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Johannes D.

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21

26.01.2017, 13:29

Ich habe das Gefühl, dass der Empathie-Teil in der Medizin häufig zu kurz kommt bzw. stark unterschätzt wird.
Das ist die Frage. Was ist besser: Ein Arzt/Retter der total empathisch ist und sich super mit den Leuten unterhalten kann, aber medizinische nur bedingt fit ist oder ein Arzt/Retter der nur bedingt empathisch ist, dafür aber medizinisch total bewandert ist?
Könnte mir vorstellen, dass beide etwa gleich gute/ schlechte Ergebnisse hätten...


In der praktischen Medizin kommt es ohne Frage zu kurz, doch ich muss behaupten, dass es kein Fehler des Studiums / der Lehre ist. Es gibt inzwischen kaum noch ein Semester ohne mindestens ein psychologisches / psychiatrisches / psychosomatisches / soziologisches / ethisches Fach. Und bisher war die Gesprächsführung und empathischer Umgang ein wichtiger Teil, teils soweit, dass andere wichtige Aspekte des Fachs schon vernachlässigt wurden. In der Praxis sieht es zugegeben ganz anders aus, in jedem Unterricht am Krankenbett (UaK), jedem Blockpraktikum und jeder Famulatur ist man recht überrascht von der Realität - wenn man sie aus der Rettung / Pflege / etc nicht eh schon kennt. Woran liegt das? Nun, zu einem guten Teil sicherlich an dem was fakl sagte, nicht jeder Mensch ist empathisch. Mediziner, unabhängig vom genauen Tätigkeitsfeld Arzt / Rettung / Pflege sind ein Querschnitt der Gesellschaft wie alle große Berufsgruppen, vielleicht mit einer leichten Verschiebung der Normalverteilung. Sollte es eine Voraussetzung sein? Schön wäre es sicherlich, aber wie will man das realisieren? Empathie und unsere gesamte Persönlichkeit unterliegt bis ins Hohe Alter hinein einer stetigen Entwicklung, ich glaube nicht, dass es sich vorhersagen lässt, wer welche Voraussetzung am Ende seiner Ausbildung / seines Studiums hat. Ich glaube aber auch allerdings nicht, dass die Probleme im Patientenumgang ausschließlich aus mangelnder Empathiefähigkeit des Personals resultieren.

Ich denke vielmehr, dass eine der wichtigsten Ursachen die Arbeitsverdichtung ist. Bei dem in der Medizin inzwischen abgeforderten Leistung in einer 48 - 56 Stunden Woche ist das Stresslevel einfach extrem hoch. Dies erhöht nicht nur die Fehlerquote, sondern schlicht auch die Reizbarkeit. Und darunter leidet der Patientenumgang am meisten. Ich zitiere es immer wieder gern, auch wenn ich nicht mehr weiß, wo es herkam: "Niemand von uns würde einen Mechaniker, der seit 22 Stunden durcharbeitet an den Motor seines geliebten Autos lassen, aber vom Chirurgen erwarten wir ein freundliches Gespräch und eine fehlerfrei, komplikationslose sechs Stunden OP." Vielleicht sind es nicht nur die schlechten und bösen Kollegen, vielleicht tragen die Arbeitsumstände den erheblicheren Teil bei.
Land zwischen den Meeren,
vor dem sich sogar die Bäume verneigen,
du bist der wahre Grund,
warum Kompassnadeln nach Norden zeigen!

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Karsten

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22

26.01.2017, 22:18

Nach einem vernichtenden neurologischen Urteil hat der Oberarzt all unseren Wünschen zugestimmt. Der war wirklich (ohne jeden Sarkasmus) empathisch und hat einen guten Job gemacht.

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Maverick83

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23

27.01.2017, 10:42

Ich habe das Gefühl, dass der Empathie-Teil in der Medizin häufig zu kurz kommt bzw. stark unterschätzt wird.
Das ist die Frage. Was ist besser: Ein Arzt/Retter der total empathisch ist und sich super mit den Leuten unterhalten kann, aber medizinische nur bedingt fit ist oder ein Arzt/Retter der nur bedingt empathisch ist, dafür aber medizinisch total bewandert ist?
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Was bedeutet, dass man beide im System unterbringen kann.

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24

27.01.2017, 11:50

Zitat

Ich habe das Gefühl, dass der Empathie-Teil in der Medizin häufig zu kurz kommt bzw. stark unterschätzt wird.
Das ist die Frage. Was ist besser: Ein Arzt/Retter der total empathisch ist und sich super mit den Leuten unterhalten kann, aber medizinische nur bedingt fit ist oder ein Arzt/Retter der nur bedingt empathisch ist, dafür aber medizinisch total bewandert ist?
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Was bedeutet, dass man beide im System unterbringen kann.


Diese Logik verstehe ich nicht. Warum soll man nicht Fachkompetenz UND Empathie fördern können?


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Maverick83

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29.01.2017, 18:15

Weil man sich hier einig war, dass man Empathie nicht lernen kann


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Johannes D.

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29.01.2017, 21:00

Ich möchte bestreiten, dass darüber Einigkeit besteht.
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M1k3

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27

29.01.2017, 21:30

Zitat

Weil man sich hier einig war, dass man Empathie nicht lernen kann

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Selbst wenn es so wäre, ist das ja keinen Grund empathielose Ärzte am Patienten zu tolerieren. Das wäre für mich Bedingung.




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fakl

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28

29.01.2017, 22:08

Selbst wenn es so wäre, ist das ja keinen Grund empathielose Ärzte Menschen am Patienten zu tolerieren.
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

M1k3

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29

29.01.2017, 22:30

Geh ich mit!
(Falls du Ärzte durchgestrichen hast, und mit Menschen ersetzt hast- in Tapatalk seh ich das nicht).


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Maverick83

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30.01.2017, 07:17

Ok Maänner, dann mal her mit den Lösungsvorschlägen zur Umsetzung. Wie können wir Empathie messen? Und daran denken, dieses Verfahren muss skalierbar sein!

M1k3

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30.01.2017, 11:51

Nur weil es schwierig, oder biser noch nicht probiert wurde, muss der Anspruch doch nicht schlecht sein.
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Maverick83

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32

30.01.2017, 15:30

Sag mir kurz ob wir über die ideale Welt sprechen oder die aktuelle Welt. Wenn letzteres ist die Antwort ist:

Nein, muss nicht schlecht sein. Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. Daher bitte einen guten Ansatz vorschlagen, denn sonst war das nur gut gemeint.

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Johannes D. (30.01.2017)

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33

31.01.2017, 07:16

Man kann Empathie nicht einimpfen, aber man kann durchaus Empathie lernen, wenn man dafür offen ist.

Aber das ist auch völlig egal, denn man kann auch völlig empathiebefreit ein einigermaßen gutes Angehörigen-Gespräch führen, in dem man Gesprächsbausteine und Floskeln sinnvoll einsetzt. Das kann man natürlich nur, wenn man entsprechend geschult ist und die Textbausteine auch kennt. Diese Schulung kann zum Beispiel durch einen Psychologen geschehen, oder durch einen Gesprächscoach etc. Aber auch durch den Oberarzt, wenn dieser dafür geeignet ist.

Ein Beispiel dafür ist am Ende des Gespräches "Haben Sie noch Fragen?" Das kann ich jedem Menschen beibringen, egal ob er ein Soziopath oder ein großer Menschenfreund ist.

Aber solche Sachen weiß man halt nicht von Geburt an, und selbst, wenn ich micht theoretisch gut auf ein Erstes Mal mit Angehörigen vorbereitet habe, gilt es doch, auf 1000 Dinge zu achten. Und da ist es immer sinnvoll, jemanden dabei zu haben, der soetwas schon mal gemacht hat - sei es der Oberarzt, der leitende Stationsarzt, ein erfahrener Pfleger (der das allerdings auch erst lernen muss) oder jemand, dessen Hauptaufgabe die Gesprächsführung ist, zum Beispiel Seelsorger, Psycholgen etc.

Angehörigen- bzw. Patientenbetreuung ist also eine alltägliche Tätigkeit, die genauso wie Diagnostik, Therapie, Briefschreiben, Aufnahme- und Entlassmanagement, Beschwerdemanagement etc. zur allgemeinen Tätigkeit dazugehört und die man erlernen muss - darauf würde man den jungen Assistenzarzt auch nicht alleine loslassen. Der eine lernt schneller, der andere langsamer.

EDIT: Nachträgliche Kompensation meiner dicken Finger

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Hauke

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31.01.2017, 13:46

Ok Maänner, dann mal her mit den Lösungsvorschlägen zur Umsetzung. Wie können wir Empathie messen? Und daran denken, dieses Verfahren muss skalierbar sein!


Warum muss es das?

Ich finde schon, dass man Empathie lernen kann.
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31.01.2017, 14:25

Ich hab mal bei nem Vortrag einer Ärztin, die als Patientin eben mal die andere Seite mitbekommen hat, erfahren, dass Empathie-Kurse zwar dem Arzt ein gutes Gefühl geben, die Patienten aber keine bessere Einschätzung des Arztes hatten, was eben die Empathie anging. Moral: Empathie-Kurse bringen beim eigentlichen Adressaten (dem Patienten und seinen Angehörigen) nichts.

Jörg Holzmann

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31.01.2017, 14:43

Ich kann mir schon vorstellen, dass man seine Empathiefähigkeit verbessern kann. Aber nicht in Kursen oder Seminaren, sondern langfristig im echten Leben, durch Erfahrung und Übung.

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Jörg Holzmann

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11.02.2017, 20:24

Netzfund zum Thema:
»Jörg Holzmann« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_0091.JPG

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fakl

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11.02.2017, 21:10

Netzfund zum Thema:

Danke Jörg,
ich habe Tränen gelacht.
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

Jörg Holzmann

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11.02.2017, 21:16

Netzfund zum Thema:

Danke Jörg,
ich habe Tränen gelacht.


Ich war zwiegespalten.
Ich habe mich gefragt, ob die lieben Kollegen vor ihrem Knalleffekt zum Abschied 17 Jahre lang gekuscht und die Fresse gehalten haben, oder ob sie da auch schon so forsch waren.
Ich selbst bin ja, wie man weiß, ein Freund offener Worte. Aber doch nicht erst, wenns zu spät ist. Das kann ja jeder.

Jörg Holzmann

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40

11.02.2017, 21:27

Was mir gerade noch dazu einfällt: Spätestens nach der unsäglchen Geschichte in Neustadt/Aisch weiß man ja auch, dass nicht immer alles wahr sein muss, was öffentlich über Kollegen und Vorgesetzte geschrieben wird.

Der betroffene Chefarzt aus dieser scheinbar humoresken Anzeige kann sich dagegen kaum zur Wehr setzen und auf ähnliche Art Stellung beziehen. Dennoch ist er für Insider (zB seine neuen Mitarbeiter) sicher ohne allzu viel Fantasie zu identifizieren. Das kleine Abschiedsgeschenk ist also durchaus dazu geeignet, ihm persönlich und beruflich zu schaden.

Ich weiß also abschließend nicht, ob das die Stilebene ist, die ich für eine solche Fundamentalkritik für geeignet halte, ob sie nun im Grundsatz berechtigt ist oder nicht. Eher nicht, obwohl auch ich geschmunzelt habe.