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thh

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101

07.11.2018, 18:00

Ich kenne die genauen Ausführungen des LRettDG in RP nicht. Wenn aber auch dort das Land für die Luftrettung zuständig ist, sollte sie doch die "Macht" besitzen um diese Daten einzutreiben, oder nicht?


Ich formuliere einmal so: die Begeisterung der Verwaltung - und das gilt von den obersten Landesbehörden, d.h. Ministerien, abwärts, aber besonders natürlich auf der Arbeitsebene -, parlamentarische Anfragen zu beantworten, ist überschaubar. Da kommt ja nicht nur eine, sondern viele Dutzend, die "mal eben" umfangreichstes statistisches Material abfragen, wobei dessen Wert oft zweifelhaft erscheint. Natürlich ist es das Recht des Parlaments und auch jedes einzelnen Parlamentariers, solche Fragen an die Regierung zu stellen; es ist aber nicht selten auffällig, dass schon die Fragestellung von wenig Sachkenntnis - und Mühwaltung - zeugt und der damit erzeugte Aufwand offensichtlich von keinerlei Relevanz war.

Die Aufforderung zum Bericht geht dann in einem Fall wie hier von oben nach unten und landet letztlich bei der Kreisverwaltung, die sie beantworten muss. Da gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: dort setzt sich selbst jemand hin und sammelt diese Informationen, oder er lässt es jemanden tun. In beiden Fällen müssen dafür originäre Aufgaben hintenan gestellt werden, und es wird - ggf. viel - Arbeit geleistet, bei der keiner weiß, was damit am Ende gemacht wird. Naheliegenderweise ist die Antwort dann "die Verfügbarkeit der übrigen Hubschrauber ist der ILS nicht bekannt" - was ja durchaus wahr ist - und nicht "wir haben alles stehen und liegen gelassen und für jeden einzelnen Einsatz alle anderen Leitstellen abgefragt". Das ist bei allen kleinen und großen Anfragen so. Sollte möglicherweise hinzukommen, dass die ILS gar kein Interesse hat, diese Informationen verfügbar zu machen, käme das noch hinzu.

Man kann das ja mühelos auf den eigenen Bereich übertragen. Man stelle sich vor, es meldet sich ein Forschungsprojekt und würde gerne wissen, wie oft im vergangenen Jahr periphervenöse Zugänge im Rettungsdienstbereich gelegt wurden, wie sich das prozentual auf den NACA-Score der Einsätze verteilt und in wie vielen Prozent der Fälle jeweils ein Notarzt nachgefordert wurde. Die Geschäfts- oder Amtsleitung des Rettungsdiensterbringers ordnet an, dass das Forschungsprojekt bestmöglich zu unterstützen ist. Jetzt nehmen wir an, dass die Dokumentation auf Papierprotokollen erfolgt, die archiviert werden. Auch hier gibt es zwei Antworten: "Die entsprechenden Daten werden leider nicht statistisch erfasst" und "Kein Problem, der Wachleiter wertet von Hand alle Protokolle aller Fahrzeuge des gesamten Jahres aus und macht eine schöne Excel-Tabelle, er hat ja auch sonst nichts zu tun". Es erscheint mir naheliegend, welche Antwort es geben wird. :)

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Jörg Holzmann (07.11.2018), Harris NRÜ (07.11.2018)

bodo#3

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102

07.11.2018, 18:03

Zitat von »Die Rheinpfalz«

[...]
Gänzlich unbeeindruckt davon geben sich die Verantwortlichen bei den Johannitern: „Wir fliegen weiter." Mit diesen Worten kommentiert der Geschäftsführer der Johanniter Luftrettung, Günther Lohre, Meldungen, nach denen vorerst keine Rettungseinsätze mit dem in Sembach stationierten Hubschrauber geflogen werden dürfen. Es sei offensichtlich, so Lohre, dass es bei der Notfallrettung im Bereich Westpfalz eine Unterversorgung gebe, „und das weiß auch das Land“. Die Zahlen sprächen für sich: seit Beginn des Probebetriebs in Sembach vor zwei Wochen habe es bereits 35 Einsätze gegeben. „Dass der Bedarf so hoch ist, hat allerdings auch uns erstaunt“, so Lohre.

Für die Johanniter sei die Sachlage eindeutig. „Wir haben einen Vertrag mit dem Westpfalz-Klinikum über den Transport von Intensivpatienten, und den werden wir erfüllen“, so der Johanniter-Geschäftsführer.
[...]
Jetzt müsse man nachverhandeln in der Hoffnung, dass die Kassen „ihren Boykott“ aufgeben. „Am einfachsten wäre natürlich, wenn das Innenministerium diesen Standort genehmigen würde“, so Lohre.

Von dem aktuellen Streit um die Kostenerstattung bei Rettungsflügen sieht sich der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, Peter Förster, nicht unmittelbar betroffen. „Unser Vertrag mit den Johannitern ist davon nicht berührt. Wir haben im Jahr schätzungsweise fünf Patienten, die innerklinisch transportiert werden müssen, die Kosten für diese Transorte werden wir selbstverständlich übernehmen."
Quelle

Die Beteiligten geben mittlerweile ja ganz offen zu was das Ziel ist und dass dazu nur ein Vorwand genutzt wird.

Harris NRÜ

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103

07.11.2018, 19:01

parlamentarische Anfragen zu beantworten
Oh, hier haben wir aneinander vorbei gequatscht. Mir ging es gar nicht darum, ob das Parlament eine Anfrage startet, sondern um den "kleinen" Dienstweg zwischen den Behörden. Sprich, wie in meinem Fall, die Aufsichtsbehörde (Innenministerium) eine Anfrage zu einem Hubschrauber in der RTH/ITH-führenden Leitstelle tätigt. Und da geht es sicher eher um das wollen und nicht um das können. Technisch ist das nämlich überhaupt kein Problem um nachvollziehen zu können, was bestimmte Rettungsmittel zu einem bestimmten Zeitpunkt getan haben oder nicht. Oder ob es eine Anfrage gab. Es sei denn, dass die in dem Fall betroffene Leitstelle noch mit Zettel und Stift arbeitet. Wir sind technisch dazu in der Lage, nach bestimmten Begriffen zu suchen, die im Leitrechnerprotokoll eingetragen werden. Und ja natürlich, da ist der Unterschied zum Forschungsvorhaben auf der Rettungswache (handgeschriebenes DIVI-Protokoll). Aber gibt es noch Leitstellen, die über keine EDV-Unterstützung verfügen? Ich denke sie wollen nur einfach nicht.

Eddy

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08.11.2018, 02:50

Mich wundert einwenig, dass die JUH offensichtlich so viel Geld übrig hat, dass man Standorte ohne einen echten Auftrag und damit Kostenerstattung über Monate betreiben kann. Kann jemand abschätzen, welche Kosten da pro Woche /Monat entstehen?

Eddy

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105

08.11.2018, 15:09

Na dann mach dich mal schlau, wie die JUH so finanziell aufgestellt ist....
Under pressure, you don't rise to the occasion. You sink to your level of training.

dens

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14.11.2018, 17:18

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Zitat

RP Gießen warnt vor unzulässigen Werbern für angeblich weiteren Rettungshubschrauber in Hessen

Gießen. Das Regierungspräsidium Gießen warnt vor einer unzulässigen Sammlung. Mit deren Erlös soll angeblich ein weiterer Rettungshubschrauber in Hessen stationiert werden. Das RP Gießen ist als Mittelbehörde verantwortlich für die Umsetzung der Luftrettung in Hessen. Dabei ist bekannt geworden, dass vermeintliche Mitarbeiter einer Firma unter dem Namen TC Medical Air Ambulance für den Kauf von Mitgliedschaften werben. Dabei wird der Eindruck erweckt, eine finanzielle Unterstützung finanziere die weitere Stationierung eines Rettungshubschraubers mit. Angeblich würde das Land Hessen bei einer Mitgliedschaft 170.000 Euro zu den behaupteten Kosten von 3.500.000 Euro für einen neuen Rettungshubschrauber beisteuern.

DocJojo

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29.11.2018, 09:07

Und das Rad dreht sich weiter...

Bericht Rheinpfalz

Jetzt wollen alle nen Flieger...immerhin mal was anderes als ständig neue NEFs zu stationieren - wobei das natürlich auch daran liegen kann, dass sich die vorhandenen nicht selten abmelden, weil die Kliniken keinen NA stellen wollen/können/müssen...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DocJojo« (29.11.2018, 09:11)


DaniRA

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29.11.2018, 14:14

Hi!
Mittlerweile dreistellige Einsatzzahlen.... Wie die wohl zustande kommen? :eyeroll:

ich hoffe doch die KK zahlen immer noch nicht.
Grüße Dani
Wenn man tot ist, ist das für einen selbst nicht schlimm, weil man ja tot ist. Schlimm ist es aber für die anderen...
Genau so ist es übrigens wenn man doof ist...

bodo#3

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01.12.2018, 18:08

Zitat

Die Johanniter-Luftrettung hatte erst am 22. Oktober einen Hubschrauber für Patientenverlegungen am Westpfalz-Klinikum in Sembach bei Kaiserslautern stationiert, der seitdem auch eine dreistellige Zahl an Notfalleinsätzen geflogen ist – allerdings nicht im Saarland, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle sagt. Die Leitstelle habe keine Informationen, weder zu Sembach noch zu den Plänen in Zweibrücken.

Der Johanniter-Hubschrauber könnte heute auch am Homburger UKS stehen, wie Dr. Philipp Lepper, Leiter der pneumologischen Intensivmedizin und Leitender Oberarzt der Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin, erklärt. Ein gemeinsames Konzept sei schon erarbeitet gewesen. Doch war das UKS nicht gewillt, so lässt Lepper durchblicken, so Fakten zu schaffen, wie es die Johanniter am Westpfalz-Klinikum getan haben. „Wir hatten uns entschieden, die korrekten Wege einzuhalten“, so Lepper, „die sehen nunmal vor, dass das Innenministerium des Saarlandes der Ansprechpartner ist.“ Man wisse nicht, was die Johanniter letztlich dazu bewogen habe, von der sehr engen Kooperation mit dem Uniklinikum abzurücken. Er betont aber, man werde mit jedem Hubschrauberanbieter zusammenarbeiten.
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dens (01.12.2018), thh (01.12.2018), Matthias Wenzel (03.12.2018)

henni277

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03.12.2018, 20:22

Na dann mach dich mal schlau, wie die JUH so finanziell aufgestellt ist....


Nur aus Neugier....was meinst du genau??