immer noch Qualitätsgesegneten Plattform auf dummdreiste Art zu beleidigen, weist nicht gerade auf einen hohen Funktionalitätsgrad der eigenen Argumentationsstruktur hin... :mauer:
Unter den Blinden ist der Einäugige der Arsch - er muss allen Anderen vorlesen...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mowl« (18.12.2008, 12:53)


Felix@112

VIP-Mitglied

  • »Felix@112« ist männlich

Beiträge: 1 180

Qualifikation: Notarzt

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Bodensatz des Gesundheitssystems

Danksagungen: 9

  • Nachricht senden

43

18.12.2008, 13:59


Nachtrag: Daniel, den hochgeschätzten Betreiber dieser im Vergleich immer noch Qualitätsgesegneten Plattform auf dummdreiste Art zu beleidigen, weist nicht gerade auf einen hohen Funktionalitätsgrad der eigenen Argumentationsstruktur hin... :mauer:


Weisst du Mowl, du bist mit deinen Rundumschlägen sowas von keinen Deut besser. Ehrlich gesagt kann ich die Postings deinerseits, die frei von Beleidigungen jedweder Art sind, locker an einer Hand abzählen. Ich fühle mich von deiner obigen Kritik zwar gar nicht angesprochen, wollte das aber trotzdem loswerden.

@all: Puh, viel Stoff nach einem 24h Dienst. Zu viel, um einzeln darauf einzugehen.

ganz kurz: @Securo: Doch! Unbedingt! Jetzt du!

Ich gehe eigentlich mit den, wie immer, guten Beiträgen von Nils in den grössten Teilen konform. Und sehe es auch so, dass es relativ sinnfrei ist, hier an dieser Stelle zuviel Engagement zu investieren. Abschliessend möchte ich nochmal darauf hinweisen, das Pferd nicht von hinten aufzuzäumen. Sprich: Erst Novellierung der Ausbildung, dann Reformierung des Berufsbildes. Bis dahin: Wohl dem, der einen engagierten ÄLRD hat. Es macht IMHO auch keinen Sinn, immer von der Ausnahme der Ausnahme auszugehen. Sprich: Wir brauchen Klarheit, falls mal alle Notärzte gebunden sind und wir selber beim eingeklemmten Polytrauma stehen. 90 % der Notfallpatienten könnten auch mit einem Taxi zum Krankenhaus fahren und würden es überleben, das ist Fakt. Alle Eventualitäten kann man nie unter einen Hut bringen. Um wieder auf das Thema ambulante Versorgung zurück zu kommen: Jeder Patient sollte in Deutschland weiterhin die Möglichkeit haben, in zumutbarer Zeit 24/7 einen Allgemeinmediziner konsultieren zu können. Alles andere wäre ein Schritt zurück! Wenn das im Moment wegen fehlendem finanziellen Anreiz (der nicht zählen darf, das wäre illegal) oder löcherigem Praxennetz nicht durchführbar ist, dann liegt es an der kassenärztlichen Vereinigung dies zu ändern. Dafür hat sie den Sicherstellungsauftrag! Finanzierbar ist das definitiv, das macht den Kohl in Deutschland nicht fett. Dann müssen eben die Zeiten nach Praxenschluss geändert vergütet werden.

Beste Grüsse
Felix
Anaesthetists rule #1: Air goes in and out, blood goes round and round - any variation of this is bad!



securo

Ehren-Mitglied

  • »securo« ist männlich

Beiträge: 6 961

Qualifikation: Dipl. Rettungssanitäter/-in SRK/HF (Schweiz)

Wohnort: Schweiz

Danksagungen: 1385

  • Nachricht senden

44

18.12.2008, 14:22


Weder in der Präklinik noch in der Klinik brauchen wir eine Qualitätssteigerung. Wir gönnen uns eine der besten medizinischen Versorgungen weltweit.


Ich frage mich ernsthaft, ob du dies allen Ernstes glaubst. :negativ:


[ganz kurz: @Securo: Doch! Unbedingt! Jetzt du!


ganz kurz: Stillstand bedeutet Rückschritt !

jetzt gerne länger: selbstverständlich benötigt sowohl die Präklinik, wie auch der klinische Bereich ein ständiges Infragestellen seines qualitativen Handelns. Nur so kann gewährleistet sein, dass der - zweifellos vorhandene - hohe Standart der medizinischen Versorgung auch auf Jahre hin gesichert ist.

Dein Posting habe ich so interpretiert, dass der jetzige Stand hochwertig ist und keinerlei Veränderung notwendig, auch nicht in den nächsten Jahren. Dem ist sicherlich nicht so, es gibt viele Punkte, im gesamten medizinischen System, die ständig hinterfragt und gegebenfalls aktualisiert werden müssen.

In vielen Dingen ist das deutsche System überaus vorbildlich, es gibt jedoch genügend Punkte, wo Deutschland zu konservativ ist, da jedoch von Einigen kein qualitives Infragestellen gewünscht ist, wird dieses konservative Handeln sich irgendwann in ein "rückständiges" entwickeln (hiermit meine ich das gesamte Gesundheitswesen, nicht nur einzelne Teile).
Feed the prairie dogs, play with the rattlesnakes, let your kids ride the buffalos, drive fast and pass on curves.
We thank you for your support.
Motto von Badlands Ambulance

Felix@112

VIP-Mitglied

  • »Felix@112« ist männlich

Beiträge: 1 180

Qualifikation: Notarzt

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Bodensatz des Gesundheitssystems

Danksagungen: 9

  • Nachricht senden

45

18.12.2008, 14:27

ganz kurz: Stillstand bedeutet Rückschritt !

jetzt gerne länger: selbstverständlich benötigt sowohl die Präklinik, wie auch der klinische Bereich ein ständiges Infragestellen seines qualitativen Handelns. Nur so kann gewährleistet sein, dass der - zweifellos vorhandene - hohe Standart der medizinischen Versorgung auch auf Jahre hin gesichert ist.

Dein Posting habe ich so interpretiert, dass der jetzige Stand hochwertig ist und keinerlei Veränderung notwendig, auch nicht in den nächsten Jahren. Dem ist sicherlich nicht so, es gibt viele Punkte, im gesamten medizinischen System, die ständig hinterfragt und gegebenfalls aktualisiert werden müssen.

In vielen Dingen ist das deutsche System überaus vorbildlich, es gibt jedoch genügend Punkte, wo Deutschland zu konservativ ist, da jedoch von Einigen kein qualitives Infragestellen gewünscht ist, wird dieses konservative Handeln sich irgendwann in ein "rückständiges" entwickeln (hiermit meine ich das gesamte Gesundheitswesen, nicht nur einzelne Teile).


Ach so. D'accord! :prost:
Anaesthetists rule #1: Air goes in and out, blood goes round and round - any variation of this is bad!



trident

VIP-Mitglied

  • »trident« ist männlich

Beiträge: 916

Qualifikation: Rettungshelfer

Wohnort: Baden-Württemberg

Beruf: Lehrer

Danksagungen: 121

  • Nachricht senden

46

18.12.2008, 14:33

Wenn ich so darüber nachdenke frage ich mich, warum es diese Paramedic Practitioners überhaupt gibt. Sie sind dazu da, dass Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen nicht ins Krankenhaus müssen. Diese Paramedics haben dann einen gesetzlich festgelegten Rahmen, indem sie handeln dürfen. Hab ich das so richtig verstanden?
Und jetzt spreche ich mal aus meinem persönlichem Empfinden: Die Tatsache, dass es in England keinen Notarzt gibt hat nicht automatisch dazu geführt, dass auf jedem Rettungswagen dann ein Paramedic sitzt. Nach meinen ersten paar Tagen in London sah ich einen Rettungswagen hinter dem ein Fahrzeug geparkt war, welches dem Aussehen nach etwa dem deutschen NEF entsprach. Diese Tatsache machte für mich keinen Sinn, bis ich einen Blogbeitrag von Markus aus den USA laß. Er schrieb, dass dort der Paramedic mit dem Auto zu Notfällen zugebracht wird, der den Handlungsrahmen der EMTs des Rettungswagen übersteigt. Was heißt das nun? Offenbar ist es billiger, für den Paramedic ein eigenes Auto zu unterhalten und dieses zu Notfällen hinzuzualarmieren, als jeden Rettungswagen mit einem Paramedic zu besetzen. Und wir reden hier jetzt nicht über irgend ein Dorf im englischen Hinterland, wir reden von der Millionenmetropole London.
Was will ich nun sagen: sicherlich gibt es Handlungsbedarf, da will ich mich auch gar nicht einmischen. Ich weiß auch nicht, wie es in der Schweiz so abläuft. Aber alleine die Tatsache, dass Paramedics in England "mehr dürfen" und besser bezahlt werden heißt nicht, dass es deswegen eine hohe Dichte an diesen gibt. Es werden eher weniger eingestellt. Auch gibt es, laut einem englischen Freund, Diskussionen, den Arzt vermehrt in der Präklinik einzubinden. Ich habe dafür keine Quellen, sondern das ist es, was ich aus meinen Beobachten und Gesprächen mit Engländern erfahren habe. Ich werde versuchen mehr zu erfahren.

Beste Grüße,
Ulrich
We are the pilgrims, master; we shall go always a little further.

oepfae

VIP-Mitglied

  • »oepfae« ist männlich

Beiträge: 1 762

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Beruf: Rechtsanwalt

Danksagungen: 102

  • Nachricht senden

47

18.12.2008, 15:24

Hmmm, es dreht sich in den berufspolitischen Dingen doch um die weitere Zukunft des RettAss, wenn ich nicht vollkommen fehl in meiner Ansicht gehe. Demnach ist es für mich nachvollziehbar, wenn Mowl sich über die Einmischung der geneigten Ärzteschaft aufregt, zumal diese hier nichts als Pauschalargumente irgendwelcher Standesdünkel vorzuweisen haben, denn einer wirklich stichhaltigen Argumentation. Auch die Seite des Rettungsfachpersonals mag argumentativ nicht gerade überragend aufgestellt sein, befasst sich jedoch auch mit den Gegenargumenten und nimmt diese zumindest in wertender Weise zur Kenntnis. Und zumindest reitet das RFP nicht ständig auf den voll-Trollen herum, die auch unter der Ärzteschaft durchaus verbreitet sind. Würde man diese als Maßstab nehmen, würde ich lieber gar nicht behandelt werden. Schwachköpfe gibt es auf allen Seiten, aber diese als Maßstab heranzuziehen zeugt letztlich davon, dass man mit seiner Argumentation und der Zugrundelegung eines normal-vernünftigen RettAss wohl nicht weit kommen würde. Im Übrigen stünde neben einer erweiterten Befugnis des RettAss natürlich auch eine verschärfte Haftung, was durchaus geeignet ist eine entsprechende Patientensicherheit zu gewährleisten.

Oder mal anders gefragt... Mischt sich die geneigte Ärzteschaft denn auch in berufspolitischen Dingen der Piloten, der Lokomotivführer, der Pharmavertreter, et al ein? Nein? Ja und warum nicht??? Richtig, weil es sie nicht betrifft. Also warum dann hier?

Es ist mitnichten falsch, Gegenargumente und Schwachstellen der eigenen Ansicht aufgezeigt zu bekommen. Aber das was hier teilweise offenbart wird, gleicht eher einer Hetzkampagne als einer nüchtern-sachlichen und problemorientierten Diskussion. Und Ani, jetzt ist es mal wieder an der Zeit, mir mangelnde Authentizität zu unterstellen. :-]

Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über das selbe Thema malen. (Pablo Picasso)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »oepfae« (18.12.2008, 15:53)


Felix@112

VIP-Mitglied

  • »Felix@112« ist männlich

Beiträge: 1 180

Qualifikation: Notarzt

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Bodensatz des Gesundheitssystems

Danksagungen: 9

  • Nachricht senden

48

18.12.2008, 15:53

Hmmm, es dreht sich in den berufspolitischen Dingen doch um die weitere Zukunft des RettAss, wenn ich nicht vollkommen fehl in meiner Ansicht gehe. Demnach ist es für mich nachvollziehbar, wenn Mowl sich über die Einmischung der geneigten Ärzteschaft aufregt, zumal diese hier nichts als Pauschalargumente irgendwelcher Standesdünkel vorzuweisen haben, denn einer wirklich stichhaltigen Argumentation. Auch die Seite des Rettungsfachpersonals mag argumentativ nicht gerade überragend aufgestellt sein, befasst sich jedoch auch mit den Gegenargumenten und nimmt diese zumindest in wertender Weise zur Kenntnis.

Oder mal anders... Mischt sich die geneigte Ärzteschaft denn auch in berufspolitischen Dingen der Piloten, der Lokomotivführer, der Pharmavertreter, et al ein? Nein? Ja und warum nicht??? Richtig, weil es sie nicht betrifft. Also warum dann hier?

Es ist mitnichten Falsch, Gegenargumente und Schwachstellen der eigenen Ansicht aufgezeigt zu bekommen. Aber das was hier teilweise offenbart wird gleicht eher einer Hetzkampagne als einer nüchtern-sachlichen und problemorientierten Diskussion. Und Ani, jetzt ist es mal wieder an der Zeit, mir mangelnde Authentizität zu unterstellen. :-]


Ein rundum gelungen bescheuerter Beitrag, der uns keinen Millimeter weiterbringt..... Glückwunsch!
Der ist kein weiteres Wort wert.

Sorry, ging nicht anders.
Anaesthetists rule #1: Air goes in and out, blood goes round and round - any variation of this is bad!



oepfae

VIP-Mitglied

  • »oepfae« ist männlich

Beiträge: 1 762

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Beruf: Rechtsanwalt

Danksagungen: 102

  • Nachricht senden

49

18.12.2008, 15:53


Hmmm, es dreht sich in den berufspolitischen Dingen doch um die weitere Zukunft des RettAss, wenn ich nicht vollkommen fehl in meiner Ansicht gehe. Demnach ist es für mich nachvollziehbar, wenn Mowl sich über die Einmischung der geneigten Ärzteschaft aufregt, zumal diese hier nichts als Pauschalargumente irgendwelcher Standesdünkel vorzuweisen haben, denn einer wirklich stichhaltigen Argumentation. Auch die Seite des Rettungsfachpersonals mag argumentativ nicht gerade überragend aufgestellt sein, befasst sich jedoch auch mit den Gegenargumenten und nimmt diese zumindest in wertender Weise zur Kenntnis.

Oder mal anders... Mischt sich die geneigte Ärzteschaft denn auch in berufspolitischen Dingen der Piloten, der Lokomotivführer, der Pharmavertreter, et al ein? Nein? Ja und warum nicht??? Richtig, weil es sie nicht betrifft. Also warum dann hier?

Es ist mitnichten Falsch, Gegenargumente und Schwachstellen der eigenen Ansicht aufgezeigt zu bekommen. Aber das was hier teilweise offenbart wird gleicht eher einer Hetzkampagne als einer nüchtern-sachlichen und problemorientierten Diskussion. Und Ani, jetzt ist es mal wieder an der Zeit, mir mangelnde Authentizität zu unterstellen. :-]


Ein rundum gelungen bescheuerter Beitrag, der uns keinen Millimeter weiterbringt..... Glückwunsch!
Der ist kein weiteres Wort wert.

Sorry, ging nicht anders.
q.e.d.

Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über das selbe Thema malen. (Pablo Picasso)

Nils

Ehren-Mitglied

  • »Nils« ist männlich

Beiträge: 7 675

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Schleswig-Holstein

Beruf: Bildungsarchitekt

Danksagungen: 1562

  • Nachricht senden

50

18.12.2008, 15:57


90 % der Notfallpatienten könnten auch mit einem Taxi zum Krankenhaus fahren und würden es überleben, das ist Fakt.


Keine Frage, das würde ich sogar noch restriktiver sehen: 20% meiner NOTFALLRETTUNGSTOUREN sind völlig unnötig und nur der mangelnden Selbstverantwortung des Patienten geschuldet. Im KT ist die Quote deutlich kleiner. Wir erleben hier im städtischen Bereich die zunehmende Form des schnellen Hausarztersatzes durch die 112. Und mangels Diagnose- und Therapierechten wird dann auch meist transportiert.

Aber darum geht es ja auch gar nicht, es sei denn, wir wollten dem Rettungsassistenten auch noch die Möglichkeit der Transportverweigerung von Anbieterseite aus zugestehen. Aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen in unseren berufspolitischen Zielen, dies rauszufiltern wäre eher eine Aufgabe der Kassen.

Felix@112

VIP-Mitglied

  • »Felix@112« ist männlich

Beiträge: 1 180

Qualifikation: Notarzt

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Bodensatz des Gesundheitssystems

Danksagungen: 9

  • Nachricht senden

51

18.12.2008, 16:04


Aber darum geht es ja auch gar nicht, es sei denn, wir wollten dem Rettungsassistenten auch noch die Möglichkeit der Transportverweigerung von Anbieterseite aus zugestehen. Aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen in unseren berufspolitischen Zielen, dies rauszufiltern wäre eher eine Aufgabe der Kassen.


Gab es nicht irgendwo einen Thread, in dem diese TransportPFLICHT widerlegt wurde?
Ich lasse recht oft Patienten daheim, bei denen eine stationäre Aufnahme nicht notwendig ist. Und verweigern muss man den meisten doch nichts, oder? Viele wollen ja gerne zu Hause bleiben und nach Erklärung des Sachverhalts, unterschreiben die doch sogar gern die Mitfahrverweigerung. Es muss einem aber auch klar sein, dass man sich evtl. in einen Interessenkonflikt bringt. Ein rollender RTW ist in Hinblick der Bedarfsplanung ein sicherer RTW.....

Gruss
Felix
Anaesthetists rule #1: Air goes in and out, blood goes round and round - any variation of this is bad!



Nils

Ehren-Mitglied

  • »Nils« ist männlich

Beiträge: 7 675

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Schleswig-Holstein

Beruf: Bildungsarchitekt

Danksagungen: 1562

  • Nachricht senden

52

18.12.2008, 16:22

Mir ging es um den anderen Fall: Transport erwünscht, aber sachlich nicht gerechtfertigt. Hier kommen wir aber wieder in die altbekannte Problematik der Diagnosestellung durch Nichtärzte. Es ist halt immer die gleiche Leier...

Felix@112

VIP-Mitglied

  • »Felix@112« ist männlich

Beiträge: 1 180

Qualifikation: Notarzt

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Bodensatz des Gesundheitssystems

Danksagungen: 9

  • Nachricht senden

53

18.12.2008, 16:59

Mir ging es um den anderen Fall: Transport erwünscht, aber sachlich nicht gerechtfertigt. Hier kommen wir aber wieder in die altbekannte Problematik der Diagnosestellung durch Nichtärzte. Es ist halt immer die gleiche Leier...


Nix da. Da ist jeder Mitarbeiter im Rettungsdienst selber gefordert. Du brauchst niemanden als gesund diagnostiziert zu Hause belassen. Ich verweise dann an das eigene Auto, den Verwandten, den ÖPNV oder das Taxi als Transportmittel. Da sollte dein Arbeitgeber dann natürlich hinter dir stehen denn es kommt auch darauf an, inwieweit man sich als Dienstleistungsunternehmen sieht. Die ganz wenigen, die gesund auf dem RTW beharren werden entweder mit anschliessender Privatrechnung zähneknirschend transportiert (wobei jene als Denkanstoss schon oft hilft) oder tatsächlich in Ausnahmefällen sitzengelassen.

Gruss Felix

P.S. Wir sind ganz schön OT, irgendwie..... Obwohl geht ja doch irgendwie um ambulante Sichtung durch den RD.
Anaesthetists rule #1: Air goes in and out, blood goes round and round - any variation of this is bad!



54

18.12.2008, 20:32

@oepfae

Mir ist neu, daß die Ärzteschaft sich in Eure Berufspolitik einmischt. Wenn ich ehrlich bin, interessiert sich keine Sau für Eure berufspolitischen Wünschen. Ab und zu wird in den Fachgazetten erwähnt, daß Eure Kompetenzforderungen gar nicht in Frage kommen und gut ist. Das ist alles. Und zu glauben, das wird sich in absehbarer Zeit ändern, ist reine Naivität. Ich darf darauf hinweisen, daß das Rettungsfachpersonal Systemänderungen (weg vom ärztlichen Nimbus) einfordert, und nicht wir. Wir haben natürlich sehr wohl ein Mitspracherecht, wer an unsere Seite die Patienten mitbehandelt. Das sind wir unseren Patienten schuldig.

Zum Thema "Authentizität: ich hoffe weiterhin, daß Deine Plädoyers für Deine Mandanten überzeugender sind, als das, was Du hier für das Rettungsfachpersonal vom Stapel läßt... ;)

SanSold

VIP-Mitglied

  • »SanSold« ist männlich

Beiträge: 1 633

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Bayern

Beruf: Rettungsassistent, Leitstelledisponent

Danksagungen: 151

  • Nachricht senden

55

18.12.2008, 20:42

Vll. sollten wir den ärzten geben was sie möchten, keine Behandlung ohne Arzt und mir wurde einstmal erklärt das im grunde bereits das anlegen eines Verbandes eine chir. Wundversorgung darstellen kann!
Soll Rettungsdienstpersonal denn wirklich etwas tun wenn keiner möchte das es von Ihnen getan wird?

(etwas Ketzterisch aber mein Gedankengang im moment!)
[b] :rtw: "Rettungsdienst" sind die Typen, die zu einem kommen, wenn man etwas getan hat, wofür man eigentlich zu dämlich ist. :rtw:
[/b]

fliege

User & Mod

  • »fliege« ist männlich

Beiträge: 1 298

Qualifikation: Rettungsassistent

Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Beruf: Lehrrettungsassistent & Dozent im RD; Betriebswirt

Danksagungen: 8

  • Nachricht senden

56

18.12.2008, 20:49

Mir ging es um den anderen Fall: Transport erwünscht, aber sachlich nicht gerechtfertigt. Hier kommen wir aber wieder in die altbekannte Problematik der Diagnosestellung durch Nichtärzte. Es ist halt immer die gleiche Leier...

Stimme dem da zu.. aber interessant ist ja der Ansatz der ärztlichen Seite:


Nix da. Da ist jeder Mitarbeiter im Rettungsdienst selber gefordert. Du brauchst niemanden als gesund diagnostiziert zu Hause belassen. Ich verweise dann an das eigene Auto, den Verwandten, den ÖPNV oder das Taxi als Transportmittel.

ÄÄÄhhhmm.... ein NICHTARZT diagnostiziert jetzt doch?
Was denn nun? Ziemlich inkonsequent, oder??

(...) Die ganz wenigen, die gesund auf dem RTW beharren werden entweder mit anschliessender Privatrechnung zähneknirschend transportiert (wobei jene als Denkanstoss schon oft hilft) oder tatsächlich in Ausnahmefällen sitzengelassen..

Oha.. wir erhöhen also weiter den allgemeinen Kostenfaktor?? Ziemliches Debakel - Kosten produzieren & steigern auf Kosten der Allgemeinheit - OK, dadurch wird das BIP erhöht, jedoch auch der Verschuldungsquotient - da beißt sich doch die Ratte in den Schwanz!
Untermauert wird die Kostenblindheit durch eine solche Aussage:
Ein rollender RTW ist in Hinblick der Bedarfsplanung ein sicherer RTW.....

Ich verweise den geneigten Leser gern auf das Gesetz:

Zitat

Gesetz zur Einführung des diagnose-orientierten Fallpauschalensystems für Krankenhäuser -Fallpauschalengesetz (FPG)- 23.04.2002 veröffentlicht im Bundesanzeiger G5702 am 29.04.2002
, welches seinen Ursprung in der Kostenexplosion im Gesundheitssystem hatte... ;)

Gruß,

Marcus

57

18.12.2008, 20:49

@SanSold

Psssst! Jetzt bring' die BÄK mal nicht auf dumme Gedanken. Nicht, daß ich nachts um halb drei noch für ein Heftpflaster alarmiert werde...

58

18.12.2008, 20:52

@fliege

Deine neugelernten Fremdwörter kommen in diesen Zusammenhängen... ein bißchen komisch. Trotzdem Glückwunsch zum Studentenstatus. :)

Daniel Grein

Administrator

  • »Daniel Grein« ist männlich
  • »Daniel Grein« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 10 143

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)

Wohnort: Baden-Württemberg

Beruf: Notfallsanitäter

Danksagungen: 1554

  • Nachricht senden

59

18.12.2008, 21:10

@SanSold

Psssst! Jetzt bring' die BÄK mal nicht auf dumme Gedanken. Nicht, daß ich nachts um halb drei noch für ein Heftpflaster alarmiert werde...
@Ani


Kein Sorge, beim aktuellen berufspolitischen Engagement der Mehrheit des Rettungsfachpersonals bleibt es dabei, dass es auch weiterhin seine Pflaster selbst klebt. Je nach Ergebnis der Novellierung muss man auch darüber nachdenken ob es überhaupt einen Sinn hat, einen Berufsverband zu haben. Nicht, weil es nicht ein paar wirklich klasse Leute gäbe, die sich engagieren und dabei viel Zeit und Energie investieren, sondern weil es die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen nicht zu schätzen weiß und lieber zusieht, was passiert. Hinterher ist das Gejammer dann wieder groß, aber.... ach, egal.

Ach ja - auf dieses wirklich arrogante, hochnäsige und selbstgefällige Geschwätz habe ich nun wirklich keine Lust mehr. Sonst kann ich dich aber ganz gut leiden ;)


Knüpfe dich nicht an Geringes, es zieht dich ab und hinab, fügt dir Geringeres zu.

Felix@112

VIP-Mitglied

  • »Felix@112« ist männlich

Beiträge: 1 180

Qualifikation: Notarzt

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Bodensatz des Gesundheitssystems

Danksagungen: 9

  • Nachricht senden

60

18.12.2008, 21:28


Nix da. Da ist jeder Mitarbeiter im Rettungsdienst selber gefordert. Du brauchst niemanden als gesund diagnostiziert zu Hause belassen. Ich verweise dann an das eigene Auto, den Verwandten, den ÖPNV oder das Taxi als Transportmittel.

ÄÄÄhhhmm.... ein NICHTARZT diagnostiziert jetzt doch?
Was denn nun? Ziemlich inkonsequent, oder??


Nein, eben nicht. Man stellt lediglich fest, dass die Erkrankung nicht so schwerwiegend ist, dass sie einen RTW erfordert und zeigt Alternativen auf.

(...) Die ganz wenigen, die gesund auf dem RTW beharren werden entweder mit anschliessender Privatrechnung zähneknirschend transportiert (wobei jene als Denkanstoss schon oft hilft) oder tatsächlich in Ausnahmefällen sitzengelassen..

Oha.. wir erhöhen also weiter den allgemeinen Kostenfaktor?? Ziemliches Debakel - Kosten produzieren & steigern auf Kosten der Allgemeinheit - OK, dadurch wird das BIP erhöht, jedoch auch der Verschuldungsquotient - da beißt sich doch die Ratte in den Schwanz!


Wieder nein, schliesslich trägt der Patient die Kosten für die aufgezeigten Transportmittel selber.


Untermauert wird die Kostenblindheit durch eine solche Aussage:
Ein rollender RTW ist in Hinblick der Bedarfsplanung ein sicherer RTW.....

Ich verweise den geneigten Leser gern auf das Gesetz:

Zitat

Gesetz zur Einführung des diagnose-orientierten Fallpauschalensystems für Krankenhäuser -Fallpauschalengesetz (FPG)- 23.04.2002 veröffentlicht im Bundesanzeiger G5702 am 29.04.2002
, welches seinen Ursprung in der Kostenexplosion im Gesundheitssystem hatte... ;)


Nun wirds absurd. Der rollende und damit sichere RTW war in Hinsicht der Sicherung eines Arbeitsplatzes im Rettungsdienst gemeint.
Was die Kosten angeht, ist es furzegal, ob der RTW rund um die Uhr rollt, oder auf der Wache steht. Bezahlt wird die Vorhaltung und nicht der einzelne Transport. Nur könnte ein schlauer Fuchs der Verwaltung auf die Idee kommen, einen eher nicht rollenden RTW aus dem Bedarfsplan zu streichen. Was das mit Fallpauschalen zu tun hat, ist mir schleierhaft. Und dir glaube ich auch.....

Gruss Felix
Anaesthetists rule #1: Air goes in and out, blood goes round and round - any variation of this is bad!



Zurzeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher