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Daniel Grein

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1

14.11.2012, 17:42

Wenig überraschendes Studienergebnis in Österreich: Viele Krankentransporte sind überflüssig.

Eine vom österreichischen Gesundheitsreferenten Peter Kaiser in Auftrag gegebene Studie hat ein für Rettungsfachpersonal wenig überraschendes Ergebnis zutage gefördert: viele Krankentransporte sind überflüssig.
So wird jeder Pflegeheim-Bewohner durchschnittlich 3,4 mal im Jahr mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht, ein Drittel aller ambulanten Behandlungen wäre aber vermeidbar. In vielen Heimen sei es gang und gäbe, dass die Bewohner zum Wechseln von Katheder in ein Krankenhaus gebracht werden - obwohl dieser aus medizinischer Sicht unproblematische Eingriff von ausgebildetem Pflegepersonal ebenso gut, aber viel rascher erledigt werden könnte. Hierzu sei aber eine gezielte Schulung des Personals und eine bessere Zusammenarbeit mit Ärzten notwendig. Ein entsprechendes Modell wurde bereits von den Studienautoren entwickelt und in mehreren Heimen erprobt - Ergebnis: man habe in diesen Heimen die Zahl der Krankentransporte vermindern können.


Quelle: http://www.kleinezeitung.at/kaernten/316…rfluessig.story


Knüpfe dich nicht an Geringes, es zieht dich ab und hinab, fügt dir Geringeres zu.

Blinky

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2

14.11.2012, 18:38

Gut das wir diese Probleme hier in Deutschland nicht haben! :thumbup:
:ironie:

ThorstenH

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3

14.11.2012, 18:59

Endlich wissen wir was wir mit den vielen "arbeitslosen" NEFs machen können wenn dann die Notfallsanitäter die lebensrettenden Einsätze alleine abarbeiten :rtw:
Kathetherwechsel retten dann die Statistik :biggrin_1:

raphael-wiesbaden

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4

14.11.2012, 19:53

Die rechtlichen Voraussetzungen in -A- sind mir nicht bekannt; mir reichen die unsrigen.

Der Wechsel eines Blasendauerkatheters stellt eine ärztliche Massnahme dar.
Diese kann an exam. Pflegepersonal delegiert werden.
Die Erbringung dieser dann pflegerischen Massnahme ist eine abrechenbare Leistung nach SGB V.
Das hierfür erforderliche Material ist zuzahlungsfrei und "belastet" auch nicht das Arzneimittelbufget des verordnenden Arztes.

Soweit die Theorie.
In der Praxis bedeudetet dies jedoch eine ärztliche Verordnung der Leistung regelmässig bzw. bei Bedarf pro Quartal plus eine Hilfsmittelverordnung durch die Praxis.
Also Verwaltungsaufwand für die Praxis und die pflegerische Einrichtung.

Die Erbringung der Massnahme erfordert eine fachliche Qualifikation als exam. Altenpflege- oder Krankenpflegekraft.
Sie ist von diesen nicht weiter (nach unten in der Hierarchie) delegierbar.

Die Quote von exam. Pflegekräften innerhalb der Gesamtgruppe von Pflegepersonen mit unterschiedlichester Qualifikation ist klein.
Die Notwendigkeit einer schriftl. Dokumentation erfolgt nach den MDK-Vorgaben gründlichst-deutsch.
Polemisch formuliert: jeder Furz muß mit Begründung dokumentiert werden.
Das bindet mittlerweile einen Großteil der tgl. Arbeitszeit von Fachpflegepersonen.

Da ist es wesentlich einfacher, den RD zur Katheter-Taxifahrt zu bestellen.
Als Leistung nach SGB V ist dies auch keine finanziele Belastung, die über den Pflegesatz zu finanzieren wäre.

Der Wechsel von suprapubischen Kathetern (Bauchdeckenkatheter) ist übrigens keine durch Pflegekräfte durchführbare Leistung.
raphael-wiesbaden

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Selig sind die geistig Armen - nur: kann der Himmel die ganzen Seligen auch wirklich aufnehmen ?

Manne

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5

14.11.2012, 20:08

"Der Wechsel von suprapubischen Kathetern (Bauchdeckenkatheter) ist übrigens keine durch Pflegekräfte durchführbare Leistung."
Soweit die Theorie! :cool_1:
"...Was Sie brauchen haben Sie und was Sie nicht haben brauchen Sie auch nicht.."

raphael-wiesbaden

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6

14.11.2012, 20:28

"Der Wechsel von suprapubischen Kathetern (Bauchdeckenkatheter) ist übrigens keine durch Pflegekräfte durchführbare Leistung."
Soweit die Theorie! :cool_1:


Ich weiss :-D
Aber es ging ja um die abrechenbare, also auch rechtlich sichere Seite.
Beim Wechsel eines suprapub. K. sollte ja geschallt werden.
Das Wissen um die Bedienung des Gerätes und die Interpretation der hierbei gewonnenen Bilder wird allerdings in der pflegerischen Ausbildung nicht vermittelt. Das pflegerische Personal "kann" es also nicht.
raphael-wiesbaden

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

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madde

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7

15.11.2012, 09:15

Die rechtlichen Voraussetzungen in -A- sind mir nicht bekannt; mir reichen die unsrigen.

Der Wechsel eines Blasendauerkatheters stellt eine ärztliche Massnahme dar.
Diese kann an exam. Pflegepersonal delegiert werden.
Die Erbringung dieser dann pflegerischen Massnahme ist eine abrechenbare Leistung nach SGB V.
Das hierfür erforderliche Material ist zuzahlungsfrei und "belastet" auch nicht das Arzneimittelbufget des verordnenden Arztes.

Soweit die Theorie.
In der Praxis bedeudetet dies jedoch eine ärztliche Verordnung der Leistung regelmässig bzw. bei Bedarf pro Quartal plus eine Hilfsmittelverordnung durch die Praxis.
Also Verwaltungsaufwand für die Praxis und die pflegerische Einrichtung.

Die Erbringung der Massnahme erfordert eine fachliche Qualifikation als exam. Altenpflege- oder Krankenpflegekraft.
Sie ist von diesen nicht weiter (nach unten in der Hierarchie) delegierbar.

Die Quote von exam. Pflegekräften innerhalb der Gesamtgruppe von Pflegepersonen mit unterschiedlichester Qualifikation ist klein.
Die Notwendigkeit einer schriftl. Dokumentation erfolgt nach den MDK-Vorgaben gründlichst-deutsch.
Polemisch formuliert: jeder Furz muß mit Begründung dokumentiert werden.
Das bindet mittlerweile einen Großteil der tgl. Arbeitszeit von Fachpflegepersonen.

Da ist es wesentlich einfacher, den RD zur Katheter-Taxifahrt zu bestellen.
Als Leistung nach SGB V ist dies auch keine finanziele Belastung, die über den Pflegesatz zu finanzieren wäre.

Der Wechsel von suprapubischen Kathetern (Bauchdeckenkatheter) ist übrigens keine durch Pflegekräfte durchführbare Leistung.
Danke fuer deine wirklich interessanten und durchdachten Beitraege, die du in dem Forum bringst. Fast immer kann man dir eigentlich nur zustimmen. Wollte ich mal gesagt haben.

BTT: Was wird denn nur passieren, wenn sie die Sinnhaftigkeit der "Notfalleinsaetze" mal genauer untersuchen? :)

Ciao,

Madde
"You won't like me when I'm angry.

Because I always back up my rage with facts and documented sources."


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Mowl

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15.11.2012, 10:14

Bei "Notfalleinsätzen" können häufig weder der Anrufer (weil er keine Ahnung hat, im Stress ist, oder Sonstiges) noch der Calltalker/Disponent (weil er die Situation ja nur unzureichend geschildert bekommt) unnötige Einsätze wirklich ausfiltern. Mal davon abgesehen, dass in dem Moment, da jemand die RLS anruft, der Ball in deren Feld liegt und gespielt werden MUSS - so oder so. Das der Trend dahin geht, soziale Probleme und schlicht Unangenehmes z.B. auf das Gesundheitswesen abzuwälzen, ist ja nun mittlerweile ein alter Hut. Dass viele KTs unnötig sind, das wissen die meisten hier im Forum seit ca. 1 Jahr nach der Arbeitsaufnahme im RD. Doch dass man nicht einfach sagen kann, "die Fahrt machen wir nicht", liegt an vielschichtigen Einflüssen und Interessen verschiedenster "Marktteilnehmer", welche hier wirken. ra-wi hat nur einen dieser komplexen Blickpunkte beleuchtet. Wenn das Problem tatsächlich einfach zu lösen wäre, hätten KV-Vertreter das sicher schon lange via Lobbyarbeit in die Wege geleitet. Aber ein so komplex strukturiertes Sozialsystem wie unsere zeitgenössische Zivilgesellschaft lässt das nicht so einfach zu...
Unter den Blinden ist der Einäugige der Arsch - er muss allen Anderen vorlesen...

hk-um

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18.11.2012, 06:41

Ich arbeite in österreichischen Pflegeheimen die Anlage eines DK's ist KEINE Maßnahme, welche durch Personal des gehobenen Gesundheits und Krankenpflegedienstes durchzuführen ist, weil sie auch garnicht ausgebildet wird. Des weiteren darf ein/e DGKS/P auch keine i.V. Zugänge legen, sondern Flüssigkeit wird subcutan gegeben.
Ein weiteres Problem ist in .at besteht keine wirkliche Trennung zwischen RTW / KTW / BKTW usw. sondern es wird bis auf Wien und einige Städte alles mit allem gefahren. Die Masse der Fahrten sind Taxifahrten, aber gut in der Steiermark wird für einen Innerortstransport um die 35 € hezahlt und das ist auch fast Taxigeld.