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M1k3

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21

03.03.2017, 18:50

Der Schnupfen kriegt doch aber IV Zugang, Blutentnahme, Vitalwerte, 12 Kanal EKG, Sono, und ein thorax röntgen in 2 Ebenen, bevor sich jemand bequemt ihn mit Schnupfen zu entlassen ;)


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thh

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22

03.03.2017, 18:50

Zitat

Würde man den Patienten darauf aufmerksam machen, dass er mit seiner Lapalie zwar in der Notaufnahme behandelt werde, aber sofern er damit nicht doch lieber bei der nächsten Öffnungszeit zum Hausarzt geht, die Kosten selbst tragen müsse, dann könnte sich ein Umdenken wieder einstellen. Allerdings rede ich dann nicht von 30 Euro sondern vom regulären Selbstzahlersatz. Schnupfen muss nicht Freitag Nacht um drei Uhr therapiert werden. Montag um zehn reicht völlig.


Das wäre durchaus ein gangbarer Weg, ja. (Der dann auf die praktischen Schwierigkeiten mit Zahlungsfähigkeit und -willigkeit stößt, aber grundsätzlich bin ich da ganz bei Dir.) Ich sehe das aber nur kommen, wenn die Kliniken solche Leistungen selbst nicht mehr mit den Trägern der GKV abrechnen können.

schno

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23

03.03.2017, 19:15

dann empfehle ich:

Vor kurzem selbst erlebt, von einem ausländischer Patient wurde an der Anmeldung der Ambulanz vor! Behandlungsbeginn zunächst 250,- € in bar Sicherheit verlangt. Das der Patient eine Auslandskrankenversicherung hatte interessierte nicht. Er erhielt den Hinweis, das er die Rechnung später einreichen könne.

securo

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24

04.03.2017, 00:16

Ich würde den Begriff des "Missbrauchs" einer Notaufnahme eher vermeiden. Eine Notaufnahme ist nicht nur für
zeitkritische Patienten da und ist auch nicht ausschliesslich dem potentiell stationären Patienten vorbehalten.
Viele Patienten unserer Notaufnahme kommen berechtigterweise zu uns, werden ambulant behandelt und nutzen die Anschlussbehandlungen unserer Klinik (Nachkontrollen, Wundsprechstunde, Ergotherapie, Physiotherapie).
Natürlich kommen Patienten in die Notaufnahme, die nach der professionellen Einschätzung zum
Hausarzt gehören (die aber ausserhalb der Öffnungszeiten des Hausarztnotfalls trotzdem behandelt werden). Aber die meisten Patienten geben an, dass der Hausarzt erst in einer Woche erst Zeit hätte, oder der HA sie sogar direkt ins Krankenhaus geschickt hat.
Der eitriger Abszess im Rachen gehört in die Hand des Hausarztes, aber wer will wirklich eine Woche damit warten ?

Der Versuch, dies über die Kosten zu regeln, scheitert übrigens meistens, unsere Patienten bekommen eine Rechnung - und kommen wieder. Was tatsächlich funktioniert ist der Hinweis, dass der Hausarztnotfall nur 1/3 kostet.
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Johannes D.

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25

04.03.2017, 00:32

Der Schnupfen kriegt doch aber IV Zugang, Blutentnahme, Vitalwerte, 12 Kanal EKG, Sono, und ein thorax röntgen in 2 Ebenen, bevor sich jemand bequemt ihn mit Schnupfen zu entlassen ;)


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Das wäre dann schon ziemlich mies gelaufen. Aber ich gehe jede Wette ein, dass auch du es nicht schaffst, in zwei Minuten und ohne jedes Hilfsmittel einigermaßen sicher eine Rhinitis diagnostizieren zu können. Gut, du bist kein Arzt, ich gebe dir 50% Zeitbonus. Du kriegst damit sogar drei Minuten.
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Andrechen (12.03.2017)

thh

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26

04.03.2017, 10:45

Zitat

Ich würde den Begriff des "Missbrauchs" einer Notaufnahme eher vermeiden. Eine Notaufnahme ist nicht nur für
zeitkritische Patienten da und ist auch nicht ausschliesslich dem potentiell stationären Patienten vorbehalten.


Doch, eigentlich schon. Die ambulante Versorgung ist nicht Aufgabe des stationären Sektors, sondern der Vertragsärzte.

securo

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27

04.03.2017, 13:49

Eigentlich schon, ja. Wenn ich mich richtig erinnere, hat man diese Regelung Ende der 90er oder Anfang der 2000er Jahre getroffen. Das heisst, sie wurde bald 2 Jahrzehnte nicht umgesetzt und eingehalten. Das passiert bei weltfremden Vorgaben gelegentlich, meist nicht grundlos.
Faktisch ist dies überhaupt nie umsetzbar gewesen, nicht jeder ambulante Patient kann in einer gut ausgestatteten KV-Praxis adäquat behandelt werden.

Gut - man könnte natürlich ein flächendeckendes System von Hausarztpraxen gestalten, welche neben den Grunddisziplinen allgemeine und innere Medizin, sowie Chirurgie, ergänzt durch radiologische und anästhesiologische Angebote, ein breites ambulantes Feld 7/24 anbieten. Aber dann ist man doch in Wahrheit dabei, 2 parallele und konkurrenzierende Systeme aufzubauen, die sicherlich nicht billiger werden.
Dafür könnte man dann natürlich im Operationssaal der Praxis Abszesse spalten, arterielle Verletzungen versorgen oder Frakturen/Luxationen behandeln, man könnte auch in der Praxis PEG-Sonden einlegen, Elektrokonversionen durchführen etc.
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04.03.2017, 15:16

Zitat

Wenn man dann Notfallpraxen in den Krankenhäusern installieren möchte, ist das geradezu grotesk, weil man zuvor ja die Bereitschafsdienstzentralen geschlossen hat.


Tut man das denn? Ich dachte, man verlegt bestehende oder schafft neue Praxen?
Hier in der Stadt wurde eine (die mittige bzw. nördliche) von zweien abgeschafft. Dass man nicht so weit südlich fahren möchte bzw. da gar nicht hinkommt, höre ich des Öfteren.

Es gibt natürlich regional Unterschiede, auch weil auch die KVen landesspezifisch und regional organisiert sind, irgendwo wird es vielleicht zusätzliche Standorte geben, woanders beklagen sich dagegen die Leute, dass die Einzugsbereiche einfach zu groß geworden sind.

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Doch, eigentlich schon. Die ambulante Versorgung ist nicht Aufgabe des stationären Sektors, sondern der Vertragsärzte.
thh hat absolut recht. Es herrscht aktuell eine große Konkurrenzsituation bzgl. ambulant und stationär. Die KVen beharren massiv auf ihr ambulantes Versorgungsrecht und dieses auch 24 Stunden am Tag sicherstellen zu können. Zumindest behauptet das der Vorsitzende der KBV Andreas Gassen unermüdlich und bei jeder Gelegenheit. Nicht umsonst war man sehr zerknirrscht, dass man genötigt wurde, Terminservicestellen für Facharzttermine einzurichten, weil es ja nirgends im ambulanten Facharztbereich lange Wartezeiten für Patienten gibt...

thh

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29

04.03.2017, 18:41

Eigentlich schon, ja. Wenn ich mich richtig erinnere, hat man diese Regelung Ende der 90er oder Anfang der 2000er Jahre getroffen.


Die Trennung in ambulante und stationäre Versorgungssektoren? Die ist ist mehr oder weniger so alt wie die Bundesrepublik.

(Oder reden wir jetzt von einem anderen Gesundheitssystem? ;))

securo

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30

04.03.2017, 19:16

Ich denke, wir reden beide vom Gesundheitssystem in (West-)Deutschland. Mag sein, dass das tatsächlich viel älter ist, als ich in Erinnerung habe.
Aber um diese Zeit muss ein politischer Druck der Umsetzung begonnen haben, vorher hat (zumindest in meinem Tätigkeitsgebiet) kein Hahn nach dieser Trennung gekräht.
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raphael-wiesbaden

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04.03.2017, 20:39

Beitrag in der HESSENSCHAU von heute Abend:
http://hessenschau.de/tv-sendung/video-29496.html


Das Interview im Anschluss an den Film: https://www.youtube.com/watch?v=rq68A07CDcM
raphael-wiesbaden

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Selig sind die geistig Armen - nur: kann der Himmel die ganzen Seligen auch wirklich aufnehmen ?

raphael-wiesbaden

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05.03.2017, 18:05

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Karsten

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09.03.2017, 09:26

Ich arbeite jetzt seit 01.02.2017 im Interdisziplinären Notfallzentrum der Uniklinik Bonn und dort wird mit dem Manchester Triage System gearbeitet. Die Ersteinschätzung dauert zwischen 1 Minute {nur Daten, keine Werte, Bagatellen) und 10 Minuten (alle Werte + Zugang und Labor / BGA + 12 Kanal). Dann kommt erst irgendwann der Arzt. Wenn wir von der Bagatelle ausgehen, ist die erste Minute Arbeitszeit schon ohne Arztkontakt weg. Jemanden untersuchen und dem dann klar machen, dass er hier nichts zu suchen hat, dauert weit länger als 1 Minute. Und wird auch keiner unserer Ärzte machen. Die werden denen sagen, dass sie bei uns eigentlich falsch sind, werden die aber dennoch behandeln.
Dazu kommt, dass unfassbar viele Menschen (zumindest ihrer Aussage nach) noch nie von HÄND gehört haben. Dazu kommt, dass der HÄND telefonisch sehr großzügig an die Notaufnahmen verweist. "also, wenn das sooo dringend ist, fahren sie am besten sofort in die Notaufnahme". Wir haben im Stadtgebiet 3 Praxen + 1 Kindernotdienstpraxis. Und was sagen die Patienten : da weiß ich ja nie, was ich für einen Arzt kriege, hier ist immer die richtige Fachrichtung da. Dieser Steuerungsversuch ergibt für mich nicht den geringsten Sinn.

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