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Karsten

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21

31.10.2016, 08:39

Ich habe bei diversen Einsätzen mit Junkies erst einmal die Polizei benötigt. Ein paar Mal waren die mit alarmiert, weil die Leitstelle das aufgrund des Notrufe so entschieden hat. Regelhaft erfolgt die Alarmierung ohne Polizei, was ich gut finde, da sonst die Hemmschwelle zu sehr steigen würde, den Notruf zu wählen. Zum Naloxon Nasenspray, finde ich eine super Idee, dann können die sich gegenseitig helfen. Und ich bin immer ein Freund von wirksamer erster Hilfe.

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max skinner

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22

31.10.2016, 19:32

Ich sehe das ganz genau so.

Ich habe in der Regel keine Probleme mit Drogenabhängigen, da kommt es sicher sehr stark darauf an wie man an die Sache herangeht. Mit den agressiven Patienten hab ich kein Problem, entweder sie sind nicht vital gefährdet und halt agressiv - dann kann sich der RD ja entfernen (Patient verweigert Untersuchung + Alles). Oder man hat den Eindruck sie gefährden sich selbst, dann wird man um die Polizei nicht herum kommen. In Österreich ist das teilweise ein Problem, es gibt noch keine rechtliche Grundlage für die zwangsweise Unterbringung von Patienten außerhalb des Seuchenrechts und psychischer Erkrankungen (Ob eine Intox jetzt eine psychische Erkrankung ist....da scheiden sich die Geister).

Letztlich seh ich mich aber als "Freund und Helfer", dh ich muss mich nicht aufdrängen. Wirklich Probleme bekommt man meist erst dann, wenn man "zudringlich" wird. Wenn man mit den Leuten normal auf Augenhöhe spricht und ihnen die Situation auch verdeutlicht, dann hat man keine Probleme.

Zb im öffentlichen Raum: Da sage ich den Leuten oft: "Hier können sie nicht bleiben, wenn sie einfach aufstehen und nach Hause oder außer Sichtweite gehen haben wir alle unsere Ruhe." Dann verstehen die Patienten das auch, gehen halt weg oder wenn sie nicht können fängt die Medizin an.

Ich habe durchaus Kollegen die glauben sie sind die Polizei und wollen solche Patienten regelrecht "verhaften" bzw unbedingt in ein Spital mitnehmen. Das finde ich falsch. Unsere Einsätze können (und werden an Hotspots auch oft) von Sozialarbeitern ("Streetworkern") erledigt. Wenn irgendwo einer sitzt oder liegt muss man einfach hingehen, abchecken das die Person atmet und spricht, fragen ob alles ok ist und that's it.

Nur weil ein besorgter Bürger oder ein unwilliger Security meint jemand soll da "weg" kann man nicht anfangen Leute von der Straße zu holen.

Und zur Mitalarmierung der Polizei: das halte ich für maximal schlecht weil es das Vertrauen in den RD nimmt. Daraus resultieren Menschen die aus Angst vor Strafverfolgung dann eben nicht mehr anrufen.
Oder es braucht eben Polizisten die "wegsehen", also schlicht wieder gehen wenn keine Bedrohung vorliegt. Nur weil man da zufällig in eine Wohnung kommt (in die man sonst nie kommen würde - zumindest nicht ohne richterlichen Beschluss oder Gefahr im Verzug) muss man ja nicht gleich alles verwerten (aus menschlicher Sicht, die Offizialmaxime ist mir durchaus bekannt).

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thh

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23

01.11.2016, 16:43

Oder es braucht eben Polizisten die "wegsehen", also schlicht wieder gehen wenn keine Bedrohung vorliegt. Nur weil man da zufällig in eine Wohnung kommt (in die man sonst nie kommen würde - zumindest nicht ohne richterlichen Beschluss oder Gefahr im Verzug) muss man ja nicht gleich alles verwerten (aus menschlicher Sicht, die Offizialmaxime ist mir durchaus bekannt).


Da muss ich - so sehr ich Dir auch sonst zustimme - widersprechen: doch, das muss man, aus denselben Gründen, aus denen der Rettungsdienst das nicht nur nicht muss, sondern nicht tun darf.

Es obliegt nicht dem Rettungsdienstler, zu entscheiden, ob seine Patienten der Strafverfolgung zuzuführen sind, es obliegt aber auch nicht dem Polizeibeamten, zu entscheiden, das nicht zu tun.

M1k3

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01.11.2016, 19:18

Im Gegenteil, er muss eine Straftat verfolgen, wenn er eine sieht?


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25

01.11.2016, 19:28


Im Gegenteil, er muss eine Straftat verfolgen, wenn er eine sieht?


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Ja.

http://www.rechtslexikon.net/d/legalitae…aetsprinzip.htm
https://dejure.org/gesetze/StGB/258a.html

max skinner

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26

01.11.2016, 19:40

Ja, zumindest bei Offizialdelikten. Das ist natürlich mit Problemen verbunden.

Ich hatte zb mal im Rahmen eines Falles von Gewalt in einer Beziehung (?) in einem Hotelzimmer ein massives Problem mit der Polizei. Ok sie waren zuerst wegen dem lautstarken Streit vor Ort, wir kamen wegen des Opfers, einer jungen Frau. In diesem Setting waren ganz offensichtlich Alkohol und Drogen im Spiel. Das Problem: Die Polizisten wollten den Raum (mit dem Opfer) nicht verlassen und haben uns andererseits Verboten die Patientin ohne einen begleitenden Polizisten mit in den RTW zu nehmen. Da wollte uns die natürlich nicht sagen ob und was sie genommen hat.

Ich hab das ganze auf kreative Art und Weise gelöst, wir haben zuerst mal "Platz" gebraucht und die Polizisten ans andere Ende des Zimmers komplimentiert, dann hat es ein Kollege geschafft lautstark mit den Polizisten zu "eskalieren", das hat zwar in gegenseitigen Beschwerden über den offiziellen Weg geendet (Wir haben - beste Aktion ever - im Laufe des Streits über unseren Funk unseren Offizier (quasi OrgL/Dienstführung) und einen Offizier der Polizei angefordert weil wir von der Anwesenden Polizei bei der Arbeit behindert werden, sie fanden es nicht lustig) - aber ein Mitglied unserer Dreierbesatzung konnte daweil still und leise ein "vertrauliches" Gespräch mit der Patientin führen. Rausgekommen ist jedenfalls nix - aus Sicht meiner HiOrg waren wir im Recht und die Polizisten denken sich wahrscheinlich wir sind deppert.

Ziel erreicht, der Job wäre ja sonst auch ziemlich faad.

(ich bin übrigens persönlich ein sehr starker Polizei-Kritiker: Ich glaube da rennt extrem viel schief und wäre deswegen für Body-Cams für jeden Polizisten und flächendeckenden Videoüberwachung aller Bereiche von Polizeidienststellen. Liegt zb an solchen Vorfällen: http://derstandard.at/2000046412430/Proz…uer-die-Polizei )

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27

04.11.2016, 09:14


Ziel erreicht, der Job wäre ja sonst auch ziemlich faad.

(ich bin übrigens persönlich ein sehr starker Polizei-Kritiker: Ich glaube da rennt extrem viel schief und wäre deswegen für Body-Cams für jeden Polizisten und flächendeckenden Videoüberwachung aller Bereiche von Polizeidienststellen. Liegt zb an solchen Vorfällen: http://derstandard.at/2000046412430/Proz…uer-die-Polizei )


Das hast du dir ja als Beispiel ein völlig neutrales Presse-Erzeugnis ausgesucht :positiv: Flächendeckende Videoüberwachung in allen Bereichen einer Polizeidienststelle? Irre?

Ich gehöre zur Fraktion derer, die bisher keine wirklich schlechten Erfahrungen mit der Polizei hatten- auch was solch schwierige Einsätze betraf. Kommt vielleicht noch , vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich bin ich persönlich befangen , da ich einige Polizisten auch näher kenne, aber insgesamt gibt's da glaub ich genausoviele oder wenige Spinner, Reichsbürger und Hohlköpfe wie in der Feuerwehr und dem Rettungsdienst auch...
Bevölkerungsquerschnitt halt

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