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Hauke

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06.12.2018, 21:27

Das mit den Fensterplätzen ist bei vielen Feuerwehren in der Tat so, ich kenne eine FF mit Hauptamtlichen Kräften hier in der Gegend, bei der es, wenn der Rettungsdienst im Spitzenbedarf ausgelastet ist, dazu kommen kann, dass die HLF von beiden Wachen nur mit 1/1/2 ausrücken und der Rest dann mit Löschzügen und Gruppen der FF aufgefüllt wird. Da kommts dann auch schonmal dazu, dass der RTW vor Ort noch Schläuche schmeißen muss bei nem Feuer, auch wenns reine Rettungsdienstkräfte sind.
Danke für die Erläuterung. Das mit den drei Zugführern verstehe ich allerdings auch nicht. Wenn ich aus einer Wache z.B. nur ein ELW und HLF stellen kann, kann dich problemlos von Wache zwei die DLAK und Wache drei das LF kommen, ganz ohne die ELWs der jeweiligen Wachen, oder?
Das hängt soweit ich weiß damit zusammen, dass Hamburg das Konzept mit ELW nicht fährt und der Zugführer auf dem HLF sitzt.


Danke für die Rückmeldung. Ist das denn ein Hamburger Thema oder ist das grundsätzlich in der BF üblich? Ich finde es tatsächlich erschreckend, dass sogar mit 1/1/2 ausgerückt wird. Wir sind uns alle einig, dass es bei der heutigen Technik selbst im Erstangriff selten eine Gruppe braucht, sondern eine Staffel reicht. Aber das finde ich wirklich krass. Das läuft bei uns in der FF eher andersrum: Das erste Fahrzeug fährt mit minimum einer Staffel raus. Da kann es eher sein, dass vom zweiten Fahrzeug (DLK mal ausgenommen) weniger als eine Staffel absitzen.

Ich bin ein wenig sprachlos
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• Fred Rogers

Harris NRÜ

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06.12.2018, 21:53

Ja, das ist durchaus üblich. Unterbesetzte HLF werden mit anderen HLF´s von benachbarten Wachen aufgefüllt, bis die erforderlichen Funktionen vollständig sind. Wie will man denn das auch anders lösen? Dienstverpflichtungen führen zum weiteren Anschwellen der Überstundenkonten und zu einem weiteren Anwachsen des Krankenstandes. Ich fürchte auch, dass hier auch zweierlei Gründe für einen hohen Krankenstand zusammen kommen. Einerseits sind die Belastungen in bestimmten Bereichen enorm. Andererseits ist die Mentalität mancher BF-Beamten aber auch so, dass die ziemlich offen sagen, dass sie sich Krank melden, wenn ihnen irgendwas nicht passt. Du glaubst gar nicht wie oft ich die Worte "na dann bin ich halt krank" gehört habe, wenn sie Druck bekommen haben. Und ich vermute mal, das liegt auch am sicheren (fast) unverwundbaren Nest in dem diese Kollegen sitzen. Ich mache mich damit sicher bei so manchen meiner (verbeamteten) Kollegen unbeliebt. So etwas habe ich jedoch im Angestelltenbereich noch nie beobachten können. Bestimmte Bereiche haben jedoch eine enorme Belastung. Großstadt-Rettungsdienst und Leitstelle sind oft solche Belastungen. Ich weiß auch, dass in manchen Leitstellenbereichen die Erkrankungsquote um das dreifache höher ist wie im restlichen Teil der Stadtverwaltung. Hier muss man sich dann allerdings schon Gedanken darüber machen, wo dran das liegen könnte?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Harris NRÜ« (06.12.2018, 21:57)


Hauke

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07.12.2018, 14:48

Ich habe mich bei dem Kameraden aus der BF nochmals erkundigt. Er sagte, die HLF bleiben immer voll besetzt (also Staffelbesatzung). Bei Krankmeldungen geht als erstes das ELW außer Dienst, dann der Gerätewagen. ZF geht dann aufs HLF.

Es werden keine HLF abgemeldet und auch eine 1/1/2 auf einem HLF hat er noch nicht erlebt.
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07.12.2018, 16:18

Das macht es aber nicht weniger schlimm, wenn rund um das HLF alle Führungs- und Sonderfahrzeuge geschlachtet werden. Letztendlich kommt dabei das Gleiche raus. Das Beispiel mit der Stärke 0/1/1/2 war ja von einer HAW FF, wenn ich mich recht erinnere. Die sind ohnehin nur mit einer Staffel oder Gruppe besetzt. Wenn da wer ausfällt oder der Löschzug-RTW (bzw. Spitzenbedarfretter) raus geht dann ist ganz schnell Schicht im Schacht.

Johannes D.

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07.12.2018, 17:26

Meinem Kenntnisstand nach kommt es zumindest in Hamburg nicht vor, dass ein BF HLF mit weniger als 5 Leuten an Bord fährt. In dem Fall sollte das Fahrzeug außer Dienst gestellt werden...

Leider habe ich die "dann bin ich halt krank" Aussage keineswegs nur von Beamten oder nur bei der Feuerwehr gehört. Für mangelnde Motivation und kindische Trotzigkeit hat leider niemand das Monopol.
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07.12.2018, 18:43

Leider habe ich die "dann bin ich halt krank" Aussage keineswegs nur von Beamten oder nur bei der Feuerwehr gehört. Für mangelnde Motivation und kindische Trotzigkeit hat leider niemand das Monopol.

Im Gegensatz zum Beamten ist dem Angestellten aber besser beizukommen, wenn er so agiert.

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07.12.2018, 19:22

Das würde ich so nicht unterschreiben.

Der Angestellte im öffentlichen Dienst hat lediglich das Problem, dass er ab sechs Wochen Krankmeldung am Stück kein "normales" Gehalt mehr bekommt. Aber ansonsten unterscheidet sich da nicht viel.

Wir hatten auf meiner alten Wache einen Kollegen, der sich sehr regelmäßig krank gemeldet hat. Hatte immer eine gültige Krankschreibung, demnach war dem nicht beizukommen. Was willst du da auch als Arbeitgeber machen? Im öffentlichen Sektor ist eine Kündigung da sehr schwierig.
Zum Thema RTW´s und Feuerwehr:

Die RTW´s generieren im Gegensatz zu den Gerätewagen und den ELW´s Geld, darum werden sie auch vorrangig besetzt und wahrscheinlich wird auch deshalb ein Rückzug aus dem Rettungsdienst bei einer Berufsfeuerwehr wie Hamburg nicht erfolgen.
Retter auf dem Weg zur Erfahrung :rtw:

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07.12.2018, 20:59

Das würde ich so nicht unterschreiben.
Der Angestellte im öffentlichen Dienst hat lediglich das Problem, dass er ab sechs Wochen Krankmeldung am Stück kein "normales" Gehalt mehr bekommt. Aber ansonsten unterscheidet sich da nicht viel.
Da solltest du dich vielleicht noch etwas umfassender informieren.

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07.12.2018, 22:19

Was unterscheidet sich denn, wenn wir über keine langfristige Erkrankung, sondern über immer wieder stattfinde Krankschreibung an einzelnen Tagen reden?
Retter auf dem Weg zur Erfahrung :rtw:

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07.12.2018, 22:45

Die Hürden für eine Kündigung (personen- bzw. krankheitsbedingt) sind nicht so unüberwindbar hoch, einen Beamten komplett rauszuschmeißen bzw. auch nur zu versetzen ist nicht ganz so einfach.

Johannes D.

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08.12.2018, 20:48

Das ist aber auch mehr auf dem Papier relevant. Sicherlich ist die Hürde bei einem Beamten höher. Allerdings ist es auch als Beschäftigter mit einer gewissen Verweilzeit - gleich ob im öffentlichen Dienst oder einem der anderen größeren Tarifverträge - extrem schwer jemanden zu kündigen. Ich kenne viel zu viele Kollegen mit den unterschiedlichsten Emblemen auf der Schulter, die von Kollegen berichten, die mehrfach im Jahr planbar sechs Wochen krank sind. Oder aber stets krank werden, wenn sie für bestimmte Dinge, gleich ob Kollege und unbeliebte Schicht, eingeteilt werden. Wäre es einfach sie loszuwerden, würde das ja zumindest ab und an mal irgendwo passieren. Selbst kenn ich solche Fälle vielleicht sogar auch.

Bei einer einfachen Krankmeldung, die vielleicht auch noch einen mehr oder weniger plausiblen Grund trägt, den der Arbeitgeber eh nicht erfahren muss, ist es gar nicht so leicht, diese anzuzweifeln. Und ein unrechtmäßiges Verhalten muss man mehr als nur unterstellen können, ein Nachweis ist schon erforderlich. Die einzigen Maßnahmen, von denen ich gehört habe, sind die Krankmeldungspflicht ab dem ersten Tag. Das kann aber bei Beschäftigten und bei Beamten erfolgen. Theoretisch gibt es natürlich die Möglichkeit, jemanden wegen fehlender gesundheitlicher Eignung zu kündigen, aber dafür sind die Hürden hoch. Und dann kann man dem Beamten auch die Einsatzdiensttauglichkeit absprechen und ihn auf deine Verwaltungsstelle umsetzen.

PS: Es gibt auch im Bereich der Tarifbeschäftigung gar nicht so selten Verträge, die eine Lohnfortzahlung über sechs Wochen hinaus vorsehen. Es gibt ja nicht überall das gesetzliche Minimum.
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09.12.2018, 08:27

PS: Es gibt auch im Bereich der Tarifbeschäftigung gar nicht so selten Verträge, die eine Lohnfortzahlung über sechs Wochen hinaus vorsehen. Es gibt ja nicht überall das gesetzliche Minimum.
Zum Beispiel in den AVR-Caritas.
Ich bin nur für das verantwortlich, was ich schreibe...
...nicht für das, was Du verstehst!!!

Maverick83

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09.12.2018, 20:24

Wie hoch ist das bei euch?

Grillmaster T

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Gestern, 08:12

Der reguläre Lohn wird aufgestockt, so dass keine Abzüge entstehen. Für die Dauer eines halben Jahres.
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Gestern, 08:18

Ziemlich gut!

Eddy

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Gestern, 15:42

PS: Es gibt auch im Bereich der Tarifbeschäftigung gar nicht so selten Verträge, die eine Lohnfortzahlung über sechs Wochen hinaus vorsehen. Es gibt ja nicht überall das gesetzliche Minimum.
Zum Beispiel in den AVR-Caritas.


Flächendeckend in ganz Deutschland?

Maverick83

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Gestern, 15:45

Nachdem der Tarifvertrag bei allen Maltesern in Deutschland angewendet wird, wohl bei allen Maltesern in Deutschland.

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Gestern, 17:11

War in den guten alten BAT Zeiten im gesamten ö.D. noch so. Dann haben sich die Gewerkschaften gehörig über den Tisch ziehen lassen.

Die Caritas hat sich durch die Tarifkommision einige AN Vorteile erhalten.

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krumel

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Gestern, 17:15

PS: Es gibt auch im Bereich der Tarifbeschäftigung gar nicht so selten Verträge, die eine Lohnfortzahlung über sechs Wochen hinaus vorsehen. Es gibt ja nicht überall das gesetzliche Minimum.
Zum Beispiel in den AVR-Caritas.


Flächendeckend in ganz Deutschland?

Ja, wobei sie ganz gut verstehen es ggf. zu umgehen.