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Eddy

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21

04.10.2015, 18:17

Die letzten 5% Hilfsfristeneinhaltung kosten halt dermaßen viel Geld im Verhältnis zu den vorhergehenden 95%, dass sich jeder fragen lassen muss, ob er bereit ist, das tatsächlich für überall im ganzen Land mit seinen Beiträgen zu bezahlen.

Und wenn sich der Beitrag (egal ob KK-Beitrag in D, oder Rettungseuro in der Steiermark) dann verdoppelt (oder mehr), hört der "Spaß" bei vielen halt auf.

Auch wenn das eine Phrase ist, das echte Leben gibt's halt nicht ohne Restrisiko.

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dens

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22

04.10.2015, 20:46

Jemandem das Recht auf adäquate medizinische Versorgung absprechen, weil er sich dazu entscheidet nicht in der Großstadt oder gar auf dem platten Land zu wohnen, ist doch recht zynisch.
Und dies dann noch mit den 5% die für Ausnahmefälle gedacht sind zu rechtfertigen, ist nicht ganz das mit was ich konform gehe...

Eddy

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23

04.10.2015, 20:51

Ich denke, dass will niemand jemanden absprechen. Aber Fakt ist, dass es immer Lücken im System geben wird. Und wenn es nur beim zweiten oder gar dritten Patienten irgendwo weit draußen ist. Das wird man auch in unserem Land akzeptieren müssen.

GuyFawkes

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24

04.10.2015, 20:52

Ich finde das gar nicht zynisch.
Es gibt Entscheidungen die jeder Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte treffen kann und darf.
Dazu gehört auch der Wohnort mit allen Vor- und Nachteilen. Das fängt an beim Supermarkt und hört halt auf bei der (notfall)medizinischen Versorgung.

Wir leben in einem gut versorgten Land, aber die Aufgabe unserer Regierung ist nicht überall Wattebäuschchen hinzulegen und Ecken abzurunden.
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25

04.10.2015, 21:12


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Hauke

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26

04.10.2015, 21:26

Jemandem das Recht auf adäquate medizinische Versorgung absprechen, weil er sich dazu entscheidet nicht in der Großstadt oder gar auf dem platten Land zu wohnen, ist doch recht zynisch.
Und dies dann noch mit den 5% die für Ausnahmefälle gedacht sind zu rechtfertigen, ist nicht ganz das mit was ich konform gehe...


Da legst du mir etwas in den Mund, was ich so nie gesagt habe. Ich spreche jemanden, der auf dem Land lebt, nicht das Recht einer adäquaten medizinischen Versorgung ab. Ich komme vom Land. Und es gibt eine Rettungswache mit einem Fahrzeug was einen recht großen Bereich von Dörfern abdeckt. Wenn dieses Auto an einen Einsatz gebunden ist, dann braucht das nächste i.d.R. mehr als 15 Minuten. Das weiß ich. Trotzdem möchte ich da wieder hinziehen. Im Gegensatz zu den verwöhnten Städtern, die aufs Land ziehen, erwarte ich aber nicht, dass ich den Edeka mit dem Fahrrad erreiche, der Kinderarzt in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen ist und zu jeder Tages - und Nachtzeit binnen 15 Minuten ein RTW, ein NEF, ein Löschzug und ein FuStW vor meiner Tür stehen habe.

Ich lebe in einem Land in dem ich in jedem Fall mal davon ausgehen kann, dass Hilfe kommt! Aber eben womöglich erst nach 17 Minuten oder vielleicht sogar 25. Auch wenn das für einige nicht auszuhalten ist, weil das ja so in den Gesetzen steht und schließlich hat hier ja Recht und Ordnung zu herrschen!
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27

04.10.2015, 21:37

Noch mal als Nachtrag, um das klar zu stellen:

Ich diskutiere überhaupt nicht über die 5%. Wenn diese dauerhaft und massiv überschritten werden, besteht Handlungsbedarf, völlig egal, ob mit einer neuen Wache oder einem FR System, völlig egal ob in der Stadt oder auf dem Lande.

Das einzige, was ich gesagt habe, war, dass ich im dünn besiedelten Land eher unter die 5% Fallen werde, bei dem die Hilfsfrist nicht eingehalten werden kann. Und so etwas sollte man sich eben auch bewusst machen, wenn man auf dem Lande lebt.
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05.10.2015, 08:01

Tolle Effizienzsteigerung wenn man mit aller Gewalt am Ehrenamt festhält. Das ist weder effizient (außer in wirtschaftlicher Hinsicht) noch professionell.


Wenn es in manch abgelegenen Gegenden nur alle paar Wochen mal einen Einsatz gibt, ist das vielleicht nicht die schlechteste Lösung. Für Stadtbereiche empfinde ich das auch nicht als gut, so sehr auf das Ehrenamt zu setzen. Allerdings sind mir die Strukturen in Österreich auch weitestgehend unbekannt, um das vernünftig einschätzen zu können.


Gerade dann solltest du doch hauptamtliches Personal haben, wenn es wenig Einsätze gibt. Denn hier auf dem Land dauert es lange ins Spital oder bis der nächste Notarzt verfügbar ist.


Wieso?


Weil der Patient auf dem Land genau den gleichen Anspruch anspruch hat, wie der in der Stadt. Ich arbeite selbst auf einer Wache die so viel Einsätze im Jahr fährt, wie manch einer von euch in 4 Wochen.




Aber wir sprachen ja nicht von Qualifikation, sondern von Beschäftigungsstatus.

Wieso sollte ein hauptamtlicher Notfallsanitäter (A), der zehn Einsätze im Monat fährt, die Ansprüche des Patienten besser erfüllen als ein ehrenamtlicher Notfallsanitäter (A), der zehn Einsätze im Monat fährt?
Ein Arbeitsvertrag alleine macht schließlich niemanden zum besseren Retter, wie wir alle wissen. Und das Routine-Argument greift bei einer solchen Einsatzfrequenz beim einen so wenig wie beim anderen.

Man könnte natürlich routinierte Stadtretter turnusmäßig und wochenweise zum Bereitschaftsdienst in die Einöde versetzen, um diesem vermeintlichen Nachteil entgegenzuwirken, aber wenn ich das richtig verstanden habe, macht ihr das in eurem hauptamtlichen Rettungsdienst auch nicht.

Unterm Strich scheint mir die ablehnende Reaktion gegenüber ehrenamtlichen Insellösungen in bestimmten Regionen ein Reflex zu sein, weil es dem Berufsretter einfach nicht passt, dass es auch Alternativen geben kann, die in bestimmten Situationen sinnvoll sind.



Es geht mir nicht darum, ob es mir passt oder nicht. Du weißt wo ich arbeite und wie viel Einsätze wir fahren. Das könnten auch Ehrenamtliche. Jetzt hast du vielleicht Kollegen, die sind schon älter, oder andere die einfach nicht mehr jede Schicht 7 Fahrten machen wollen. Dann wäre doch so eine Dornröschen Wache das Ideale für diese Kollegen.


Eben hast du aber noch mit den "Ansprüchen des Patienten" argumentiert. Darauf bin ich eingegangen.
Wenn man natürlich mit der Bequemlichkeit des Personals argumentiert, sind solche Kuraufenthalte auf der Außenwache hinterm Mond sicher für ein paar Wochen im Jahr ganz angenehm.


Kur ist etwas ganz anderes. Und wie gesagt, hinter dem letzten Hügel retten ist nicht selten anspruchsvoller als fast jeden in den RTW laufen zu lassen.

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05.10.2015, 08:55

Das mag ja sein, ist aber schon wieder ein anderes Thema. Ich mach jetzt nicht mehr mit beim Themen-Hopping.

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05.10.2015, 10:48

"Kur ist etwas ganz anderes. Und wie gesagt, hinter dem letzten Hügel retten ist nicht selten anspruchsvoller als fast jeden in den RTW laufen zu lassen."

Auf dem Land sind die Patienten nicht mehr oder weniger krank als in der Stadt. Ich musste in meinem Anerkennungsjahr mir ständig anhören, dass wir auf dem Land ja "echte" Patienten haben, die in der Stadt nur Müll. Das konnte ich nicht erleben. Insgesamt deutlich weniger Einsätze, aber statistisch nicht mehr NACA 4+ als wo ich jetzt arbeite (Stadt mit 25000 Einwohnern + 36000 drumherum).
Aber auch bei uns erzählt unsere Landwache (1,5 Einsätze in 24h) gerne davon, dass sie ja viel schlimmere Einsätze hätten als wir...
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31

05.10.2015, 17:05

"Kur ist etwas ganz anderes. Und wie gesagt, hinter dem letzten Hügel retten ist nicht selten anspruchsvoller als fast jeden in den RTW laufen zu lassen."

Auf dem Land sind die Patienten nicht mehr oder weniger krank als in der Stadt. Ich musste in meinem Anerkennungsjahr mir ständig anhören, dass wir auf dem Land ja "echte" Patienten haben, die in der Stadt nur Müll. Das konnte ich nicht erleben. Insgesamt deutlich weniger Einsätze, aber statistisch nicht mehr NACA 4+ als wo ich jetzt arbeite (Stadt mit 25000 Einwohnern + 36000 drumherum).
Aber auch bei uns erzählt unsere Landwache (1,5 Einsätze in 24h) gerne davon, dass sie ja viel schlimmere Einsätze hätten als wir...


das ist schon richtig, ich arbeite in einem ländlichen Kanton der Schweiz, wo es noch nicht diese Mentalität gibt, wegen jedem Furz den RTW zu rufen. Und deswegen kann ich sagen, hier fährst du zu 90 % wirklich kranke Menschen. Und wo der NA schon mal 20 bis 40 min braucht.

M1k3

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05.10.2015, 17:28

Dann mag das bei dir stimmen. Als allgemeine Regel kann ich das nicht akzeptieren. :)


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Nils

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06.10.2015, 17:43

Jemandem das Recht auf adäquate medizinische Versorgung absprechen, weil er sich dazu entscheidet nicht in der Großstadt oder gar auf dem platten Land zu wohnen, ist doch recht zynisch.
Und dies dann noch mit den 5% die für Ausnahmefälle gedacht sind zu rechtfertigen, ist nicht ganz das mit was ich konform gehe...


Das ist nicht zynisch. In einer Großstadt ist die Infrastruktur nun mal anders als in wenig besiedelten Gebieten. Darüber brauchen wir doch nicht wirklich zu diskutieren... Damit wird niemandem irgendein Recht abgesprochen, es ist lediglich eine durch Wohnortentscheidung getroffene Wahl des Bürgers, auf welchem Komfortlevel er sich einrichten möchte.

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Eddy

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07.10.2015, 18:04

Zumal z.B. nachts in wirklicher Ruhe und Dunkelheit bei offenem Fenster schlafen zu können auch etwas mit Luxus zu tun hat und den bekommst du schon in einer Stadt mittlerer Größe nicht mehr. Also echte Gkeichheit gibt es halt nicht.