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Daniel Grein

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07.02.2018, 18:06

Koalitionsvertrag von Union uns SPD: Auswirkungen für das Rettungsfachpersonal?

Ich zitiere meine Facebook-Meldung:

Da ist er nun, der Koalitionsvertrag von Union und SPD. Eines der großen Themen darin ist die Stärkung der Pflege(-berufe), was natürlich sehr zu begrüßen ist. Die Ausbildung der Hebammen soll zudem akademisiert werden. Sucht man nach Punkten, die auch das Rettungsfachpersonal direkt betreffen könnten, so findet man lediglich einen, jedoch nicht unwesentlichen:

Zitat

"Für die zukünftigen Herausforderungen des Gesundheitswesens ist die Aufgabenveteilung der Gesundheitsberufe neu zu justieren und den Gesundheitsfachberufen mehr Verantwortung zu übertragen"


Während sich die künftige Regierung für eine Verbesserung der Berufsbedingungen in der Pfelge (u.a. Bezahlung) ausspricht, findet das Personal in den Rettungsdiensten zumindest im Koalitionsvertrag keine Beachtung. Es bleibt also abzuwarten, wie weit sich dies auch auf den Rettungsdienst auswirken wird.

Darüber hinaus findet sich folgender Passus:

Zitat

"Zur Verbesserung der Notfallversorgung wird eine gemeinsame Sicherstellung der Notfallversorgung von Landeskrankenhausgesellschaften und Kassenärztlichen Vereinigungen in gemeinsamer Finanzierungsverantwortung geschaffen. Dazu sind Nofallleitstellen und integrierte Notfallzentren aufzubauen."

Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2…rag-spd-cdu-csu


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raphael-wiesbaden

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07.02.2018, 18:53

Ein auf Bundesebene geltender Koalitionsvertrag möchte in die Autonomie von Ländergesetzgebungen und Ärztekammern eingreifen.

Wenn das Thema nicht so traurig wäre könnte man brüllen vor Lachen.
raphael-wiesbaden

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SeraNRÜ

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07.02.2018, 20:11

Die Ausbildung der Hebammen soll zudem akademisiert werden
Die Akademisierung der Hebammen ist nun nix neues aus dem Koalitionsvertrag sondern steht schon länger fest.
"Frauen, die geboren haben und Hebammen, die Geburten begleiten, sind diejenigen, die uns am meisten über Geburt zu sagen haben.
Gleichzeitig sind sie aber auch diejenigen, die am wenigsten gehört werden."
Oja Ploil, Soziologin (1991)
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Analyse_drücken

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07.02.2018, 21:58

Ist diese Akademisierung von Geburtshelfern notwendig?

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07.02.2018, 22:41

In Ö haben wir das schon länger (inzwischen gibts auch (3-jährige) Pflege nur noch als BSc). Grundsätzlich eine gute Sache und es hat dem Beruf sicher sehr gut getan.

raphael-wiesbaden

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07.02.2018, 23:24

Ich sehe in der Akademisierung von Hebammen wenig Sinn.

Führen Sie zu mehr BewerberInnen?
Sorgen Sie für eine leistungsgerechte Bezahlung, auch bei ambulanter Ausübung des Berufes?
Sorgen Sie dafür, daß eine Hebamme nicht nur für ihre Versicherung arbeitet?
Werden "Nebentätigkeiten" wie Beratung, Hausbesuche usw. endlich aufgewertet - in einer Zeit, wo familiäre Hilfe beim ersten Kind nicht mehr selbstverständlich ist?

P.S.
Die Akademisierung in der Pflege führt bisher m.E. nur dazu, daß Menschen mit sehr wenig praktischer Berufstätigkeit die Laufbahntreppe hochpurzelten.
Die mühsam erreichten Pflegeziele, die einen Menschen als Ganzes betrachten und nicht nur als isoliertes Organproblem...sie sind mit den Fallpauschalen von jetzt auf gleich unqualifiziertemund ebenso minderbezahlten Mitarbeitern übertragen worden.
Im Spiel "Pflege kann ja jeder" sind ASB-DRK-JUH-MHD übrigens Mitspieler.
raphael-wiesbaden

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Manne (07.02.2018)

SeraNRÜ

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08.02.2018, 05:44

Von meiner persönlichen Meinung her sehe ich keinen Sinn darin die Ausbildung zu akademischeren, im Gegenteil.
Anstatt ein Studium was noch mehr Frauen den Weg zu dieser Ausbildung verschliesst wäre es in meinen Augen sinnvoller:

- die Ausbildung bleibt bei 3 Jahren und wird kein Studium
- die Ausbildung auch in Teilzeit wie bei den GuK´s angeboten wird (anstatt 3 Jahre lernt man eben 4 Jahre)

Das Studium wird den massiven Mangel an Hebammen nicht beheben.
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olleHoop

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08.02.2018, 09:32

Ich finde eine Akademisierung vieler Berufe zwar nicht unbedingt inhaltlich sinnvoll oder notwendig, aber im Zuge des aktuellen Zeitgeistes trotzdem erforderlich.
Mehr als 50% aller Schulabschlüsse sind mittlerweile Abitur oder Fachabitur, in vielen Fällen das erste Mal in der Familiengeschichte, und daran sind gewisse Erwartungen geknüpft. Ich glaube, dass der Zug abgefahren ist, einen schulischen Ausbildungsberuf als gleichwertig attraktiv zum Studium darzustellen, obwohl er vielen Fällen sogar bessere berufliche Aussichten bietet.

Aus meiner ehemaligen Klasse haben 3 Mitschülerinnen Physiotherapie an einer privaten FH studiert. Über die Sinnhaftigkeit, gerade im finanziellen Sinne, kann man sich sehr gut streiten, aber keine der 3 hätte den reinen Ausbildungsberuf ergriffen.

Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass man durch eine Akademisierung ein größeres Reservoir an Interessierten erreichen kann, die thematisch interessiert sind, aber eben unbedingt studieren wollen. Insbesondere in Form von dualen Modellen könnte das für viele Berufe die Zukunft sein, gerade im Gesundheitswesen, wo zudem die theoretischen Anforderungen doch merklich gestiegen sind.

Maverick83

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08.02.2018, 12:47

Eine Akademisierung versperrt den Weg zu dem Beruf für Haupt- und Realschüler. Und das sind ja genau die, welche praktische Berufe ergreifen sollen. Von daher finde ich das eher schwierig.

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08.02.2018, 14:16

Ich glaube, dass der Zug abgefahren ist, einen schulischen Ausbildungsberuf als gleichwertig attraktiv zum Studium darzustellen, obwohl er vielen Fällen sogar bessere berufliche Aussichten bietet.


Hervorhebung durch mich

Die Antwort darauf kann aber nicht sein, immer mehr Leute auf die Gymnasien und an die Unis zu schicken und eigentliche Lehrberufe zu akademisieren. Dann können wir unser derzeitiges Schulsystem auch abschaffen und einfach eine Gesamtschule machen.
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Daniel Grein

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08.02.2018, 15:24

Inzwischen gibt es die finale Version des Koalitionsvertrags. Darin findet sich auch folgender Passus:

Zitat


Der Einsatz von qualifizierten nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen, die delegierte ärztliche Leistungen erbringen, soll flächendeckend ermöglicht und leistungsgerecht vergütet werden. Modellvorhaben zur Erprobung neuer Formen der Substitution ärztlicher Leistung sollen aufgelegt und evaluiert werden. Je nach Ergebnis werden sie in die Regelversorgung überführt.
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/StatischeSeiten/Breg/koalitionsvertrag-inhaltsverzeichnis.html


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08.02.2018, 23:27

Heisst also übersetzt: „Wir setzen eine Gruppe von Experten ein, die (teilweise) von ärztlicher Standespolitik geprägt sind, um etwas herauszufinden, was andere Staaten mit vergleichbarer Gesellschaftsordnung und ähnlichen Gesundheitsstrukturen seit Jahrzehnten (erfolgreich) praktizieren.“ Im Anschluss sucht man Gründe, warum dies unmöglich umsetzbar ist.
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09.02.2018, 08:42

Akademisierung ist ja schön und gut, aber m.E. bringt das nur Frustration. Was sagt denn der selbstfinanzierte studierte Physiotherapeut, wenn er merkt, dass er als Praxismitarbeiter genauso viel verdient, wie der regulär ausgebildete? Duale Studiengänge finde ich persönlich gut. Aber nur für Studiengänge, die es ausschließlich als Studium gibt. So werden bei unserer Kommune mittlerweile Bauingenieure, Wirtschaftsinformatiker etc. zum Studium dual eingestellt. Warum soll ein duales Studium GuK her, wenn die Ausbildung doch schon dual ist? Gerade in der Pflege studieren viele Pflegewirt etc. weil sie sich bessere Perspektiven erhoffen. In der Realität ist es in unseren Kliniken mittlerweile so, dass durch die Flut an studierten Pflegekräften sogar Stationsleitungen mit Hochschulabsolventen besetzt werden. Früher hat hier ein Kurs gereicht. Mindestens eine Klinik in München fordert von ihren "Bestandsleitungen" in der Pflege, dass sie sich nachqualifizieren (B.A. machen), wenn sie mittelfristig in der Leitung bleiben wollen. ALDI etc. das gleiche. Früher bist du als erfolgreiche Einzelhandelskauffrau intern geschult worden und bist zur Filialleitung aufgestiegen, heute nur noch als Hochschulabsolvent der eigenen dualen Studienausbildung. So wie die Abiturienten in die Ausbildungsberufe drängen, so drängen die Uniabgänger in Bereiche, die vorher auch "von unten her" erreichbar waren. Jedoch ohne Anpassung der Löhne.
Und zu den Hebammen. Hier hat man jahrzehntelang unter Bedarf ausgebildet. Hier war es ja einfacher einen Medizinstudienplatz zu bekommen, als einen Ausbildungsplatz als Hebamme. Da brauchte es dann nur noch eine Kleinigkeit, wie die Haftungsfrage und schon wars vorbei.

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11.02.2018, 12:38

Für mich ist diese Akademisierung ein leichtes Reizthema. Es geht schlichtweg am Sinn eines Studiums vorbei, wenn man damit handwerklich arbeiten soll. Das Problem ist natürlich mal wieder multifaktoriell. Klar ist der Anspruch an Abiturienten irgendwo da, etwas "sinnvolles" mit dem Schulabschluss anzufangen. Wer will schon ein Leben lang der Meinung sein, er hätte mehr aus sich machen können. Letztendlich ist das bei vielen Studiengängen aber irgendwie mehr Schein als Sein.
Ich denke das Problem liegt in der Gesellschaft. Meiner Meinung nach ist die Arbeit eines engagierten Hilfsarbeiters mehr wert, als wenn ein Studierter sich bocklos durch den Tag pfuscht. Letztendlich sind es einfach unterschiedliche Aufgaben, die unterschiedliche Anforderungen haben. Danach sollte man gehen. Es wird ganz gut ersichtlich, wenn man sich die verschiedenen Arbeitstypen anschaut (siehe hier , ganz unten).

Am schlimmsten sind aber Akademiker in Führungspositionen. Menschenführung ist in vielen Studiengängen kaum bis gar nicht Bestandteil. Sowas muss man lernen und dafür braucht es kein Studium. Alleine die fachliche Komponente ist natürlich wichtig, wenn es darum geht wichtige Entscheidungen zu treffen. Aber letztendlich kann eine Führungskraft nicht von allem eine Ahnung haben und sollte eigentlich dafür sorgen, dass die Experten eine gute Lösung finden können.
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12.02.2018, 08:48

Früher hat hier ein Kurs gereicht. Mindestens eine Klinik in München fordert von ihren "Bestandsleitungen" in der Pflege, dass sie sich nachqualifizieren (B.A. machen), wenn sie mittelfristig in der Leitung bleiben wollen. ALDI etc. das gleiche. Früher bist du als erfolgreiche Einzelhandelskauffrau intern geschult worden und bist zur Filialleitung aufgestiegen, heute nur noch als Hochschulabsolvent der eigenen dualen Studienausbildung.



Mittlerweile hat man erkannt, dass Führung weit mehr bedeutet, als das was man mal eben in einem Kurs beibringen kann. Steigende Komplexität, Schnelllebigkeit etc. verlangen ganz andere Blickwinkel. Nicht umsonst unterscheidet man heute zwischen Fach- und Führungskräften. Die Leitung ist mittlerweile ein eigenes Berufsbild und nicht mehr nur ein Mitarbeiter der das Fachgebiet besonders gut beherrscht. Der besonders schnelle Kassierer oder medizinisch sehr versierte OP-Pfleger ist nicht automatisch auch gleich eine Führungskraft mit dem dafür nötigem Wissen und Gespür.

bodo#3

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12.02.2018, 12:26

Der besonders schnelle Kassierer oder medizinisch sehr versierte OP-Pfleger ist nicht automatisch auch gleich eine Führungskraft mit dem dafür nötigem Wissen und Gespür.

Das mag bei Aldi oder im OP korrekt sein, aber wer soll besser geeignet für die Führungsposition in einer HiOrg und die Leitung von Dutzenden von Mitarbeitern sein als der, der immer den Hof gefegt hat. Schließlich hat der ja such die Patenschaft für den KatS-KTW und der ist trotz seiner 21 Jahre ja picco bello. Außerdem ist er am längsten da und weiß wie der Laden läuft. Die Hälfte für den Wochenendkurs „Dienstplanung leicht gemacht“ bei der hiorgeigenen Schule tut der KV dann dazu. Voraussetzung er nimmt dafür Überstunden.

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12.02.2018, 16:12

Zitat


Mittlerweile hat man erkannt, dass Führung weit mehr bedeutet, als das was man mal eben in einem Kurs beibringen kann. Steigende Komplexität, Schnelllebigkeit etc. verlangen ganz andere Blickwinkel. Nicht umsonst unterscheidet man heute zwischen Fach- und Führungskräften. Die Leitung ist mittlerweile ein eigenes Berufsbild und nicht mehr nur ein Mitarbeiter der das Fachgebiet besonders gut beherrscht. Der besonders schnelle Kassierer oder medizinisch sehr versierte OP-Pfleger ist nicht automatisch auch gleich eine Führungskraft mit dem dafür nötigem Wissen und Gespür.


Ich stimme Dir absolut zu, dass nicht alle gleich geeignet sind. Dies ist aber eine Frage der Personalauswahl. Wenn hier in der Vergangenheit die falschen Personen ausgewählt wurden, liegt's am Verfahren und nicht an der Art der Führungskräfteschulung. Bei uns hat es auch gedauert, aber mittlerweile müssen alle, die Leitungsfunktionen übernehmen wollen, ein mehrtägiges Assessment erfolgreich bestehen. Gute Note und positiver Vermerk in der Beurteilung sind nicht mehr ausreichend.
Mit dem verbindlichen Studium mache ich ein System für geeignete Mitarbeiter aus den eigenen Reihen schwerer erreichbar. Klar soll es für geeignete Quereinsteiger offen sein, aber auch für Aufsteiger. Und wo es schon funktionierende duale Ausbildungen gibt, brauch ich kein Studium.

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