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Harris NRÜ

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13.03.2016, 19:02

Aber auch in Niedersachsen bietet eine Schule keine Ergänzungslehrgänge/-prüfungen für U5 und U3 RettAss an. Nur für Ü5 und das volle StEx. Begründung: Geringe Nachfrage. Irgendwas muss ja schon dran sein. Auch wenn sich das ganze refinanzieren sollte, dann muss der Arbeitgeber trotzdem noch die Leute freistellen. Mit Urlaub und Freizeit ist das nicht machbar. Finde es auch nicht so toll. Aber immerhin sind wie hier schon ganz gut aufgestellt. Es gibt schon eine gute Menge an NotSan.

Gruß

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62

13.03.2016, 19:56

Genau das sag ich doch! Die Schule wird bieten, was der AG möchte! Kommunikation soll ja ein Thema beim NotSan sein, vielleicht wäre es hilfreich wenn der GF als erstes zum Lehrgang geht. :mauer:
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Johannes D.

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13.03.2016, 23:28

Bei einem mir bestens vertrauen Lehrinstitut läuft derzeit ein 480h Kurs, allerdings mit geringer Teilnehmerzahl. Bei der Umfrage zur Weiterbildung bei einem mir gut vertrauten RD gab es für die Lehrgänge nicht einen Interessenten, was daran gelegen haben könnte, dass klargestellt wurde, dass in sämtlichen Phasen zwar Vollarbeitszeit bestehe, aber auch Praktilumsschichten zu nicht zulagepflichtigen Zeiten zu absolvieren sind und für die Zeit sämtliche Zulagen inkl. Wechselschicht entfallen.
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M1k3

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14.03.2016, 07:34

Ich finde es sehr gut, Praktika am Tage zu machen. Es geht nicht ausschließlich um Geld scheffeln, wenn jemand gerne NotSan werden will, findet der theoretische Unterricht ja auch nicht Nachts statt, damit es ne Zulage gibt. :mauer: :mauer:
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Johannes D.

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14.03.2016, 07:39

Das ist natürlich richtig. Aber bedenke bitte, dass im öffentlichen Dienst die Zulagen zumeist deutlich höher sind als beispielsweise beim DRK. Entsprechend fällt es nicht jedem leicht darauf drei oder sechs Monate zu verzichten. Da geht es bei entsprechender Dienstzeit nicht nur um 300 - 400 Euro netto (Steuervorteil sei Dank)... Und es gibt nunmal einen einfacheren Weg.
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14.03.2016, 07:52

Und wenn der Kolleg auf einen anderen Lehrgang geschickt wird? Oder Krank wird? Es tut mir leid, aber ich kann dieser Einstellung nicht folgen. Entweder man möchte als Verantwortlicher im Beruf arbeiten, dann muss man dafür eben auch was tun. Oder man will den einfachen Weg gehen, dann will ich aber kein gejammer hören.



Gerüchteweise bestehen erstaunlich viele das volle StEx wo man das überhaupt nicht erwarten würde. Und noch schlimmer: ihr handeln als NotSan danach, ist genau so schlecht wie vorher als mäßiger RettAss. Das heist, sie hatten nie die Handlungskompetenz eines notSan, und nur weil sie durch die Prüfung gekommen sind, haben sie diese leider immer noch nicht erworben. Weder fachlich noch praktisch. DAS sabbotiert den Beruf noch mehr, als Bundesländer, die noch gar nicht prüfen.



Ich weiß, ich kann es nicht beweisen, und jetzt wird jemand sagen "das kann ja jeder so behaupten". Ich habe durchaus Kontakte zu verschiedenen Bereichen, und was ich da höre deprimiert mich. Und das kommt nicht von Stammtisch-Helden oder Schwarzmalern.
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Johannes D.

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14.03.2016, 08:06

Mike, jetzt bleibe bitte auf dem Boden. Es ist gesetzlich sehr wohl vorgesehen, dass die Ergänzungsprüfung und das Staatsexamen dasselbe Niveau bei unterschiedlichem Prüfungsspektrum haben. Daher sind vergleichbare Durchfalluoten durchaus zu erwarten. Ich habe es auch erlebt, dass Kollegen durchfallen und andere bestehen, wo ich dies in beiden Fällen nicht erwartet hätte. Dies liegt aber möglicherweise auch an einer subjektiven Voreinschätzung und ggf. sind manche in Prüfungssituationen besser und andere schlechter. Gejammere über das StEx als solches ist selten, wenn dann über die Ungleichbehandlung und das empfinde ich als nachvollziehbar. Hier wurde nur faktisch festgestellt, dass die Ergänzungslehrgänge kaum vorkommen. Du hast den schwarzen Peter den Arbeitgebern allein zugeschoben, dies wollte ich durch diesen Tatsachenbericht relativieren. Ich persönlich wäre übrigens auch nicht in der Lage für sechs Monate auf einen so großen Anteil meines Einkommens zu verzichten, selbst wenn ich wollte. Da gibt es manchmal auch Sachzwänge nach dem Motto "Was du willst und was du kannst!".

OT: im Falle von Krankheit und Urlaub wird - bis zum Krankengeld - eine durchschnittliche Zulage gezahlt, die sich aus den letzten drei Monaten errechnet. Soviele andere mehrmonatige Lehrgänge fielen mir gerade nicht ein, geschweige denn, dass jemand gegen seinen Willen geschickt würde.
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14.03.2016, 08:19

DU hast sicherlich recht, dass es auch AN gibt, die gerne das StEx als Lösung für sich favorisieren. Wer das aus freien Stücken macht, Gern! Wenn aber von AG Seite nur das angeboten wird, finde ich es frech.



Und Johannes, dann kann ich nur hoffen das keiner jemals länger als 6 Wochen krank ist, wenn das ganze Leben auf diesen Zulagen aufbaut. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es unmöglich wäre, für einen AN im öD mal 6 Monate auf die Zulagen zu verzichten. Ich weiß sehr gut, wie toll und wichtig Zulagen sein können, aber wenn ich überlege was bei rummkommt, wenn Leute ohne neuen Input das StEx machen, dann wird mir schlecht. Das muss aber nicht deine Sorge sein.
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Johannes D.

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14.03.2016, 08:48

Du wärst überrascht, wieviele Kollegen für diesen Fall eine Krankengeldversicherung haben. Und letztlich sehe ich ehrlich gesagt keinen Unterschied bei denen, die mit der üblichen Kurzvorbereitung das StEx machen im Vergleich zu denen, die mit der Kurzvorbereitung die Ergänzungsprüfung machen. Weder im Vorwissen, in den Fähigkeiten noch in den Ergebnissen. Aber vielleicht laufen die Prüfungen bei euch auch deutlich anders als bei uns.

Dass der Arbeitgeber sich an der Stelle aber nach seinem Personal richten sollte, sehe ich ähnlich. Allerdings weiß man manchmal auch nicht, ob es nicht vergleichbare Umfragen andernorts auch gab. Bei dem oben angesprochenen AG wird es als Resultat der Umfrage voraussichtlich nun auch keine Ergänzungslehrgänge geben, lediglich eine interne Vorbereitung im normalen FoBi Programm und dann 20 statt 10 Tage Vorbereitungskurs, um die Durchfallraten zu minimieren.
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Jörg Holzmann

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14.03.2016, 09:26

aber wenn ich überlege was bei rummkommt, wenn Leute ohne neuen Input das StEx machen, dann wird mir schlecht. Das muss aber nicht deine Sorge sein.


Mit welchem "neuen Input", den diese Kollegen nicht haben (könnten), hast du denn deine Ergänzungsprüfung gemacht?
Mir ist ehrlich der Unterschied nicht ganz klar.

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14.03.2016, 09:33

Ein 10 (- 25) Tage Vorbereitungslehrgang wird zwangsweise weniger Inhalt bieten können, als 960h Vorbereitung. Dann ist natürlich die Frage, ob der Einzelne sich selbstständig dermaßen intensiv mit den Themen auseinandersetzt, wie jemand mit 960h Vorbereitung. Wenn man aber hört, das hier und da die Prüfungen so "angepasst" werden, dass der Schwerpunkt auf den Inhalt der 10 Tage Vorbereitung liegt, dann krieg ich schlechte Laune.



Johannes, vielleicht habe ich an dir vorbei gebrüllt. Mich ärgert es eben, wenn die kürzeste Vorbereitungszeit genommen wird, statt etwas mehr Zeit zu investieren, und dafür mehr mitzunehmen als nur die Urkunde. Mehr gerne per PN.
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Jörg Holzmann

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14.03.2016, 10:03

Mit welchem "neuen Input", den diese Kollegen nicht haben (könnten), hast du denn deine Ergänzungsprüfung gemacht?
Mir ist ehrlich der Unterschied nicht ganz klar.

Ein 10 (- 25) Tage Vorbereitungslehrgang wird zwangsweise weniger Inhalt bieten können, als 960h Vorbereitung. Dann ist natürlich die Frage, ob der Einzelne sich selbstständig dermaßen intensiv mit den Themen auseinandersetzt, wie jemand mit 960h Vorbereitung. Wenn man aber hört, das hier und da die Prüfungen so "angepasst" werden, dass der Schwerpunkt auf den Inhalt der 10 Tage Vorbereitung liegt, dann krieg ich schlechte Laune.


Das beantwortet aber nicht meine Frage. Wie lange war denn deine Vorbereitungszeit?

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14.03.2016, 15:53

Lebensretter unter Zeitdruck – mehr Rettungswagen für Baden-Württemberg

Nachdem es seit einigen Jahren für private Rettungsdienste nicht mehr möglich war, in Baden-Württemberg Fuß zu fassen, möchte die FDP-Fraktion im Land diesen Ausschluss aus dem Rettungsdienst nun rückgängig machen: http://www.fdp-karlsruhe.de/aktuelles/pr…n-wuerttemberg/


Knüpfe dich nicht an Geringes, es zieht dich ab und hinab, fügt dir Geringeres zu.

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14.03.2016, 17:55

Nachdem es seit einigen Jahren für private Rettungsdienste nicht mehr möglich war, in Baden-Württemberg Fuß zu fassen, möchte die FDP-Fraktion im Land diesen Ausschluss aus dem Rettungsdienst nun rückgängig machen: http://www.fdp-karlsruhe.de/aktuelles/pr…n-wuerttemberg/

Aha... :mocking: die FDP will das. Soso... :boredom:
Jetzt warten wir erst mal ab wie die neue Landesregierung aussieht...
"...Was Sie brauchen haben Sie und was Sie nicht haben brauchen Sie auch nicht.."

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14.03.2016, 23:29

Es ist doch in jedem Betrieb möglich, eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat abzuschließen, die das Prozedere um Ausgleich für entgangene Zuschläge durch Fortbildung regelt.

Deshalb sehe ich hier das Problem nicht.

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Nils (15.03.2016)

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14.03.2016, 23:34

Nachdem es seit einigen Jahren für private Rettungsdienste nicht mehr möglich war, in Baden-Württemberg Fuß zu fassen, möchte die FDP-Fraktion im Land diesen Ausschluss aus dem Rettungsdienst nun rückgängig machen: http://www.fdp-karlsruhe.de/aktuelles/pr…n-wuerttemberg/
Wo wollen denn die Privaten das Personal hernehmen für zusätzliche Rettungswägen? Schnitzen? Backen?

Ich verstehe den Vorteil eines privaten Leistungserbringers nicht. Mal davon abgesehen, dass auf Grund fehlender Tarifverträge das Lohnniveau sicher nicht höher sein kann als bei DRK und Co.

Da die Grünen den RD eher kommunalisieren wollen, scheint es (nicht nur deshalb) eher unwahrscheinlich, dass ein Grün-Rot-Gelbes Bündnis in BaWü entshehen wird.

Johannes D.

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15.03.2016, 00:12

Es ist doch in jedem Betrieb möglich, eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat abzuschließen, die das Prozedere um Ausgleich für entgangene Zuschläge durch Fortbildung regelt.

Deshalb sehe ich hier das Problem nicht.


Da der Betrieb dazu aber nicht verpflichtet ist, kann er aber auch von vorneherein klarstellen, dass er dies nicht tun wird. Dies ist im von mir genannten Beispiel passiert. Dies hat natürlich den Zweck, die Präferenz der Mitarbeiter in die vom Betrieb gewünschte Richtung zu lenken. Bei einer sehr angespannten Personalsituation wird niemand Mitarbeiter gern über lange Zeit freistellen, egal ob es refinanziert werden kann oder nicht. Da halte ich es zumindest für nachvollziehbar, wenn man keine zusätzlichen Anreize schaffen möchte.
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Harris NRÜ (15.03.2016)

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15.03.2016, 00:13

Wo wollen denn die Privaten das Personal hernehmen für zusätzliche Rettungswägen? Schnitzen? Backen?

Denkbar wäre z.B. durch das Schaffen von Anreizen, welche den privaten Rettungsdienst für suchendes oder wechselwilliges Personal interessant macht. Es ist ja nun nicht so, dass es überhaupt kein Personal mehr gäbe. Nur sucht sich das Rettungsfachpersonal heute seinen Arbeitgeber aus, nicht mehr umgekehrt.

Ich verstehe den Vorteil eines privaten Leistungserbringers nicht. Mal davon abgesehen, dass auf Grund fehlender Tarifverträge das Lohnniveau sicher nicht höher sein kann als bei DRK und Co.

Das Nichtvorhandensein eines Tarifvertrags sollte man nicht automatisch mit einem niedrigeren Lohnniveau gleichsetzen. Ein Arbeitgeber kann auch gut bezahlen, ohne an einen Tarifvertrag gebunden zu sein. Und er kann seinen Mitarbeitern auch Leistungen anbieten, die nicht in einem Tarifvertrag festgehalten sind. Natürlich fühlt man sich mit einem Tarifvertrag im Rücken besser - ohne Frage. Aber wie erwähnt: besser muss es deshalb längst nicht sein (wie ja so mancher Tarifvertrag im Rettungsdienst eindrücklich zeigt).
Der Vorteil eines privaten Leistungserbringers (was die HiOrg ja genau genommen auch sind) könnte z.B. seine Flexibilität oder sein Bestreben, sich besonders positiv am "Markt" zu positionieren, sein.
Letztlich ist es doch völlig gleichgültig, ob der Leistungserbringer privatwirtschaftlich, als Anhängsel eines Vereins oder kommunal aufgestellt ist, solange die Rahmenbedingungen für das beschäftigte Personal stimmen und das Ziel, einen professionellen Rettungsdienst auf hohem Niveau sicherzustellen, erreicht wird.


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15.03.2016, 08:20

Da die Grünen den RD eher kommunalisieren wollen, scheint es (nicht nur deshalb) eher unwahrscheinlich, dass ein Grün-Rot-Gelbes Bündnis in BaWü entshehen wird.


Davon abgesehen, dass mir das mit dem Kommunalisierungswunsch der Grünen neu ist: Das Thema Rettungsdienst ist für (egal welche) Koalitionsgespräche garantiert nicht entscheidend.

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15.03.2016, 09:08

Denkbar wäre z.B. durch das Schaffen von Anreizen, welche den privaten Rettungsdienst für suchendes oder wechselwilliges Personal interessant macht. Es ist ja nun nicht so, dass es überhaupt kein Personal mehr gäbe. Nur sucht sich das Rettungsfachpersonal heute seinen Arbeitgeber aus, nicht mehr umgekehrt.


Und ich denke, genau das ist der entscheidende Punkt. Jahrelang ist der Nachwuchs im RD aus dem Boden geschossen. Dadurch das weit über Bedarf ausgebildet wurde, mussten die meisten AG in BaWü nur die reifen Früchte pflücken. Zum Teil mit Bezahlung als RH/RS oder der Einsatz von RA auf reinen KTP-Stellen. Und dies in ganz Deutschland war, hat man vor 11 Jahren einen Tarifvertrag durchgesetzt, welcher den Job auch finanziell nicht besonders attraktiv gemacht hat. Und nach 11 Jahren schlechten Umgangs mit Rettungsfachpersonal und dem Wegfall des Zivildienstes und der RA-Ausbildung, dem Rückgang von jungen Menschen wundert man sich jetzt dass es nicht mehr reicht intern eine Stellenausschreibung zu veröffentlichen und aus zig Bewerbern wählen zu können.

Und wenn ich örtlich flexible bin, warum sollte ich dann in BaWü zu einem RD gehen der zwar nach DRK TV bezahlt, aber keine Wechselschichtzulage gewährt, 48 Stunden in der Woche arbeiten lässt und mich durch den ganzen Landkreis schickt, wenn es andere Anbieter gibt die übertariflich bezahlen, Zulagen bezahlen, Zusatzfunktionen bezahlen, Wechsleschicht bezahlen, 39,5 Stunden die Woche auf einer Stammwache arbeiten lassen?

Aus meiner Sicht, ist das Problem hausgemacht!

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Johannes D. (16.03.2016), Sebastian Kraatz (18.03.2016)