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GuyFawkes

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1

13.08.2014, 10:21

Berkenthin (SH): Fußballer muss 40 Minuten auf Notarzt warten

LN Online 13.08.2014

Zitat

Nach einem Foul durch einen Spieler der Gastgeber brach er sich Schien- und Wadenbein. Auf ein Schmerzmittel durch einen Notarzt wartete der 27-jährige Familienvater jedoch lange. Der Grund: Die Rettungsassistenten, die zügig eintrafen, dürfen keine Schmerzmittel geben. Erst als die Sanitäter eine Fraktur diagnostizierten, riefen sie den Notarzt. Der brauchte laut Leitstelle weitere quälend lange 28 Minuten.

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SaHa

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13.08.2014, 10:28

nachdem ich sowas selber mal miterlebt habe (aus 30min wurden in der Presse mal eben 80min) glaub ich solche Artikeln kein Wort mehr...

Nils

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3

13.08.2014, 10:38

Die Zeiten können für Berkenthin unproblematisch stimmen. Der Bereich wird von Ratzeburg aus versorgt, 15 Min RtW, 20 Min NEF (startet von der Klinik und nicht von der günstiger gelegenen RW hinter McD) sowie Diagnose- und Ausrückzeiten - da sind 40 Minuten realistisch.

GuyFawkes

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4

13.08.2014, 10:51

nachdem ich sowas selber mal miterlebt habe (aus 30min wurden in der Presse mal eben 80min) glaub ich solche Artikeln kein Wort mehr...

Du hast aber gesehen, dass die Zeiten von der Leitstelle bestätigt wurden?
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »GuyFawkes« (13.08.2014, 19:11)


5

13.08.2014, 11:02

Das heißt ja nicht, daß die Leitstelle das so gesagt hat.

RettungsFlo

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13.08.2014, 14:46

Ich finde den Artikel ausnahmsweise mal sehr angenehm geschrieben. Allein die korrekten Berufsbezeichnungen machen meiner Meinung nach schon viel aus.

M1k3

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13.08.2014, 17:06

Ein Glück sind wir im 21. Jahrhundert, und niemand muss Schmerzen erleiden...
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GuyFawkes

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8

13.08.2014, 17:12

Das heißt ja nicht, daß die Leitstelle das so gesagt hat.

Natürlich nicht - aber ehrlich gesagt glaube ich in dem Fall der Zeitung (auch wenn es schwerfällt).
Nils hat ja die Gegebenheiten auch schon gut beschrieben.
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Harun

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13.08.2014, 19:48

30 Minuten mit einem Trauma-Patienten auf irgendwas zu warten widerspricht irgendwie jeder Leitlinie, ich kann es nicht nachvollziehen...

10

13.08.2014, 19:53

Dreissig Minuten warten ist für alle Notfallpatienten schlimm. Manchmal passiert das leider. Unabhängig davon: Die Leitlinie, die Du im Kopf hast, bezieht sich allerdings auf das schwere, lebensbedrohliche Trauma. Trauma ist nicht gleich Trauma, wird aber gerne über einen Kamm geschoren. Von den Schmerzen mal abgesehen wird sich die zeitliche Verzögerung in diesem Fall nicht auf das Outcome auswirken.

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GuyFawkes (13.08.2014), condorp4 (13.08.2014)

GuyFawkes

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11

13.08.2014, 19:56

Ja, auch ein gebrochenes Beinchen ist ein Trauma - aber in diesem Zusammenhang klingt dein "Trauma-Patient" schon sehr dramatisch. ;-)

Vor vielen, vielen Jahren war ich mal privat auf einem Fußballplatz und ein Spieler brach sich den Schien- und Wadenbein.
Der ganze Vorfall lief so blöde ab, dass es eine 90° Fehlstellung gab. Der Notruf damals umfasste - wie in diesem Fall - auch nur "Fußverletzung" (lief nämlich über 3 Stationen) und lieferte erstmal nur einen RTW ohne Signal.
Ein Umlagern des Patienten auf die Trage war aufgrund der Schmerzen völlig unmöglich und so musste auch hier auf einen nachgeforderten Notarzt gewartet werden.

Da hätte mir auch der Buchstabenkursuhrkontrollblick nicht geholfen.



Edith sagt:
Mist, Ani war wieder schneller... ;-)
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Harun

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12

13.08.2014, 20:16

Trotzdem warte ich nicht 30 oder mehr Minuten und verzögere damit die Versorgung bei ähnlicher, gleicher oder sogar kürzerer Fahrzeit in ein geeignetes Krankenhaus / NEF Rendezvous. Von 30 Minuten unnützes warten ist auch niemanden geholfen und bei sachgerechter Lagerung (egal wie abgedroschen das jetzt klingt) ist es auch möglich ohne Verstärkung der Schmerzen einen zügigen Transport durchzuführen.

Die Fahrzeit in die Uni Lübeck z.b. beträgt 25 Minuten laut Maps, ja es ist pauschal und nein ich war nicht dabei... Sind Repositions- und Schienungsversuche eigentlich gescheitert oder überhaupt probiert?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Harun« (13.08.2014, 20:21)


13

13.08.2014, 20:20

Wenn Du den Patienten ohne Analgesie in den RTW bekommst, kein Problem. Sonst mußt Du wohl warten oder im Falle eines rechtfertigenden Notstandes (z.B. wenn der Patient kollaptisch wird) selbst eine Analgesie durchführen.

M1k3

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13.08.2014, 20:22

Wie einfach es wäre, wenn man ohne §34 StGB handeln könnte....
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GuyFawkes

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13.08.2014, 20:24

Wenn Du den Patienten ohne Analgesie in den RTW bekommst, kein Problem. Sonst mußt Du wohl warten oder im Falle eines rechtfertigenden Notstandes (z.B. wenn der Patient kollaptisch wird) selbst eine Analgesie durchführen.

Ich würde fast behaupten, dass die wenigsten RettAss gerne tatenlos auf den Notarzt warten wenn sie den Patienten auch anders versorgt oder einer Versorgung zugeführt kriegen.
Deswegen nehme ich mal einfach an, dass es einen Grund gab warum der Patient nicht sofort transportiert worden ist.

Die Geschichte mit der selbstständigen Analgesie hängt natürlich auch sehr von den Mitteln und Kenntnissen des Personals ab. Ist halt nicht jeder RettAss supergeil... ;-)
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16

13.08.2014, 20:25

So sehe ich das auch. In den meisten Fällen ist es tatsächlich die Unnmöglichkeit einer Manipulation ohne Schmerzmittel.

Harun

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13.08.2014, 20:28

Darauf will ich ja hinaus Ani, ich sehe leider immer wieder wenn ich NEF Fahre das es sich einige Kollegen sehr leicht machen und lieber mit den Händen in den Taschen auf "uns" warten als überhaupt mal Maßnahmen zu probieren die jeder Retter gelernt haben sollte. Oft wird dann bei solchen Teams zusätzlich Zeit damit vertrödelt ein vernünftiges Monitoring und IV an zu basteln.
Wie gesagt im konkreten Fall war ich nicht dabei und ich weiß über meine pauschale Aussage aber ich möchte sie einfach dem gegenüberstellen weil ich es echt nicht mehr hören kann: Wir sind ja nur RettAss, wir können dürfen aber nicht blablabla...

Hilope

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13.08.2014, 23:44

Wenn der Notarzt zu lange braucht, könnte man natürlich auch überlegen, die Standorte besser zu verteilen oder aufzustocken. Aber zum Glück leben wir im 21. Jahrhundert, wo Medizin nichts kostet...

Übrigens, nicht bei allen Traumata reicht die Ketanest-Dormicum-Nummer aus, und ich würde dann gerne mal sehen, wie selbstsicher hier manche auf dem Fußballplatz unter Beobachtung einer nicht unerheblichen Anzahl von Leuten eine Narkose einleiten. Dann erbricht der Patient darunter vielleicht auch noch...

M1k3

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14.08.2014, 00:38

Man kann sich ja einen NA bestellen wenn Keta/ Midazolam nicht reicht. Schmerzen lindern wird's allemal. :)
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Jörg Holzmann

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20

14.08.2014, 00:57

Man kann sich ja einen NA bestellen wenn Keta/ Midazolam nicht reicht. Schmerzen lindern wird's allemal. :)


Dann machs doch einfach, wenn du es draufhast! Was hindert dich?