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condorp4

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22.12.2014, 10:59

Krankenhäuser Überlastet - Hamburgs Notaufnahmen vor dem Kollaps

http://www.mopo.de/nachrichten/krankenha…0,25471466.html

Zitat

Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sind völlig überlastet. Wartezeiten von mehr als zwei Stunden, Patienten werden auf den Fluren behandelt – notfalls wird wegen Überlastung geschlossen. Kein Wunder, denn immer öfter kommen Menschen in die Notaufnahme, die nur Ohrenschmerzen oder Halsweh haben.
"We are the Pilgrims, master; we shall go
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James Elroy Flecker

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22.12.2014, 16:13

Kann ich so absolut bestätigen. Eine gehörige Portion Egoismus (mir geht es am schlechtesten) gepaart mit massiver Ahnungslosigkeit über den eigenen Körper garniert mit einer Brise Hilflosigkeit beim Stadtbürger ergibt dieses Problem.

Bin froh, dass ich hier keinen RD mehr fahre........, das sagt alles. Und ich liebe diesen Job eigentlich......

Harris NRÜ

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22.12.2014, 16:40

Grundsätzlich glaube ich mittlerweile, dass das Problem der überlasteten Notaufnahmen überall in Deutschland besteht. In letzter Zeit kommt das nun endlich auch mal näher ins Rampenlicht. Die Probleme sind mMn eigentlich immer gleich: Die räumlichen Verhältnisse entsprechen nicht mehr dem Bedarf, der Personalschlüssel (ärztlich wie pflegerisch) entspricht nicht dem Bedarf sowie die fehlende Einbindung des ärztlichen Notdienstes in die Krankenhäuser. Patienten zu belehren bringt leider gar nichts, ausser ein Magengeschwür bei einem selbst. Meine Erfahrung sagt: Je größer die Stadt so dümmer und hilfloser die Bürger!

Gruß

securo

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22.12.2014, 16:48

Eine gehörige Portion Egoismus (mir geht es am schlechtesten) gepaart mit massiver Ahnungslosigkeit über den eigenen Körper garniert mit einer Brise Hilflosigkeit beim Stadtbürger ergibt dieses Problem.


Ein gerne geäusserte Ansicht, welches aber nicht auf alle Patienten zutrifft.

Oftmals zeigt sich, dass der Mangel an Hausärzten dazu führt, dass Patienten zu lange warten müssen - wer will schon mit schweren Bauchschmerzen 2 Tage auf einen Termin warten. Da wird einem der Gang in die Klinik schon fast aufgenötigt. Ergänzend: Dieser Umstand ist nicht durch die Hausärzte verursacht, schliesslich sind sie ein Resultat eines Problems.
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Harris NRÜ (22.12.2014)

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22.12.2014, 17:01

Ich habe mit meiner Hausärztin keine Probleme. Termine sind i.d.R. ohne lange Wartezeit möglich, bei akuten Erkrankungen kann ich einfach sofort vorbei kommen. Ein Problem sind jedoch oft die Öffnungszeiten der Hausärzte, so dass ein Besuch oft nur mit einem freien Tag oder durch eine Krankmeldung möglich ist. Auf Facharzttermine wartet man oft mehrere Wochen. Die Arbeitzeiten sind in Deutschland ja oft schon so, dass die Hausärzte noch geschlossen haben wenn man bereits los muss oder bereits wieder geschlossen haben wenn man in den Feierabend geht oder am Wohnort ankommt (Pendler). Zusätzlich wurden in meiner Gegend die Anzahl der diensthabenen Ärzte des Ärztlichen Notdienstes so weit reduziert, dass diese mittlerweile für riesige Gebiete zuständig sind und regelhaft Eintreffzeiten von 3 bis 4 Stunden haben. Grundsätzlich würde ich es tatsächlich gut finden, wenn jedes Akutkrankenhaus auch über einen direkt an die Notaufnahme angeschlossenen Ärztlichen Notdienst verfügt, der in der Nacht sowie an den Wochenenden und Feiertagen dort anzutreffen ist. So können Selbsteinweiser in der Notaufnahme nach der Sichtung bei Bedarf direkt an den ÄND weitergeleitet werden und so die Notaufnahmen ggf. entlasten. Gehfähige Patienten können so auch per Anruf an die ÄND-Ambulanzen zu den Sprechstunden "eingeladen" werden, so dass der fahrende ÄND sich auf die nicht-gehfähigen Patienten konzentrieren kann. Vielleicht können die Eintreffzeiten so auch reduziert werden. Ein sehr häufiger Alarmierungsgrund des Rettungsdienstes, auch durch Pflegefachkräfte, ist u.a. die lange Eintreffzeit des ÄND.

Gruß

run1982

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22.12.2014, 22:10


Eine gehörige Portion Egoismus (mir geht es am schlechtesten) gepaart mit massiver Ahnungslosigkeit über den eigenen Körper garniert mit einer Brise Hilflosigkeit beim Stadtbürger ergibt dieses Problem.


Ein gerne geäusserte Ansicht, welches aber nicht auf alle Patienten zutrifft.

Oftmals zeigt sich, dass der Mangel an Hausärzten dazu führt, dass Patienten zu lange warten müssen - wer will schon mit schweren Bauchschmerzen 2 Tage auf einen Termin warten. Da wird einem der Gang in die Klinik schon fast aufgenötigt. Ergänzend: Dieser Umstand ist nicht durch die Hausärzte verursacht, schliesslich sind sie ein Resultat eines Problems.
Ich habe noch nie gehört, dass man mit akuten Beschwerden einen Termin beim Hausarzt braucht...... Man muss nur einen haben und genau da liegt oftmals der Hase im Pfeffer. Der Gang in die Klinik, im Besten Fall natürlich immer mit dem RTW, ist da natürlich leichter. Ich wähle 112 und alles wird erledigt. In meinen Augen ein Problem der Zeit, dass sich nur schwer lösen lässt. Mit Patienten zu diskutieren bringt nicht, dass habe ich lange genug versucht.

Was mich allerdings immer wieder Fassungslos macht ist die Hilflosigkeitund das Anspruchsdenken der Leute.

Nils

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23.12.2014, 00:49

Securo: "Dieser Umstand ist nicht durch die Hausärzte verursacht, schliesslich sind sie ein Resultat eines Problems."

Möchtest du das umformulieren?

Andrechen

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23.12.2014, 01:29


Eine gehörige Portion Egoismus (mir geht es am schlechtesten) gepaart mit massiver Ahnungslosigkeit über den eigenen Körper garniert mit einer Brise Hilflosigkeit beim Stadtbürger ergibt dieses Problem.


Ein gerne geäusserte Ansicht, welches aber nicht auf alle Patienten zutrifft.

Oftmals zeigt sich, dass der Mangel an Hausärzten dazu führt, dass Patienten zu lange warten müssen - wer will schon mit schweren Bauchschmerzen 2 Tage auf einen Termin warten. Da wird einem der Gang in die Klinik schon fast aufgenötigt. Ergänzend: Dieser Umstand ist nicht durch die Hausärzte verursacht, schliesslich sind sie ein Resultat eines Problems.
Ich habe noch nie gehört, dass man mit akuten Beschwerden einen Termin beim Hausarzt braucht...... Man muss nur einen haben und genau da liegt oftmals der Hase im Pfeffer. Der Gang in die Klinik, im Besten Fall natürlich immer mit dem RTW, ist da natürlich leichter. Ich wähle 112 und alles wird erledigt. In meinen Augen ein Problem der Zeit, dass sich nur schwer lösen lässt. Mit Patienten zu diskutieren bringt nicht, dass habe ich lange genug versucht.

Was mich allerdings immer wieder Fassungslos macht ist die Hilflosigkeitund das Anspruchsdenken der Leute.


Mehrere male am Tag kommen in zich Leitstellen Notrufe von Pat. die ein akutes Problem schildern, der Hausarzt aber nicht kommen kann, weil die Praxis voll ist bzw. einfach keine Termine mehr frei sind.
Andersrum kommt es öfter als nur ab und zu vor, dass Hausärzte anrufen und um einen RTW bitten, da sie einfach nicht Zeitnah (4-5Std) zum Pat kommen können.

Gerade in ländlichen Regionen sterben die Hausärzte langsam aus und was bleibt denn für eine Alternative als das Krankenhaus? Gerade ältere Menschen sind einfach nicht mehr so mobil, dass sie 20-30km zu einen anderen HA können, deswegen kann ich so manch einen Pat durchaus verstehen.
Natürlich kann man nun darüber reden, dass dann halt mehr Ärzte aufs Land müssen usw., aber dieser Zug ist abgefahren und wird im nächsten Jahrzehnt noch richtig Probleme bereiten.
Diese Stellen sind einfach nicht atraktiv und aus Ärztlicher Sicht kann ich das durchaus verstehen. Leider leidet gerade der nicht mobile Pat dadurch und es wird zu mehr RD Einsätzen und steigenden Aufnahmen/Amb. Behandlungen im KH führen.


Mit Sicherheit haben wir auch Probleme mir den anspruchsvollen und faulen, aber nicht nur.
Wir sind nunmal die Feuerwehr für Kranke, wir machen irgendwie alles und wenn einer nicht weiter weiss, dann kommen wir.

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Jörg Holzmann

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26.12.2014, 16:39

Zwischen Husten und Herzstillstand

Ein Artikel aus der FAZ von heute:

http://faz.net/aktuell/gesellschaft/gesu…e-13333184.html

Daraus:

Zitat

"Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) suchen etwa ein Viertel aller Deutschen pro Jahr Hilfe in den Notaufnahmen. Geht man davon aus, dass jeder von ihnen noch einen Angehörigen mitbringt, bedeutet das: Die Hälfte aller Deutschen hat einmal im Jahr Kontakt mit einer Notaufnahme. Andere Statistiken sprechen von rund 24 Millionen Patienten, die im Jahr in deutschen Notaufnahmen behandelt werden. Wie viele von diesen zwischen den Jahren dort auftauchen, differenzieren die Zahlen nicht. Barbara Hogan, Notfallmedizinerin und Gründungspräsidentin der DGINA, sagt aber aus Erfahrung: „An den Feiertagen haben wir ein sehr hohes Patientenaufkommen.“

Im Durchschnitt werden in großen Notaufnahmen wie an der Asklepios-Klinik in Hamburg-Altona, an der Hogan bis Ende September Chefärztin war, rund 260 Patienten täglich behandelt. „Zwischen den Jahren kommen pro Tag etwa hundert zusätzliche dazu“, sagt sie."

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condorp4

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10

26.12.2014, 17:43

Interessanter finde ich folgenden Abschnitt, der meiner Meinung nach sehr deutlich macht, was das Problem für die Krankenhäuser ist:

Zitat


Dass Notaufnahmen immer strukturierter und größer werden, liegt auch daran, dass die Zahl der Patienten, die in deutschen Notaufnahmen behandelt werden, stetig steigt. „In Hamburg hat sich die Patientenzahl in den vergangenen sechs Jahren um etwa 50 Prozent erhöht“, sagt Hogan. Offizielle Zahlen für ganz Deutschland sprechen von „einer jährlichen Steigerung der Fallzahlen von bis zu acht Prozent“.


Und das weitere Problem:

Zitat


Schon jetzt klagen die Krankenhäuser, dass ihre Notaufnahmen nicht rentabel arbeiten können. Für die Behandlung eines Notfalls erhalten sie wie die niedergelassenen Ärzte eine Pauschale von etwa 30 Euro. Geht der Patient danach wieder nach Hause, verdient die Klinik nicht weiter an ihm. Die tatsächlichen Kosten für die Behandlung eines Patienten in der Notaufnahme liegen nach Schätzungen der DGINA aber eher bei 130 Euro, da Krankenhäuser moderne Geräte, teure Verfahren, viele Medikamente und vor allem Personal vorhalten müssen. Planbar ist in Notaufnahmen nämlich fast nichts.


Ich glaube, hier wird klar, wieso die Krankenhäuser nicht besonders viel Motivation und Anreiz haben, die Notaufnahmen jedes Jahr zu vergrößern und noch mehr Personal dorthinzustecken, insbesondere dann, wenn man bedenkt, das den Krankenhäusern permanent mitgeteilt wird, sie mögen doch bitte wirtschaftlich (also mit Gewinn) arbeiten.
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Alrik

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28.12.2014, 03:02

Aber was bleibt den Krankenhäusern denn üblich? Es mag ja sein, dass der Bedarf in der Notaufnahme schlecht planbar ist, aber so eine Notaufnahme hat eben die dumme Eigenschaft, dass da immer Licht brennt. Und da so ein Krankenhaus in unserem System ja auch einen gewissen Sicherstellungsauftrag hat, führt doch gar kein Weg dran vorbei, die Notaufnahmen zumindest so weit "aufzublasen", dass zumindest genug Personal da ist, um "falsche" Patienten auszusortieren.
Hier bei uns redet man immerhin schon mal laut über die Schaffung der Stelle einer Triageschwester, die nebenbei dann auch IVENA bedienen muss.
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bodo#3

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12

03.07.2015, 20:39

Überfüllung der Notaufnahmen

Zitat von »Notfall + Rettungsmedizin
Juni 2015, Band 18, Ausgabe 4, pp 306-315«

Überfüllung der Notaufnahmen
Dr. J. Searle, R. Muller, A. Slagman, C. Schäfer, T. Lindner, R. Somasundaram, U. Frei, M. Möckel
Zusammenfassung
Hintergrund
Aus Notaufnahmen in Deutschland wird eine zunehmende Überfüllung berichtet, die die Prozesse belastet.
Ziel
Ziel der Studie ist es, Gründe für die Überfüllung der Notaufnahmen sowie populationsbezogene Einflussfaktoren zu erfassen und so eine Datengrundlage für evidenzbasierte Forschungs- und Lösungsstrategien zu entwickeln.
Methode
Dies ist eine „Mixed-methods“-Studie, die an zwei universitären Notaufnahmen mit soziodemographisch unterschiedlichen Einzugsgebieten durchgeführt wurde (Notaufnahme Nord mit durchschnittlich niedrigem Sozialstatus der Bevölkerung und Notaufnahme Süd mit höherem Sozialstatus). Die Methodik umfasst quantitative deskriptive Analysen eines Sekundärdatensatzes von 34.333 Notfallpatienten und qualitative Fokusgruppeninterviews an beiden beteiligten Einrichtungen.
Ergebnisse
Obwohl die Patienten der Notaufnahme Süd deutlich älter waren und häufiger stationär aufgenommen wurden, waren die Morbidität und Krankenhausmortalität der Notaufnahme Nord höher. Die vom Personal genannten Gründe waren an beiden Einrichtungen sehr ähnlich und zeigten insbesondere externe und patientenbezogene Faktoren, die ein erhöhtes Patientenaufkommen sowie einen erschwerten Patientenabfluss bedingen, auf. Es ergaben sich jedoch deutlich unterschiedliche Diskussionsschwerpunkte, die sich anhand der Patientenpopulation nachvollziehen lassen. In beiden Einrichtungen wurde ein erhöhtes Maß an „Sicherheitsmedizin“ als Grund für die Überfüllung genannt.
Diskussion
Die wahrgenommenen Gründe für die Überfüllung der Notaufnahmen liegen zu einem überwiegenden Teil außerhalb des Einflussbereichs der Notaufnahmen und werden von den Charakteristika ihrer Patientenpopulation mit beeinflusst. Eine Lösung des Problems erfordert daher Maßnahmen, die über Prozessoptimierungen in den Notaufnahmen selbst hinausgehen und im Sozial- bzw. dem Gesundheitssystem eingreifen.

madde

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04.07.2015, 17:48

In der Hinsicht inreressant;

Zitat

Hong Kong Med J 2015;21:Epub 19 Jun 2015
DOI: 10.12809/hkmj144399
REVIEW ARTICLE
Strategies and solutions to alleviate access block and overcrowding in emergency departments
Stewart SW Chan, MSc, FHKAM (Emergency Medicine); NK Cheung, MB, ChB, FHKAM (Emergency Medicine); CA Graham, MD, FCEM; TH Rainer, MD, FIFEM
Emergency Department, Prince of Wales Hospital; Accident and Emergency Medicine Academic Unit, The Chinese University of Hong Kong, Shatin, Hong Kong
Corresponding author: Dr Stewart SW Chan (stewart_chan@hotmail.com)

Full paper in PDF
Abstract
Objectives: Access block refers to the delay caused for patients in gaining access to in-patient beds after being admitted. It is almost always associated with emergency department overcrowding. This study aimed to identify evidence-based strategies that can be followed in emergency departments and hospital settings to alleviate the problem of access block and emergency department overcrowding; and to explore the applicability of these solutions in Hong Kong.

Data sources: A systematic literature review was performed by searching the following databases: CINAHL, Cochrane Database of Systematic Reviews, EMBASE, MEDLINE (OVID), NHS Evidence, Scopus, and PubMed.

Study selection: The search terms used were “emergency department, access block, overcrowding”. The inclusion criteria were full-text articles, studies, economic evaluations, reviews, editorials, and commentaries. The exclusion criteria were studies not based in the emergency departments or hospitals, and abstracts.

Data extraction: Abstracts of identified papers were screened, and papers were selected if they contained facts, data, or scientific evidence related to interventions that aimed at improving outcome measures for emergency department overcrowding and/or access block. Papers identified were used to locate further references.

Data synthesis: All relevant scientific studies were evaluated for strengths and weaknesses using appraisal tools developed by the Critical Appraisal Skills Programme. We identified solutions broadly classified into the following categories: (1) strategies addressing emergency department overcrowding: co-locating primary care within the emergency department, and fast-track and emergency nurse practitioners; and (2) strategies addressing access block: holding units, early discharge and patient flow, and political action—management and resource priority.

Conclusion: Several evidence-based approaches have been identified from the literature and effective strategies to overcome the problem of access block and overcrowding of emergency departments may be formulated.


http://www.hkmj.org/earlyrelease/hkmj144399.htm
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Because I always back up my rage with facts and documented sources."


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