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condorp4

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14.12.2015, 17:24

Vorfälle an Rot-Kreuz-Schule - Lektion für die Lehrer

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt…12812d7160.html

Zitat

Sozialkompetenz will das Rote Kreuz an seiner Landesschule nahe Freudenstadt vermitteln. Doch nicht alle Dozenten sind da selbst sattelfest: In zwei Fällen wurden jetzt der Schulleiter und eine Lehrerin vom DRK-Landesverband gerüffelt.
"We are the Pilgrims, master; we shall go
Always a little further: it may be
Beyond that last blue mountain barred with snow,
Across that angry or that glimmering sea,

White on a throne or guarded in a cave
There lives a prophet who can understand
Why men were born: but surely we are brave,
Who take the Golden Road to Samarkand."

James Elroy Flecker

Johannes D.

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14.12.2015, 18:53

Die Androhung schlechter Ausbildungsnoten, wenn man sich nicht freiwillig für ehrenamtliche Zusatzarbeit meldet, ist wirklich eine harte Nummer. Schade, dass die Staatsanwaltschaft hier keinen Anfangsverdacht sieht.
Land zwischen den Meeren,
vor dem sich sogar die Bäume verneigen,
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14.12.2015, 20:01

Zu diesem Zeitpunkt sollte die Flüchtlingszugbegleitung Teil des Unterrichts sein und später in dem entsprechenden Lernfeld nachbereitet werden.

Nachdem sich dann einige Mitschüler am ersten Schultag des Blocks (aus meiner Sicht absolut unverhältnismäßig laut) beschwert haben wurde das Ganze nur noch auf freiwilliger Basis durchgeführt. Scheinbar hatte Jemand nicht einmal den Anstand mit den Lehrkräften vorher zu sprechen, sondern hat gleich, noch vor dem Schulblock, eine anonyme(!) Anzeige erstattet.

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14.12.2015, 21:29

Welcher Lehrgang soll das denn sein, bei dem man explizit eine Flüchtlingszugbegleitung erlernen muss? Und gibt es denn ausreichend (Lehr)personal, welches die Schüler bei der Zugbegleitung pädagogisch unterstützt?
Ein Schlem, wer (so oder so) böses dabei denkt...

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Johannes D.

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14.12.2015, 21:45

Ich halte es ehrlich gesagt auch für ziemlich egal, ob eine verpflichtende freiwillige Tätigkeit als Lehrveranstaltung getarnt wird oder ob es nur so erzwungen werden soll. Es ist und bleibt Ausnutzen in einer Art und Weise die nicht statthaft ist. Ich würde dem oder den betreffenden Schülern gern gratulieren, wenn ich könnte. Sie sind meine Hoffnung, dass man mit der Tradition des von Hilfsorganisationen (*) ausgebeuteten Rettungsdienstmitarbeiters, endlich gebrochen wird. Weil endlich Leute einfach mal ihr gutes Recht einfordern.

(*) = dies bezieht sich auf Praktiken, die den meisten hier bekannt sein dürften, zum Beispiel verpflichtende ehrenamtliche Zusatzarbeit neben dem Beruf. Selbstverständlich gilt das nicht für alle Hilfsorganisationen an allen Orten, aber ich denke den meisten sind mehr als genug Beispiele bekannt.
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14.12.2015, 21:52

Und das alles auf Grundlage der Informationen aus einer Pressemeldung.

Ich bin hier sicher nicht als Anwalt des DRK bekannt, aber das ist jetzt nicht fair, finde ich.

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14.12.2015, 22:10

Eine Pressemeldung, in der sich immerhin ein Sprecher des DRK Landesverbandes dazu äußert und die Vorwürfe nicht unbedingt abstreitet, sondern eben jene Drohung als fraglos sehr unglückliche Formulierung in der Hektik der Situation letztendlich bestätigt.
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Jörg Holzmann

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14.12.2015, 22:14

Es bleibt aus dem Zusmmenhang gerissen.

Aber wenn man sich empören möchte, findet man natürlich Gründe.

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14.12.2015, 22:46

Ist es falsch, eine Aktion durchzuführen nur weil sie gleichzeitig einem guten Zweck dient?
Die Aktion bot die Möglichkeit den Umgang und die Kommunikation mit fremden Kulturen bzw. mit Menschen in besonderen Situationen kennenzulernen. Fähigkeiten die wir so oder so erlernen sollen.

Das einzige Problem an der ganzen Geschichte ist, dass es scheinbar Irgendjemanden gibt der ein persönlichen Feldzug gegen Lehrkräfte oder Schule führt, dabei nicht aus der Anonymität herauskommt und scheinbar nicht in der Lage ist das persönliche Gespräch zu suchen.


Ps.
Zum Thema Ausbeutung: Jeder hätte nur an einem Tag fahren müssen. Die Überstunden konnte man bei Betrieb geltend machen, die Verpflegung war kostenlos und es war einfach eine Erfahrung fürs Leben. Keine Ahnung wo ihr da eine Ausbeutung sehen wollt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blutverlust« (14.12.2015, 23:03)


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14.12.2015, 22:55

Und das alles auf Grundlage der Informationen aus einer Pressemeldung.


Insbesondere einer solchen dieses speziellen Journalisten.

Blasco

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14.12.2015, 23:21

Zum oben schon genannten Punkten sei noch dazu gesagt, dass Pfalzgrafenweiler einen sehr guten Ruf genießt. Gerade was das Ausbildungskonzept für die NFS Ausbildung in BaWü betrifft war sie bei der Entwicklung und Einführung führend. Ich hatte bis jetzt immer den Eindruck das dort fähige Leute als Dozenten tätig sind. Daher kommen mir auch die Vorwürfe auch recht übertrieben vor. Gerade der 2 Fall mit dem Betrunkenen Schüler ist für mich sicher kein Skandal. Eher ein reflektieren seines eigenen Tuns
Musst du Erbrechen oder auf´s Klo, wähle 19 und dreimal die Zwo !

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15.12.2015, 00:00

Ich gehe einfach mal davon aus, dass es sich um einen rettungsdienstlichen Ausbildungslehrgang (RettSan oder NotSan weiß ich ja nicht) handelt:

Ist es falsch, eine Aktion durchzuführen nur weil sie gleichzeitig einem guten Zweck dient?
Nein, da es sich ja um einen guten Zweck handelt. Aber dient sie auch dem Zweck der Ausbildung?

Die Aktion bot die Möglichkeit den Umgang und die Kommunikation mit fremden Kulturen bzw. mit Menschen in besonderen Situationen kennenzulernen. Fähigkeiten die wir so oder so erlernen sollen.
Richtig, aber auch alles Dinge, die man auf der Rettungswache und im klinischen Teil der Ausbildung erlernen kann. Dort sogar noch schwerpunktmässig mit medizinischen Hintergrund.

Einen wirklichen Vorteil für die Ausbildung sehe ich hier definitiv nicht! Nur die HiOrg hätte einen Vorteil gehabt, da diese "billig" (ehrenamtlich) Kräfte hätte rekrutieren können. Es gibt doch so viele Ausbildungsjahrgänge im Gesundheitswesen, warum also sehen wir nicht regelmässig KrankenpflegeschülerInnen ehrenamtlich durch die Gegend düsen? Gerade weil die Pflegeazubis durchaus kräftemässig in meinem Bereich dem RD-Azubi-Anteil überlegen sind (ca. 250-300 Azubis pro Jahrgang, also zeitgleich bis zu 750-900 Azubis, nur Krankenpflege). Stattdessen wird händeringend Rettungsdienstpersonal gesucht (was sich immer schlechter finden lässt). Gegen eine EA-Aufwandentschädigung (hier 85 Euro für 12 Stunden = 7,08 Euro pro Stunde), geht natürlich auch ehrenamtlich...

Gruß

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15.12.2015, 00:20

Und das alles auf Grundlage der Informationen aus einer Pressemeldung.


Insbesondere einer solchen dieses speziellen Journalisten.


Sollte man da etwas wissen? Bei einem kurzen Blick in die Vita findet sich eine beachtliche Berufserfahrung und durchaus einige Auszeichnungen.
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15.12.2015, 09:18

Die Androhung schlechter Ausbildungsnoten, wenn man sich nicht freiwillig für ehrenamtliche Zusatzarbeit meldet, ist wirklich eine harte Nummer.


Den Zusammenhang hast du da jetzt hineininterpretiert. Das Zitat lautete jedoch:

Zitat

Sollten einige Auszubildende „das Bedürfnis haben, sich weiterhin über banale Dinge zu beschweren, wird es für mich schwierig werden, die soziale und personale Kompetenz als positiv zu bewerten“


Ohne genauere Kenntnis, mit was für (banalen) Beschwerden sie in diesem Kurs so konfrontiert wurde, ist die Einordnung dieses Zitates schwierig bis unmöglich. Die sofortige Anzeige dieses Satzes bei der Staatsanwaltschaft statt bei der Schulleitung könnte zumindest ein Indiz dafür sein, dass es mit der Einordnung von und dem Umgang mit Problemen in dem besagten Kurs tatsächlich ein Problem auf Seiten der Schüler gibt.

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15.12.2015, 09:49

Ist es falsch, eine Aktion durchzuführen nur weil sie gleichzeitig einem guten Zweck dient?
Die Aktion bot die Möglichkeit den Umgang und die Kommunikation mit fremden Kulturen bzw. mit Menschen in besonderen Situationen kennenzulernen. Fähigkeiten die wir so oder so erlernen sollen. ...

Das bedeutet, dass hierbei die Schülerinnen und Schülern ein Praktikum angeboten wurde und die Unterkunft bereits von anderem Personal in vollem Umfang betreut wurde?
Die Androhung schlechter Ausbildungsnoten, wenn man sich nicht freiwillig für ehrenamtliche Zusatzarbeit meldet, ist wirklich eine harte Nummer.


Den Zusammenhang hast du da jetzt hineininterpretiert. Das Zitat lautete jedoch:

Zitat

Sollten einige Auszubildende „das Bedürfnis haben, sich weiterhin über banale Dinge zu beschweren, wird es für mich schwierig werden, die soziale und personale Kompetenz als positiv zu bewerten“


Ohne genauere Kenntnis, mit was für (banalen) Beschwerden sie in diesem Kurs so konfrontiert wurde, ist die Einordnung dieses Zitates schwierig bis unmöglich. Die sofortige Anzeige dieses Satzes bei der Staatsanwaltschaft statt bei der Schulleitung könnte zumindest ein Indiz dafür sein, dass es mit der Einordnung von und dem Umgang mit Problemen in dem besagten Kurs tatsächlich ein Problem auf Seiten der Schüler gibt.

Also ich habe, so dieser Satz so jemals gefallen ist, das auch als unterschwellige Drohung betrachtet und wäre bei meinem AG da auch vorsichtig geworden und hätte mich abgesichert. Das wäre recht sicher nciht direkt die Staatsanwaltschaft gewesen, aber nun gut.

Jörg Holzmann

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15.12.2015, 10:07

Das sind doch alles völlig theoretische und praxisfremde Argumente.

In meiner Tätigkeit als Lehrer sage ich sicher jede Woche Dinge, die, aus dem Zusammenhang gerissen, befremdlich klingen und Anstoß erregen könnten.
Garantiert sage ich auch manchmal im Eifer des Gefechts etwas, das objektiv nicht in Ordnung ist und berechtigt kritisiert werden kann. Wenn so etwas vorkommt, bin ich froh und dankbar darüber, wenn der (oder die) beteiligte Schüler mich direkt oder im Anschluss darauf anspricht, um das zu klären. Dann bin ich auch gerne bereit, etwaige Fehler einzugestehen und mich gegebenenfalls dafür zu entschuldigen, oder aber meine Aussage bzw. Handlung zu erklären, falls ein Missverständnis vorliegt.

Womit ich persönlich aber ein Problem hätte, wäre, wenn betreffende/betroffene Schüler in einem solchen Fall, ohne das Gespräch mit mir gesucht zu haben, direkt zu meiner Schulleitung oder gar dem Dienstherrn, der Presse oder der nächsten Staatsanwaltschaft rennen würden.

Warum? Weil man das einfach nicht macht. Das ist eine Mentalität des Denunziantentums, die mir widerstrebt und die unserer ganzen Gesellschaft schadet, je mehr sie um sich greift. Unsere Gerichtsbarkeit erstickt daran, dass jeder glaubt, wegen allen möglichen Bagatellen vor Gericht ziehen zu müssen, und unsere Gesellschaft erstickt an der Selbstgerechtigkeit solcher Charaktere. Die meisten von denen sind übrigens im Austeilen besser als im Einstecken, vor allem im verbalen.

Mein oft wiederholtes Mantra lautet daher nach wie vor: Miteinander reden hilft!

P.S. Ich hatte übrigens selbst noch nie nachhaltig Konflikte mit einer solchen Situation.

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15.12.2015, 12:42

Die Androhung schlechter Ausbildungsnoten, wenn man sich nicht freiwillig für ehrenamtliche Zusatzarbeit meldet, ist wirklich eine harte Nummer.


Den Zusammenhang hast du da jetzt hineininterpretiert. Das Zitat lautete jedoch:

Zitat

Sollten einige Auszubildende „das Bedürfnis haben, sich weiterhin über banale Dinge zu beschweren, wird es für mich schwierig werden, die soziale und personale Kompetenz als positiv zu bewerten“


Ohne genauere Kenntnis, mit was für (banalen) Beschwerden sie in diesem Kurs so konfrontiert wurde, ist die Einordnung dieses Zitates schwierig bis unmöglich. Die sofortige Anzeige dieses Satzes bei der Staatsanwaltschaft statt bei der Schulleitung könnte zumindest ein Indiz dafür sein, dass es mit der Einordnung von und dem Umgang mit Problemen in dem besagten Kurs tatsächlich ein Problem auf Seiten der Schüler gibt.


Hmm, da hast du nicht unrecht. Der Teil mit den schlechten Noten ist tatsächlich kein direktes Zitat, sondern empfängerseitiges Verständnis. Die banalen Beschwerden lassen sich zu Zeiten von Pegida und co tatsächlich auch in eine andere Richtung lesen und solche Leute reagieren auch gern übertrieben heftig. Diese zweite Variante habe ich tatsächlich nicht bedacht und ein solches Verhalten würde ich nicht befürworten wollen. Allerdings kann ich mir schon immernoch gut vorstellen, dass das DRK schlicht Lücken in den Reihen der Ehrenamtlichen unkompliziert auffüllen wollte. Man kann es von dem Artikel wohl wirklich nicht sicher sagen.

Und Jörg hat auch nicht ganz unrecht, wenn ich die letzten Unterrichte revue passieren lasse, gäbe es auch ein paar Äußerungen die mir außerhalb des Kontext unglücklich ausgelegt werden könnten. Da bin ich dem Artikel wohl zu unkritisch begegnet.
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15.12.2015, 17:13

Nur der Artikel über den wir hier diskutieren:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt…12812d7160.html

Zitat

Erst war es eine Dozentin, die sich vielleicht zu offen, aber zu wenig wertschätzend an die Schüler wandte. Ungehalten war sie darüber, dass sich nicht genug Freiwillige gemeldet hatten, um Flüchtlingszüge von Bayern nach Mannheim zu begleiten. Für die Gründe der Zurückhaltung zeigte sie kein Verständnis. Sollten einige Auszubildende „das Bedürfnis haben, sich weiterhin über banale Dinge zu beschweren, wird es für mich schwierig werden, die soziale und personale Kompetenz als positiv zu bewerten“, drohte sie per Rundschreiben. Alle sollten sich nochmals gut überlegen, ob sie nicht doch zur Verfügung stünden. Die DRK-Landesleitung wolle, dass „jeder einmal anwesend“ sei, zumal der Einsatz sicher lehrreich sei. Wer sich weigere, bekomme schlechte Noten – so wurde die Botschaft zumindest teilweise verstanden


1.) Frage: Gibt es Noten für soziale Kompetenz?

2.) Frage: Kann es nicht einfach so gemeint sein:
"Jungs und Mädels, die Landesleitung wünscht, dass ihr euch an der Flüchtlingshilfe beteiligt. Hierüber gibt es Beschwerden. Ich finde das assozial. Ihr erlernt schließlich einen sozialen Beruf."

Aber ich habe das Rundschreiben nicht gelesen.

Warum? Weil man das einfach nicht macht. Das ist eine Mentalität des Denunziantentums, die mir widerstrebt und die unserer ganzen Gesellschaft schadet, je mehr sie um sich greift. Unsere Gerichtsbarkeit erstickt daran, dass jeder glaubt, wegen allen möglichen Bagatellen vor Gericht ziehen zu müssen, und unsere Gesellschaft erstickt an der Selbstgerechtigkeit solcher Charaktere. Die meisten von denen sind übrigens im Austeilen besser als im Einstecken, vor allem im verbalen.


Böse Zungen behaupten einfach:
Der Anteil an Rentnern und Pensionäre, die viel Zeit und Geld haben und ihrem Abstieg in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit entgegentreten wollen, nimmt in unserer Gesellschaft einfach zu. :-D
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

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15.12.2015, 19:48

Und das alles auf Grundlage der Informationen aus einer Pressemeldung.


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Das kommt darauf an, ob man einen Enthüllungs- bzw. Skandalierungsjournalismus schätzt, bei dem es keine Ungeschicklichkeit, sondern nur Böswilligkeit, keine Fehler, sondern nur Verbrechen gibt, bei dem aus Mücken Elefanten und aus zwei Mücken Elefantenherden werden ... ab und an garniert mit dem passenden "Spin".

Der konkrete Bericht wird sicherlich faktisch (im wesentlichen) richtig sein. Er vermittelt aber darüber hinaus den Eindruck, als gäbe es an der Schule (mindestens) eine Dozentin, die mit schlechten Bewertungen droht, um Freiwillige zuer erzwingen und so Vorgaben ihrer Vorgesetzten zu erfüllen, und einen Schulleiter, der unter Missachtung oder zumindest grenzwertiger Auslegung der Schweigepflicht einen Kursteilnehmer, der über den Durst getrunken hat, vor allen anderen Teilnehmern öffentlich blamiert - weil man sich ja denken kann, wer's wohl gewesen sein wird. Und das ausgerechnet an einer Schule, wo doch die Wichtigkeit der Schweigepflicht gelehrt werden soll, ausgerechnet beim Roten Kreuz, das doch unter dem Banner der Menschlichkeit agieren will und soll! So der (naheliegende) Gedanke des unbefangenen Lesers.

Nun kann das richtig sein - sowohl, was Schulleiter und Dozent betrifft, als auch der damit über die Schule im ganzen vermittelte Eindruck. Ich weiß es nicht.( Bisher habe ich von der Einrichtung allerdings vor allem positives gehört.)

Nur: es kann eben auch ganz anders sein. Liest man genau, stellt man fest, dass im Beitrag kein Wort davon zu lesen ist, dass Dozentin und Schulleiter "gerüffelt" worden seien, wie der Teaser verspricht, sondern nur, dass das DRK - man darf annehmen: auf eine konkrete Presseanfrage, und man darf in diesem spezifischen Fall vermuten: auf eine Anfrage mit konkreten Fragen, aus denen sich bereits der Tenor des künftigen Artikels ablesen lässt - öffentliche Erklärungen abgegeben hat, teilweise erklärend, teilweise relativierend, teilweise kritisch, aber auch die Mitarbeiter in Schutz nehmend. Und man stellt fest, dass bei ganz genauer Lektüre - es wurde ja bereits herausgearbeitet - auch die Option denkbar ist, dass das Verhalten beider angeblich "gerüffelten" vielleicht ungeschickt, aber inhaltlich völlig in Ordnung war: weil eben nicht mit schlechten Noten gedroht wurde, sondern nur "jemand" das annahm, der dann nichts besseres zu tun hatte, als anonym direkt eine Strafanzeige zu erstatten, bei der die Staatsanwaltschaft noch nicht einmal den für die Einleitung von Ermittlungen erforderlichen Anfangsverdacht sah, und weil die vom konkreten Fall abgeleitete Fragestellung mit Wissen und möglicherweise gar Billigung des Betroffenden Unterrichtsgegenstand wurde.

Eine solche Deutung ist - nach der Formulierung - fernliegend, und ich glaube eher nicht, dass das ein Zufall ist. Sie ist aber möglich; die Fakten dürften alle korrekt sein, der Rest sind Wertungen (wenn man genau liest: ungenannter Dritter). "Investigativer Journalismus" eben.

Wie oft die in solchen Artikeln insinuierten Verhältnisse tatsächlich vorliegen und wie oft zwar die Fakten richtig sind, der vermittelte Eindruck aber eine bösartige Verzerrung der Realität darstellt, wird jeder - wenn er denn einmal den Fall aus eigener Anschauung kennt und mit der Pressedarstellung vergleichen kann - für sich beurteilen müssen. Mein Urteil habe ich für mich insoweit bereits vor einigen Jahren gefällt.

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15.12.2015, 19:56

Womit ich persönlich aber ein Problem hätte, wäre, wenn betreffende/betroffene Schüler in einem solchen Fall, ohne das Gespräch mit mir gesucht zu haben, direkt zu meiner Schulleitung oder gar dem Dienstherrn, der Presse oder der nächsten Staatsanwaltschaft rennen würden.

Warum? Weil man das einfach nicht macht. Das ist eine Mentalität des Denunziantentums, die mir widerstrebt und die unserer ganzen Gesellschaft schadet, je mehr sie um sich greift. Unsere Gerichtsbarkeit erstickt daran, dass jeder glaubt, wegen allen möglichen Bagatellen vor Gericht ziehen zu müssen, und unsere Gesellschaft erstickt an der Selbstgerechtigkeit solcher Charaktere. Die meisten von denen sind übrigens im Austeilen besser als im Einstecken, vor allem im verbalen.


Woran es fehlt ist in solchen Fällen das notwendige Augenmaß und eine realistische, alltagstaugliche, ja: erwachsene Einschätzung einer Situation.

Es gibt Fälle, in denen es nicht genügt, das Gespräch zu suchen, oder in denen das Gespräch vielleicht gar nicht gesucht werden sollte und der Weg zum Dienstvorgesetzten, zu den Strafverfolgungsbehörden, den Gerichten oder vielleicht auch zur Presse führen sollte (mein persönlicher Eindruck "Wer (in der Presse) schreit, hat Unrecht" ist sicherlich auch verfehlt :)). Das sind aber die Ausnahmen.

Und wem für das Ansinnen, als Teil der Ausbildung bei einer Hilfsorganisation in einem - auch - sozialen Beruf einen Flüchtlingszug zu begleiten, nur und als erstes eine (auch noch anoynme) Strafanzeige einfällt, der hat - selbst dann, wenn er den Eindruck gehabt haben sollte, dass ihm bei Weigerung schlechte Noten drohen und auch dann, wenn dieser Eindruck richtig gewesen sein sollte - schlicht nicht mehr alle Latten am Zaun (und im übrigen auch schlagend bewiesen, dass der Rettungsdienst möglicherweise nicht das richtige Berufsfeld ist). YMMV.

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