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GuyFawkes

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1

08.07.2014, 19:35

Mobile Stroke Unit in den USA

Englischer Artikel:

Zitat

A new dedicated stroke ambulance was introduced in Houston, based on similar models in use in Germany. A new study found that the mobile stroke unit in Germany resulted in faster door-to-needle time for thrombolytic therapy.



Nation's First ‘Stroke Ambulance’ Debuts in Houston: New Data from Models in Germany

Nun probieren das also auch die Amis aus.
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M1k3

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2

08.07.2014, 19:37

Die Lobbyisten arbeiten wohl gut.
In England würde sowas wohl an NICE zerschellen...


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GuyFawkes

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3

08.07.2014, 19:46

Ich finde es vor allem spannend, dass trotz der nicht überzeugenden Zahlen aus D das Projekt gestartet wird.

Wobei es natürlich in den USA andere infrastrukturelle Voraussetzungen gibt die den Einsatz vielleicht sinnvoll machen.
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Hilope

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4

08.07.2014, 21:15

Wobei es natürlich in den USA andere infrastrukturelle Voraussetzungen gibt die den Einsatz vielleicht sinnvoll machen.

Da müsste die neurologische Versorgungsdichte aber sehr knapp sein.

Und wer bezahlt denn den Einsatz? Der Patient selbst? 8-o

GuyFawkes

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08.07.2014, 21:18

Na ja, ich dachte halt an extrem ländliche Gebiete wo es halt nicht so viele Stroke Units gibt.

Das mit den Kosten ist natürlich ein interessanter Punkt.
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6

08.07.2014, 21:26

Gerade mal eine ganz spannende Zahl gelesen: Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2011 insgesamt 9,2 % aller Schlaganfälle lysiert. Daß es wenig sind, war mir schon klar, aber daß nur so wenige die Lysekriterien erfüllen hätte ich nicht gedacht.

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Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Monschi (08.07.2014), ihm-al (09.07.2014)

GuyFawkes

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7

08.07.2014, 21:28

Das ist tatsächlich wenig.
Gründe wurden nicht genannt oder?

Ich glaube ja kaum das >80% "falsch" behandelt werden.
Kommen so viele Menschen zu spät wegen Unkenntnis der Dringlichkeit?

Fragen, Fragen, Fragen
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dens

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8

08.07.2014, 21:29

Ani, hast du bitte mal den Link, weil mich der Anteil Thrombus mit Lyse vs Thrombus ohne Lyse vs Blutung interessiert.

9

08.07.2014, 21:35

@GuyFawkes

Wurde nicht näher aufgedröselt. Ich könnte mir vorstellen, daß vor allem der nicht eruierbare oder zu lange zurückliegende Zeitpunkt des Schlaganfalles den Hauptteil der Kontraindikation ausmacht. Neben medizinischen Gründen wie nicht kontrollierbare Hypertension, sofortige OP-Indikation etc...


@dens

Darauf wurde nicht eingegangen. Das Thema des Artikes war der ischämische Schlaganfall. Der Artikel ist in der aktuellen AINS erschienen, einen Link habe ich nicht.

GuyFawkes

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10

08.07.2014, 21:38

Danke. Die AINS ist heute auf dem Schreibtisch gelandet.
Guck ich morgen gleich mal rein. ;-)
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red_cap

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08.07.2014, 21:55

Wobei die Lyserate wohl sehr von Klinik zu Klinik differenzieren kann. Es gibt einige Häuser die schaffen bis zu 25 % Lyserate bei Ischämien.
Es liegt nicht immer am Patientenkollektiv. Habe aber gerade - verständlicherweise (Fussball) - keine Zeit die Studien rauszusuchen.

12

08.07.2014, 21:58

Natürlich, es gibt ja auch Grenzfälle und einen Off-Label-Use. Ob eine höhere Lyserate allerdings für den Patienten sinnvoll ist, kann man daraus nicht entnehmen. Möglicherweise haben solche Kliniken dann mehr Komplikationen.

red_cap

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13

09.07.2014, 08:10

Na klar, das ist ja auch nur logisch. Dennoch meine ich mich zu erinnern, dass bereits einige Prozentpunkte durch eine gute Strukturierung des Ablaufes erreicht werden können.

14

09.07.2014, 09:13

Versteh' ich nicht...

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09.07.2014, 10:03

Ich meine, dass die von Dir genannten Punkte zutreffen und zu einer Erhöhung der Lyserate führen bzw. mit einer solchen Erhöhung einhergehen können.

Dennoch gibt es Kliniken, die eine solche Steigerung der Rate AUCH durch eine Optimierung der Behandlungsabläufe erreichen.

16

09.07.2014, 10:06

Wie zum Beispiel?

red_cap

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09.07.2014, 10:21

Der Startpunkt ist außerhalb des direkten Einflussbereiches der Klinik: Eine gezielte Abfrage durch die zuständige Rettungsleitstelle und eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung im Einzugsbereich.

Klinikintern beginnt es mit einer guten Organisation der Schnittstelle RD/ZNA - inklusive standardisierter Voranmeldung (z.B. Stroke Angel) - sowie einer Straffung der nachfolgenden Abläufe.

Stichworte in diesem Zusammenhang sind u.a. sofortige Vorbereitung der ZNA, Anwesenheit des diensthabenden Neurologen zur Übergabe, Übergabe ggf. direkt im CT (teilweise sogar MRT), Verwendung von eindeutigen Checklisten/Workflows mit klaren Anweisungen, klare Aufgabenverteilung für das Personal (analog eines chirurgischen Schockraums), ggf. Möglichkeit zur Thrombektomie.

Und natürlich die Erhebung aller Daten, insbesondere der notwendigen Zeiten für die einzelnen Abläufe, um diese sukzessiv zu verbessern.


Utopisch, nicht wahr?

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09.07.2014, 10:36

Ich gehe mal zurück zur ursprünglichen Meldung:

der US-RD ist ja in seiner Grundstruktur NA-frei.
Eine mobile stroke-unit setzt aber Personen voraus, die ein CT anfertigen und auswerten können, dazu die Kompetenz der eigentlichen Lyse.
Traut man dies Paramedics zu oder wird es tatsächlich Fachärzte geben, die -ohne Rücksicht auf die Klagefreudigkeit der US-Bürger- und ohne Erfahrungen mit dem System der präklinischen Medizin hier tätig werden?
raphael-wiesbaden

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Selig sind die geistig Armen - nur: kann der Himmel die ganzen Seligen auch wirklich aufnehmen ?

19

09.07.2014, 10:38

@red_cap

Nein, das wird eigentlich in Krankenhäusern mit einer Schlaganfallabteilung schon so gelebt. Die 9,2 % hängen auch sicherlich nicht wesentlich davon ab, ob die Proceduren in dem einen Fall von der Alarmierung bis zur Lyse 10 Minuten länger dauern als woanders, weil irgendwo Checklisten rumhängen. Die Schlaganfallfrühversorgung ist deutlich weniger komplex wie ein Schockraumalarm. Ich sehe eher die Gefahr, daß Häuser, die es besonders gut machen wollen möglicherweise fragliche Lysen durchführen ("Wir können das!") oder auch damit Fallzahlen generieren wollen.

GuyFawkes

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20

09.07.2014, 10:50

Ich gehe mal zurück zur ursprünglichen Meldung:

der US-RD ist ja in seiner Grundstruktur NA-frei.
Eine mobile stroke-unit setzt aber Personen voraus, die ein CT anfertigen und auswerten können, dazu die Kompetenz der eigentlichen Lyse.
Traut man dies Paramedics zu oder wird es tatsächlich Fachärzte geben, die -ohne Rücksicht auf die Klagefreudigkeit der US-Bürger- und ohne Erfahrungen mit dem System der präklinischen Medizin hier tätig werden?


Mein Verständnis ist, dass das Projekt in Houston zunächst mal als 1:1 Kopie des deutschen STEMOs gedacht ist. Also auch inklusive der Besatzung.
Um aber die Kosten zu reduzieren wird in Erwägung gezogen den Arzt durch Telemedizin zu ersetzen.
Dazu ein (englischer) Bericht von FOX 44 WGMB

Ich denke auch den Amerikanern wird klar sein das ein Paramedic bei der Therapie und bildgebenden Diagnostik eines Strokes knapp an seine Grenzen kommen dürfte. Knapp.
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