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Daniel Grein

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1

29.12.2010, 03:41

Hilflose Person stirbt nach Übergabe durch Rettungsdienst an Polizei

Ein 58-jähriger Frankfurter ist am späten Montagabend auf dem Weg zur Ausnüchterung in einem Streifenwagen der Polizei im Hof des Polizeipräsidiums plötzlich zusammengebrochen. Vom sofort verständigten Notarzt und Rettungsdienst musste der Mann reanimiert und in ein Krankenhaus verbracht werden. Hier starb er in den heutigen frühen Morgenstunden.

Der Frankfurter war zunächst im Bereich der Hauptwache als hilflose Person durch eine Rettungswagenbesatzung angetroffen worden. Zu diesem Zeitpunkt wirkte der Mann zwar angetrunken, aber scheinbar keine Indikation für eine Einlieferung in ein Krankenhaus. So übernahm die Streife den wohnsitzlosen Mann, um ihn auszunüchtern und damit er nicht bei den anhaltenden frostigen Temperaturen auf der Straße zurückbleibt.

Die Todesursache soll durch eine noch nicht durchgeführte Obduktion geklärt werden.


Quelle: Pressemeldung der Polizei


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QRS

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2

29.12.2010, 11:09

Da kann man nur hoffen, dass die Kollegen ein gutes Protokoll geschrieben haben.
Wer in andere Fussstapfen tritt hinterlässt im Schnee keine Spuren

Weltreisender

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3

29.12.2010, 11:20

Oder die Obduktion ergibt, dass es etwas ganz anderes war....oder, oder, oder...

... hätte, hätte - Fahrradkette... ;-)

:popcorn:
...mit Legenden ist das so eine Sache...
...manche sind wahr... 8)

krumel

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4

29.12.2010, 12:35

Ist mir ähnlich ehrlich gesagt schon selber passiert...
Hauptbahnhof, betrunkener Client, selbiger etwas am randalieren. Soweit beim recht agitierten aber nicht unbedingt extrem betrunkenen Patienten Diagnostik möglich war nicht erkennbar. Orientiert, Pupillen i.O, BZ, nix zu finden..Nunja, Patienten vorsichtshalber mal bis zur POL Wache mitbegleitet, dort Protokoll geschrieben. Als ich schon im Auto saß und Protokoll schrieb fällt der Praktikantin auf, dass sie ihre Taschenlampe in der Zelle hat liegen lassen..Ne Minute später kommt sie wieder rausgestürmt, der Patient sei jetzt bewusstlos.
Nunja... Patient lag in der Tat mittlerweile mit einem GCS von 3 intubationspflichtig in der Zelle...Volles Programm inkl. Intubation, mit dem NAW&Verdacht SHT (Pupillen aber weiter ohne auffälligen Befund) in den Schockraum. Dort die Diagnose: Apoplex....
Mir ist mein damals noch recht unerfahrener Arsch ordentlich auf Grundeis gegangen.... :fie:

Morpheus

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5

29.12.2010, 12:45

Auch können Menschen in Anwesenheit des RettDienstes aus dem Leben scheiden.
Ich sehe jetzt schon die Konsequenz aus diesen "Vorfall": JEDER Alkoholisierte Klient wird ins Krankenhaus verbracht, die Pol fordert jetzt immer nach. Auch im Krankenhaus versterben, vermeitlich Betrunkene Personen, mangels Diagnostik. Allerdings fällt das weniger auf. Größerer Teppich halt.

Jeder RettD Mitarbeiter hat in seiner beruflichen Laufbahn (mindestens) eine Situation falsch eingeschätzt, das gehört leider dazu. Wo Menschen arbeiten geschehen Fehler. Was uns allerdings unterscheidet ist das Lernen aus solchen "Fehlern".

Wir müssen nicht jeden Patienten gegen seinen Willen befördern, nur um ein besseres Gefühl bei der Sache zu haben. Auch eine normale Transportverweigerung kann kurz nach unserem Abrücken tödlich enden. Hiervon ist niemand geschützt und gehört zum allgemeinen Lebensrisiko.

Aber gerade hier wird wieder einmal klar, wie wichtig (aus forensicher Sicht) eine lückenlose Dokumentation ist.

In diesen Sinne
alles Gute für das Jahr 2011.
Schönen Gruß

Morpheus



Wenn man mit Wissen nicht beeindrucken kann,
verwirre mit Schwachsinn.

Jörg

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6

29.12.2010, 12:52

Dinge passieren. Ich habe ein "Missgeschick" im umgekehrten Fall erlebt: Die Polizei griff eine hilflose Person auf, die betrunken auf der Straße lag, und wollte sie im Bulli zum Ausnüchtern in die Zelle fahren. Auf dem Hof des Polizeireviers angekommen, lag der Mann mit aufgeschlitzem Hals zwischen den Rücksitzen des Bullis. Hätte man ihn bei der Ingewahrsamnahme durchsucht, hätte man sein Leatherman-Tool gefunden. Dank der heldenhaften Intervention des Rettungsdienstes hat der Mann überlebt. ;)

Wie man es auch dreht und wendet, es können immer unvorhergesehene Dinge passieren. Der Versuch, jegliches Lebensrisiko auszuschließen, kostet unser System schon jetzt Unmengen von Ressourcen (und Geld). Damit will ich keinesfalls sagen, dass man nicht jegliche Sorgfalt walten lassen sollte, um Fehler zu vermeiden - aber man kann eben auch nicht immer jede Eventualität berücksichtigen und zu verhindern versuchen. Eine Folge des eingangs genannten Falles wird vermutlich sein (und zwar unabhängig von einer vermeintlichen Schuldfrage), dass zukünftig noch mehr betrunkene Personen zur "Überwachung" in die ohnehin überfüllten Notaufnahmen gefahren werden, weil sich die Polizei nicht zuständig fühlt.

J.

Daniel Grein

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7

29.12.2010, 15:33

Eine Folge des eingangs genannten Falles wird vermutlich sein (und zwar unabhängig von einer vermeintlichen Schuldfrage), dass zukünftig noch mehr betrunkene Personen zur "Überwachung" in die ohnehin überfüllten Notaufnahmen gefahren werden, weil sich die Polizei nicht zuständig fühlt.


Was ja durchaus heute schon mancherorts praktiziert wird, da es auch in der Vergangenheit schon zu solchen Fällen kam, siehe z.B. Rettungsdienst sah keine Behandlungsindikation / 70-jähriger verstirbt in Polizeigewahrsam und Tod in der Ausnüchterungszelle. Viele derartige Vorkommnisse erscheinen vermutlich nicht einmal in der Presse.

Das ist etwas wie die ganzen - aus unserer Sicht oftmals überflüssigen - Transporte aus Altenheimen: Bewohner gestürzt und nach Inaugenscheinnahme durch den Rettungsdienst unverletzt, das Personal besteht aus Gründen der eigenen Absicherung dennoch auf einen Transport. Dieses Thema hatten wir gerade gestern wieder zweifach. Jeder sichert sich das ab: das Pflegepersonal durch die "Einweisung" des Bewohners "zur Untersuchung", das Rettungsdienstpersonal durch den Transport, auch wenn es noch so offensichtlich ist, dass keinerlei Verletzungen vorliegen, sowie das Personal im Krankenhaus, das letztlich überflüssige Untersuchungen durchführt (siehe auch Vorwürfe gegen Krankenhäuser und Ärzte - Milliardenschaden durch falsche Abrechnungen). Das Ganze ist dem System bzw. der zunehmenden Angst geschuldet, sich selbst mit rechtlichen Vorwürfen konfrontiert zu sehen.

Es ist ja durchaus so: die Wahrscheinlichkeit, als RettAss/RS im Mittelpunkt von Ermittlungen zu stehen, scheint in den vergangenen Jahren zugenommen zu haben.


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Jörg

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8

30.12.2010, 00:14

Gerade heute habe ich im RTW-Dienst wieder heiteres Patiententennis gespielt:

Ein Mann sitzt betrunken in einem Zug. Die Bundespolizei greift ihn auf und nimmt ihn mit auf die Bundespolizei-Wache im Hauptbahnhof. Der Polizei-Vertragsarzt rückt an und verneint die Haftfähigkeit/Gewahrsamsfähigkeit. Ein RTW wird gerufen. Wir fahren hin und übernehmen den Patienten (wach, mit Schutzreflexen, nicht aggressiv). Wir fahren ihn ins Klinikum, unterwegs kotzt er uns die Trage voll. In der Zentralen Notaufnahme ist die Freude groß, vor allem, als der Patient anfängt in der Aufnahme rumzulaufen und zu lamentieren. Der diensthabende Internist stellt noch während unserer Übergabe die Haftfähigkeit des Mannes fest und lässt die Polizei rufen. Noch während wir in der Fahrzeughalle den RTW putzen, erscheint die Landespolizei, um den Mann abzuholen und in die Gewahrsamszelle des (Landes-)Polizeireviers mitzunehmen. Alles innerhalb von maximal 45 Minuten.

:prost: Da schlägt mein Steuerzahlerherz Purzelbäume!

Fissi

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9

30.12.2010, 13:39

Mir fehlt hier grad der "Gefällt mir" Button :P
Bei leichten Depressionen hilft ein Bad mit ätherischen Ölen, bei schweren Depressionen ein Bad mit Fön.
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MaMo

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31.12.2010, 08:24

Mir fehlt hier grad der "Gefällt mir" Button :P
Und mir erst, wenn es nicht so ernst wäre, aber sorry ich liege auf dem Boden meines Rechenzentrums und halte mir den Bauch vor lachen! Aber halten wir fest ein Arzt, korrigiert einen Kollegen?! Das erlebt man auch eher selten. Normal werden die Patienten zähneknirschend in der Klinik genommen. Das da mal einer Wirbelkörper besitzt und sagt, "Nein der ist nix für meine oder die Klinik" Sehr gut eigentlich!
Der Inhalt des Textes, möchte keine Lehrmeinung vertreten er stellt eine rein persönliche Ansicht des Autors da. Die Nutzung ausserhalb des Forums ist nicht gestattet.
* 150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz, Aus Liebe zum Menschen * :rtw:

Daniel Grein

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11

31.12.2010, 13:21

Mir fehlt hier grad der "Gefällt mir" Button :P


Im Forum sieht dieser so aus: :positiv:


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Fissi

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02.01.2011, 13:23

:positiv: Stimmt :-P

Ist jemand etwas über das Obduktionsergebnis bekannt? Bei mir wirft sich gerade die Frage auf, ob man im Rahmen einer Obduktion auch noch eine BZ Bestimmung machen könnte und wenn ja, wie aussagekräftig ein solches Ergebnis ist.

edit: Blödsinn verbessert.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fissi« (02.01.2011, 15:36)


Daniel Grein

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02.01.2011, 15:21

Man könnte einen BZ bestimmen und man könnte sogar auf die Idee kommen, die Körpertemperatur zu messen, sofern eine hilflose Person auf dem Boden liegend vorgefunden wurde - insbesondere zu dieser Jahreszeit. Dadurch ließe sich vielleicht so manche böse Überraschung vermeiden. Leider lassen wir uns viel zu schnell vom ersten Eindruck "betrunken" in die Irre führen und werden dadurch leichtsinnig.


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Fissi

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02.01.2011, 15:35

Hmm mein Beitrag war etwas irreführend. Ich meinte die BZ Bestimmung und Rückrechnung (falls möglich) im Rahmen eine Obduktion. Aber wird so weit ich weiß in der Praxis nicht angewandt.
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