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_BC_

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21

18.03.2018, 22:28

Der Chirurg kann auch für (begrenzt) allgemeinärztliche Tätigkeiten herangezogen werden.

Logisch kann man sie dafür heranziehen, die Frage ist nur ob das wirklich was bringt und sinnvoll ist?
Ein internistischer Patient der von einem Chirurgen nur mäßig versorgt wird ist für das System kein wirklicher Gewinn, vor allem wenn dann der Internist hinterher rennen muss um entsprechende Fehler wieder auszubügeln.

Erst wenn wochenlang als Headliner in der Presse steht, dass die Kliniken überlastet sind, dass die Notaufnahmen volllaufen und das Personal untergeht, erst dann wird sich der notwendige Druck aufbauen.

Dann wird man weiterhin mit steigenden Kosten, steigender Belastung für Arbeitnehmer und vor allem die Arbeitgeber, einen Bettenüberschuss außerhalb der kleinen Spitzen, einen Bettenüberschuss im Vergleich zum Ausland reden und und und. Am Ende wird man dann wieder beim altbewährten bleiben und wegen Überkapazitäten; finanziellen Druck und Co. eher weiterhin Betten und ganzen Krankenhäuser streichen.

Im übrigen auf die Überlastung von Schwestern und Ärzte, die mangelnde Qualität der Versorgung und ähnliches durch die Kranken auch auf deren Seite bist du mal überhaupt nicht eingegangen. Diese Problem gibt im Moment auch sehr akut und auch das gefährdet die Gesundheit bzw. das Leben einiger und darüber spricht man im Moment gar nicht.

Monkeyface

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22

19.03.2018, 15:05

Man könnte sie auch staatlich finanzieren, das ist klar. Spart man das Geld dann bei der Kinderbetreuung, der Ausbildung oder doch bei der Sozialhilfe ein?
Mir ist nicht klar, warum ein Gesundheitssystem teuerer werden sollte, wenn der finanzielle Anreiz möglichst viele Maßnahmen durchzuführen wegfiele und am Ende kein Gewinn übrig bleiben muss. Aber die Diskussion führt vermutlich etwas zu weit ;)

Eddy

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23

19.03.2018, 18:04

Wie du schon sagst, aus Sicht der Krankenhausbetreiber macht es Sinn OPs laufen zu lassen und keine Reserven zu bilden. Aus gesellschaftlicher Sicht ist das halt eher uncool. Vielleicht sollte man mit Daseinsfürsorge eben doch kein Geld verdienen.


Man könnte sie auch staatlich finanzieren, das ist klar. Spart man das Geld dann bei der Kinderbetreuung, der Ausbildung oder doch bei der Sozialhilfe ein? ;)


Zumal staatlich finanzierte Systeme eher selten für ihren wirtschaftlichen Betrieb bekannt sind. Der goldene Mittelweg wird also immer noch gesucht.

Eddy

Falkenzucht

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24

20.03.2018, 09:12


Man könnte sie auch staatlich finanzieren, das ist klar. Spart man das Geld dann bei der Kinderbetreuung, der Ausbildung oder doch bei der Sozialhilfe ein? ;)
Wenn man alle bürgernahen Leistungen an die Kommunen auslagert und damit denen die Kosten zuweist, funktioniert das nicht. Das sieht man bei den von Dir genannten Beispielen wie Kinderbetreuung, Schulen, Sozialhilfe, ÖPNV etc.
Den Bundesländern geht es meist schon besser (zumindest unsere beiden gehören dazu). Und der Bund schreibt stolz seine schwarze Null bzw. hat sogar Mehreinnahmen. Vielleicht sollte die Finanzierung, zumindest zu Teilen, von oben nach unten erfolgen. Dabei muss aber dann auch sichergestellt werden, dass bei den Bundesländern nicht wieder der größte Teil hängen bleibt, sondern auch bei den Kommunen und den dortigen Kliniken ankommt. Dann muss auch kein Angebot gestrichen werden.

bodo#3

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25

20.03.2018, 09:38

Wie du schon sagst, aus Sicht der Krankenhausbetreiber macht es Sinn OPs laufen zu lassen und keine Reserven zu bilden. Aus gesellschaftlicher Sicht ist das halt eher uncool. Vielleicht sollte man mit Daseinsfürsorge eben doch kein Geld verdienen.


Man könnte sie auch staatlich finanzieren, das ist klar. Spart man das Geld dann bei der Kinderbetreuung, der Ausbildung oder doch bei der Sozialhilfe ein? ;)

Oder man muss einfach die marktwirtschaftliche/neoliberale Denke über Bord werfen und sagen, dass eines der reichsten Länder der Welt durchaus die Mittel dazu hätte Gesundheitswesen, Kinderbetreuung, (Aus)bildung, Sozialhilfe und alles andere locker zu finanzieren. Man muss es nur wollen. Das System will aber lieber, dass Prozesse optimiert und Gewinne maximiert werden. Dann bleiben die Menschen halt auf der Strecke. Und zwar in allen Bereichen: Gesundheitswesen, Kinderbetreuung, (Aus)bildung, Sozialhilfe usw.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bodo#3« (20.03.2018, 12:25)


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Alrik

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20.03.2018, 13:49

Dann erklär mal schnell, wie das finanziert werden soll, ohne den Mittelstand noch weiter kaputtzubesteuern.
Nicht dass ich deinen Ansatz unsympathisch finde, ich halte das nur nicht für realisierbar.

securo

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27

20.03.2018, 14:58

Dann erklär mal schnell, wie das finanziert werden soll, ohne den Mittelstand noch weiter kaputtzubesteuern.


Zum Beispiel könnte man die bestehenden Steuereinnahmen taktisch vernünftig einsetzen.
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28

20.03.2018, 15:53

Dann erklär mal schnell, wie das finanziert werden soll, ohne den Mittelstand noch weiter kaputtzubesteuern.
Nicht dass ich deinen Ansatz unsympathisch finde, ich halte das nur nicht für realisierbar.

Erstmal ließen sich enorne Summen durch das ganze überflüssige Bürokratiekonstrukt des Gesundheitswesens sparen. KV-Beiträge in Steuern umwandeln oder eine Einheitskrankenkasse. Ansonsten mag man von vielen Ideen der LINKE nicht viel halten - so wie ich - aber grundsätzlich hat unser Steuersystem ja wenig mit Gerechtigkeit zu tun, da gibt es durchaus Möglichkeiten mehr Einnahmen zu generieren ohne das es auch nur irgendeinem schlechter geht.

Alrik

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20.03.2018, 17:09

Man kommt ja relativ schnell auf die Idee, Wohlhabende und Unternehmen mehr zur Kasse zu bitten. Ob man damit langfristig der Allgemeinheit etwas Gutes tut, sei mal dahingestellt.

Dorsk

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20.03.2018, 17:20

Erstmal ließen sich enorne Summen durch das ganze überflüssige Bürokratiekonstrukt des Gesundheitswesens sparen.


Sozialverträgliche Digitalisierung ist da ein Stichwort.

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20.03.2018, 17:36

Erstmal ließen sich enorne Summen durch das ganze überflüssige Bürokratiekonstrukt des Gesundheitswesens sparen.


Sozialverträgliche Digitalisierung ist da ein Stichwort.

Ne, Abschaffung von über 200 Krankenkassen. Eine einzige bei der alle versichert sind reicht. Selbst die ist zu viel. Gesundheitseinrichtungen aus Steuergeldern finanzieren und die Behandlungen kostenlos machen.

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Jörg Holzmann

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20.03.2018, 17:38

Erstmal ließen sich enorne Summen durch das ganze überflüssige Bürokratiekonstrukt des Gesundheitswesens sparen.


Sozialverträgliche Digitalisierung ist da ein Stichwort.

Ne, Abschaffung von über 200 Krankenkassen. Eine einzige bei der alle versichert sind reicht. Selbst die ist zu viel. Gesundheitseinrichtungen aus Steuergeldern finanzieren und die Behandlungen kostenlos machen.


Klappt in Großbritannien ja super. Die lieben den NHS...

Jörg Holzmann

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20.03.2018, 17:40

Im Ernst: Ich bin immer skeptisch, wenn sich eine Lösung ganz einfach anhört.

Alrik

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20.03.2018, 17:55

Und das Thema ist zu vielschichtig, als dass ich da an einfache Lösungen glauben oder mir eine fundierte Meinung dazu erlauben möchte.

bodo#3

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20.03.2018, 18:06

Im Ernst: Ich bin immer skeptisch, wenn sich eine Lösung ganz einfach anhört.

Hat ja niemand behauptet, dass es einfach wäre. Nur komplizierter und schlechter als jetzt geht es kaum.

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20.03.2018, 22:00

Erstmal ließen sich enorne Summen durch das ganze überflüssige Bürokratiekonstrukt des Gesundheitswesens sparen.


Sozialverträgliche Digitalisierung ist da ein Stichwort.

Ne, Abschaffung von über 200 Krankenkassen. Eine einzige bei der alle versichert sind reicht. Selbst die ist zu viel. Gesundheitseinrichtungen aus Steuergeldern finanzieren und die Behandlungen kostenlos machen.


Klappt in Großbritannien ja super. Die lieben den NHS...



Die NHS wird aktuell kaputt gespart von garstigen pissern. Tatsächlich ist man trotz allem stolz auf das Konstrukt. Die Amis haben regelrecht Angst vor so einem sozialistischen Konzept. ;)
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20.03.2018, 22:06

Ich glaube dass fast jedes System mit einer wirklich guten Finanzierung brauchbar wird egal ob das jetzt wie das NHS oder die deutschen Krankenkassen oder oder ausgestaltet ist. Wenn die ganze Zeit nur noch von Kostenminimierung und nicht Kostenoptimierung die Rede ist und dann die Kostenminimierung zum Kaputtsparen wird, braucht einen nichts mehr wundern, denn dann geht das System kaputt egal wie es organisert ist.