Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen! Rettungsfachpersonal.de ist das informative und aktuelle Forum für Fachpersonal im Rettungsdienst | Das Original!. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

  • Facebook aktivieren

Harris NRÜ

Ehren-Mitglied

  • »Harris NRÜ« ist männlich
  • »Harris NRÜ« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 383

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)
Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Sorgentelefon, Bürgerversteher, Pflasterkleber und Student

Danksagungen: 1919

  • Nachricht senden

1

03.07.2016, 10:19

[Region Hannover] Umorganisation des Ärztlichen Notdienstes - zu Lasten der Patienten

Zitat

Der ärztliche Bereitschaftsdienst in der Region steht vor einer gravierenden Umorganisation – zu Lasten der Patienten. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) plant eine Halbierung der Mediziner im Bereitschaftsdienst im Bereich Garbsen, Seelze, Neustadt und Wunstorf. Politiker und Ärzte kritisieren dies scharf.

Ab dem 1. Juli sollen es nur noch zwei Ärzte für den kompletten Bereich mit rund 190.000 Einwohnern sein, in den Nachtstunden sogar nur noch ein Mediziner für das ganze Gebiet. Die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung treffen sowohl in der Politik als auch in der Ärzteschaft und bei den Kommunen auf Widerstand.

Der Geschäftsführer der KVN-Bezirksstelle Hannover, Bernhard Specker, begründet die Änderungen mit der Einrichtung einer Bereitschaftspraxis am Klinikum in Neustadt. „Gehfähige Patienten“ sollen von Juli an bei Problemen außerhalb der Öffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte ins Neustädter Krankenhaus fahren, um sich dort behandeln zu lassen. „Die Sprechstunde in Neustadt ist eine Verbesserung“, betont Specker.

Das sieht Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt ganz anders. Er bescheinigt der KVN ein „arrogantes und selbstgerechtes Verhalten“ und befürchtet Qualitätseinbußen in der medizinischen Versorgung seiner Stadt. Das befürchtet auch der Garbsener Arzt Dr. Jan Reimers. „Wie soll jemand, der kein Auto hat, mit dem Bus von Seelze oder Garbsen nach Neustadt fahren?“, sagt er. „Aus meiner Sicht ist das den Bürgern nicht zumuten“, betont er. Zudem seien die Strecken für einen Bereitschaftsarzt in dem großen Gebiet zu weit. Das werde dazu führen, dass Patienten bei medizinischen Problemen vermehrt den Rettungsdienst rufen. Und er sieht noch eine weitere Schwierigkeit: Die Ärzte, die derzeit den Bereitschaftsdienst machen, haben sich vorerst bis zum September verpflichtet. „Dann werden die das wohl nicht mehr weiter machen“, sagt Reimers.

Laut KVN sollen mit der Neuregelung auch die niedergelassenen Ärzte entlastet werden, die Doppelbelastung aus Praxisbetrieb und Hausbesuchen kaum noch leisten könnten. Arzt Reimers hält dagegen, dass die meisten Bereitschaftsdienste gar nicht von den niedergelassen Ärzten gemacht würden. Stattdessen hätten diese den Auftrag an andere Ärzte vergeben, die sich auf die Bereitschaftsdienste spezialisiert haben.
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung HAZ - Stand 17.06.2016

Harris NRÜ

Ehren-Mitglied

  • »Harris NRÜ« ist männlich
  • »Harris NRÜ« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 383

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)
Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Sorgentelefon, Bürgerversteher, Pflasterkleber und Student

Danksagungen: 1919

  • Nachricht senden

2

03.07.2016, 10:39

Zitat

Laut KVN sollen mit der Neuregelung auch die niedergelassenen Ärzte entlastet werden, die Doppelbelastung aus Praxisbetrieb und Hausbesuchen kaum noch leisten könnten. Arzt Reimers hält dagegen, dass die meisten Bereitschaftsdienste gar nicht von den niedergelassen Ärzten gemacht würden. Stattdessen hätten diese den Auftrag an andere Ärzte vergeben, die sich auf die Bereitschaftsdienste spezialisiert haben.
Da hat der gute Doktor übrigens recht, denn die Notdienste werden zum größten Teil des Gebietes durch die sogenannte "Notdienstmafia" absolviert. Diese Ärzte, vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum, machen quasi nichts anders, nur Notdienste ohne eigene Praxis.

Zitat

Das sieht Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt ganz anders. Er bescheinigt der KVN ein „arrogantes und selbstgerechtes Verhalten“ und befürchtet Qualitätseinbußen in der medizinischen Versorgung seiner Stadt. Das befürchtet auch der Garbsener Arzt Dr. Jan Reimers. „Wie soll jemand, der kein Auto hat, mit dem Bus von Seelze oder Garbsen nach Neustadt fahren?“, sagt er. „Aus meiner Sicht ist das den Bürgern nicht zumuten“, betont er. Zudem seien die Strecken für einen Bereitschaftsarzt in dem großen Gebiet zu weit. Das werde dazu führen, dass Patienten bei medizinischen Problemen vermehrt den Rettungsdienst rufen.
Da haben die beiden auch recht, denn die Größe des Versorgungsbereiches beträgt 45km (Nord-Süd) bzw. 28km (West-Ost). Zuvor war der Versorgungsbereich in vier Bereiche unterteilt, mit jeweils einen Arzt (also 4 Ärzte im Notdienst). In der Zeitung wurde übrigens vergessen, dass auch die Gemeinde Hagenburg dazu gehört. Aufgezählt wurde ja nur Neustadt a. Rbge., Wunstorf, Seelze und Garbsen.

Gruß

hpcpr

Silber-Mitglied

Beiträge: 182

Danksagungen: 400

  • Nachricht senden

3

03.07.2016, 15:46

Ein kleiner Blick in die Glaskugel, hinsichtlich der Zeitungsüberschriften im Juli 2018 für die Region Hannover:

"Rettungsdienst in Not - Einsatzzahlen innerhalb von 12 Monaten um 15% gestiegen"

"Notaufnahmen überlastet - Mehr und mehr Bagatellfälle blockieren die Notfallversorgung"

"Mehr Rettungswagen und mehr Personal - Krankenkassen bewilligen höheres Budget für die Notfallversorgung"

"Leitstellendisponent Harris N.: Wir haben unsere Belastungsgrenzen längst überschritten."
Views and opinions are my own.

“The electric light did not come from the continuous improvement of candles.” - Oren Harari

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

red_cap (03.07.2016), niwie (03.07.2016), Sebastian Kraatz (04.07.2016)

Harris NRÜ

Ehren-Mitglied

  • »Harris NRÜ« ist männlich
  • »Harris NRÜ« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 383

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)
Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Sorgentelefon, Bürgerversteher, Pflasterkleber und Student

Danksagungen: 1919

  • Nachricht senden

4

03.07.2016, 15:51

"Leitstellendisponent Harris N.: Wir haben unsere Belastungsgrenzen längst überschritten."
Wenn´s gut läuft, ist Harris im Jahre 2018 in der Leitstelle Geschichte. Die Belastungsgrenze wurde aber schon 10 Jahre früher überschritten. Nur mal so nebenbei...

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

hpcpr (03.07.2016), Maverick83 (04.07.2016)

Maverick83

Moderator

  • »Maverick83« ist männlich

Beiträge: 5 393

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)

Wohnort: Baden-Württemberg

Beruf: Analyst

Danksagungen: 1024

  • Nachricht senden

5

04.07.2016, 08:18

Wenn´s gut läuft, ist Harris im Jahre 2018 in der Leitstelle Geschichte.


Ich drücke dir die Daumen das es klappt!

Harris NRÜ

Ehren-Mitglied

  • »Harris NRÜ« ist männlich
  • »Harris NRÜ« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 383

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)
Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Sorgentelefon, Bürgerversteher, Pflasterkleber und Student

Danksagungen: 1919

  • Nachricht senden

6

23.07.2016, 17:01

Zitat

Auf deutliche Verbesserungen für Personal und Patienten hofft das Team der Notaufnahme im Neustädter Klinikum. Denn diese wird bislang von vielen Patienten quasi als ärztliche Anlaufstelle nach Praxisschluss genutzt. „Da kommen auch mal Patienten, die seit Wochen Rückenschmerzen haben und sagen, zum Hausarzt könnten sie nicht, da müssten sie arbeiten“, sagt Dr. Jürgen Tempel, leitender Arzt der Notaufnahme. Das treibe die Wartezeiten für alle unnötig hoch.

Nur in rund der Hälfte der Fälle sei eine Aufnahme tatsächlich nötig. „Aber nur dafür ist die Notaufnahme ja eigentlich gedacht“, sagt Tempel. Nun können die Mitarbeiter Patienten mit weniger akuten Leiden zu den Betriebsstunden an die Praxis verweisen, die im Klinikum direkt neben der Notaufnahme untergebracht ist.

Und jeder der Ärzte wird seltener zum Notdienst herangezogen. „Eine spürbare Entlastung“, sagt etwa Dr. Martin Kolditz aus Seelze, der am Mittwoch die Praxis betreute.
Quelle: HAZ (Stand 21.07.2016 18:38 Uhr), Text

Meiner Meinung nach eine sehr einseitige Berichterstattung, da hier die Kritiker der Umstellung überhaupt nicht zu Wort kommen.

Harris NRÜ

Ehren-Mitglied

  • »Harris NRÜ« ist männlich
  • »Harris NRÜ« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 383

Qualifikation: Notfallsanitäter (Deutschland)
Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Sorgentelefon, Bürgerversteher, Pflasterkleber und Student

Danksagungen: 1919

  • Nachricht senden

7

26.01.2017, 12:13

Fronten beim Bereitschaftsdienst sind verhärtet

Zitat

Über den neu geregelten Ärztlichen Bereitschaftsdienst liegen die Meinungen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und der Kommunen Wunstorf, Neustadt, Garbsen und Seelze weiter auseinander. In der vergangenen Wochen haben sie gemeinsam eine Zwischenbilanz nach einem halben Jahr gezogen.

Wunstorf/Neustadt/Garbsen/Seelze Nach dem neuen Modell sollen die Patienten vorrangig eine neue Bereitschaftspraxis in Neustadt aufsuchen, die Fahrbereitschaft wurde reduziert. Während die Ärzte daran festhalten wollen, hält die Kritik aus den Kommunen an. Sie reden von einer Verschlechterung des Angebots.

Auffällig ist, dass im zweiten Halbjahr 2016 der Rettungsdienst unter Telefon 112 in den vier Städten deutlich häufiger gerufen worden ist. Ein Zusammenhang ist möglich, wenn auch nicht bewiesen. "Es gibt aber Anzeichen, dass Bürger beim zweiten Mal den Notruf wählen, wenn sie auf den Bereitschaftsdienst zu lange warten müssen", sagte Wunstorfs Erster Stadtrat Carsten Piellusch. Dieser Frage soll noch in einem Gespräch mit der Rettungsleitstelle nachgegangen werden. [...]
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) Stand 25.01.2017 10:01 Uhr


Anmerkung: Alle genannten Kommunen bekommen bzw. haben mehr Rollstunden bekommen. In Neustadt wurden z.B. am 01.01. zwei zusätzliche RTW in Dienst genommen. In den nächsten Monaten folgt ein zusätzlicher in Wunstorf. Auch KTW Rollstunden sind und werden wohl auch noch erweitert. Das folgt in den nächsten Monaten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Harris NRÜ« (26.01.2017, 12:17)