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res cogitans

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21

03.02.2015, 23:34

Dann vergleich mal mit dem/der hibbeligen 19-jährigen frischen RA, der/die zum ersten Mal ein NEF und noch dazu eines für ihn bislang unbekannten Autotyps führt.

Wo fahren denn 19 Jahre alte RettAss NEF?
Es gibt auch Ü40 RettAss, die sich als NEF-Fahrer verfahren.


ich bin halt nicht von hier... *gg*

Jörg Holzmann

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22

03.02.2015, 23:35

Dann vergleich mal mit dem/der hibbeligen 19-jährigen frischen RA, der/die zum ersten Mal ein NEF und noch dazu eines für ihn bislang unbekannten Autotyps führt.

Wo fahren denn 19 Jahre alte RettAss NEF?
Es gibt auch Ü40 RettAss, die sich als NEF-Fahrer verfahren.


Die 20-Jährigen haben meiner Erfahrung nach den "Vorteil", dass sie sich von ihrem Beifahrer auch mal bremsen lassen, wenn das Temperament beim Blaulichtfahren mit ihnen durchgeht. Schlimmer fand ich immer die unbelehrbaren 40-Jährigen Raser, neben denen ich gelegentlich als Beifahrer kaltschweißig wurde.

true_Phoenix

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23

04.02.2015, 00:50

Ob die jungen Fahrer jetzt 19, 20 oder 21 Jahre alt/jung sind macht es auch nicht mehr fett, genauso wenig, ob die vorher zwei Tage mit dem leeren Auto proben durften. Das sind zwar alles nette Ansätze, aber der Punkt bleibt ja, dass dieser Fall nicht nur am selbstfahrenden Notarzt festgemacht sein sollte. Da begibt man sich ganz schnell auf die selbe Niveaustufe, die auch Medien aufgreifen z.B. durch den Begriff "gemeldeter Kindernotfall" - völlig unerheblich.
Ich bin kein Freund von selbstfahrenden Notärzten, aber ich sehe teils den Sinn darin und die Schwierigkeiten, es vielerorts anders zu regeln. Ich glaube sogar, und da unterscheidet sich meine Meinung doch erheblich von der vieler, dass in naher Zukunft genauso viele, wenn nicht gar mehr davon auf der Straße unterwegs sein könnten. Gespart wird oft dort, wo es einfach ist. Und je nach Interpretation kann man den selbstfahrenden Notarzt ja auch als günstiges Konkurrenzmodell zum verbreiteten Modell RA/NA verkaufen. Sicherlich nichts für die Stadt und Gebiete mit hohen Einsatzaufkommen, aber durchaus für ländliche Bereiche, die bei gutem Wetter nur der Hubschrauber so gerade pünktlich erreicht. Wenn man engagierte Notärzte dafür gewinnen kann, dann wäre es doch sinnvoll umsetzbar. Ich finde, es entspräche so in etwa dem First Responder-/HvO-System mit dem Unterschied, dass dadurch die notärztliche Ebene abgedeckt würde und sicherlich nicht nur ehrenamtlich gearbeitet werde könnte. Nicht mein Wunsch, aber lokal vielleicht ein System mit Zukunft aus der Not geboren.
So oder so wird ein Urteil, welcher Art auch immer es ausfallen mag, in diesem Fall interessant sein für Fahrer eines jeden Einsatzfahrzeuges. Ich sehe den Punkt nicht im selbstfahrenden Notarzt als solchen, sondern vielmehr beim Führen eines mit Sonderrechten im Einsatz befindlichen Fahrzeuges ganz allgemein.

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//stefan (04.02.2015)

res cogitans

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04.02.2015, 00:53

wo unterscheiden sich unsere ansichten jetzt nochmal genau?

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Alrik (04.02.2015)

Matthias Wenzel

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25

04.02.2015, 09:05

Das mit der beruflichen Grundlage: er verdient genug um sich für die Zeit einen Fahrer einzustellen, oder muss Seine Arzthelferinnen fahren lassen. Musste mein Schwager sich auch so vom Richter anhören, weil 2x Foto und 4 Wochen keinen Lappen
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26

04.02.2015, 10:06

wo unterscheiden sich unsere ansichten jetzt nochmal genau?

Gar nicht so sehr... :positiv: Hab ich schon gemerkt. War ja nur mein prinzipieller Gedankengang und Andere lesen ja auch mit. Soll ja keiner was sagen, dass nur noch themenfremd und in Privatkontroversen diskutiert würde.

Daniel Grein

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27

04.02.2015, 10:17

Anzeige stößt auf breites Unverständnis: http://www.augsburger-allgemeine.de/neub…id32888102.html


Knüpfe dich nicht an Geringes, es zieht dich ab und hinab, fügt dir Geringeres zu.

fakl

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28

04.02.2015, 18:15

Es ist vor allem ein Signal, dass man eine große Verantwortung hat, wenn man mit Lampen und Töte fährt, und dass man andere nicht Gefährden darf.


Es ist ein Signal, dass der Justiz die Praxis die Realität des Einsatzdienstes fremd ist.
Es ist darüberhinaus ein Signal, dass auch Bereiche der Notfallmedizin juristisch reglementiert werden.

Vielmehr und das erlebe ich, traurigerweise, in der Intensivmedizin, ist es so, dass man oftmals sein ärztliches Handeln von der Angst vor rechtlichen Konsequenzen leiten und beeinflussen lässt und das dies oftmals nicht das Wohl des Patienten mehrt.
Das ist der eigentlich skandalöse Vorgang.

Und das wirklich pervese unserer Gesellschaft ist, dass wenn das Kind des Staatsanwaltes bzw. der Staatsanwältin gewesen wäre, sicherlich ein mit anderem Maß gemessen worden wäre bzw. eine Überschreitung der Hilfsfrist durch den Notarzt in in Erklärungsnot gebracht hätte.

Die Justiz ist kein Selbstzweck, sondern sie dient dem Allgemeinwohl, da auch sie demokratisch legitimiert ist.
Wenn wir die Wahl zwischen dem Wohl eines Kindes haben und der Rücksichtnahme bzw. Höfflichkeit im Straßenverkehr, dann sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.
An der Stelle des Kollegen, würde ich, wenn er tatsächlich schuldlos gehandelt hat, nach Beschwerde bei der bayerischen Staatsregierung, sämtliche Rechtsmittel einlegen und mich durch die Instanzen klagen. Ich würde auch breit die Öffentlichkeit suchen.
Nachtrag:
Die Beschwerde bei der bayerischen Staatsregierung wäre kein Zeichen von Querulanz. Vielmehr war der Notarzt nicht im Privatvergnügen unterwegs, sondern er übte eine öffentliches/hoheitliche Tätigkeit aus. (In Bayern gilt für Notärzte übrigens auch die Amtshaftung, falls mir jemand widersprechen möchte ;-) )
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

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GuyFawkes

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04.02.2015, 18:26

Ja, es mag sein (wahrscheinlich: wird sein), dass der Justiz in der Breite die Praxiserfahrung im "täglichen Kampf um Leben und Tod mittels Einsatz von Sondersignalen" fehlt, aber dennoch ist es eben ihre Aufgabe darüber zu urteilen, ob das Verhalten den Normen entspricht.

Nur weil noch keine vergleichbaren Fälle bekannt sind, heißt es ja nicht, dass alle anderen Autofahrer nie Probleme hatten. Vielleicht hatte nur noch niemand wirklich die Schnauze voll?!
Mir sind auch schon Fahrzeuge diverser BOS im Kamikaze-Anflug entgegengekommen. Auch an Stellen, an denen das Ausweichen für mich unmöglich war.
Habe ich die Fahrer angezeigt? Nein. Hätte ich können? Wahrscheinlich.


Der Staatsanwaltschaft zu unterstellen, dass sie bei einem eigenen Kind anders gehandelt hätte und dann auch noch eine gewisse Allgemeingültigkeit solch eines Verhaltens in den Raum zu stellen, finde ich übrigens nicht angemessen.


Ist der Doc schuldig, gehört er bestraft. Wenn nicht, dann eben nicht.
Das hat aber auch sicher nicht in die eine oder andere Richtung beeinflusst zu werden indem die "Öffentlichkeit" involviert wird.
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30

04.02.2015, 18:26

Und das wirklich pervese unserer Gesellschaft ist, dass wenn das Kind des Staatsanwaltes bzw. der Staatsanwältin gewesen wäre, sicherlich ein mit anderem Maß gemessen worden wäre bzw. eine Überschreitung der Hilfsfrist durch den Notarzt in in Erklärungsnot gebracht hätte.



Eine solche Aussage - wie sie auch in den Facebook-Kommentaren zu finden ist - hätte ich hier nicht erwartet.

Der Einfachheit halber kopiere ich meinen Facebook-Beitrag zum Thema:

Zitat

Es stünde uns ganz gut zu Gesicht, nicht immer reflexartig jegliche Schuld von uns zu weisen und mit empörten Kommentaren die Schuld bei Anderen zu suchen. Ich kann mir durchaus Situationen vorstellen, in welchen andere Verkehrsteilnehmer bei Sonderrechtsfahrten unverhältnismäßig gefährdet werden. Niemand kann den vorliegenden Sachverhalt tatsächlich objektiv bewerten; sollten die Anzeige stellenden Autofahrer tatsächlich zu einem gefährlichen Brems- und Ausweichmanöver gezwungen worden sein, was dem Notarzt in dieser Situation vielleicht tatsächlich nicht aufgefallen war, so bleibt der Staatsanwaltschaft gar nichts anderes übrig, als dies entsprechend zu ahnden. Manche Kollegen haben, so scheint es, eine gefährliche Einstellung im Bezug auf ihre Sonder- und Wegerechte im Notfalleinsatz. Andere Verkehrsteilnehmer können sich nun mal leider nicht in Luft auflösen, auch wenn man per Gesetz ein Wegerecht hat.
Unbestritten gibt es (zunehmend) viele Autofahrer, die mit einem herannahenden Einsatzfahrzeug völlig überfordert sind oder auch einen gewissen Egoismus an den Tag legen. Daraus kann aber keine Generalabsolution für das mitunter auch gefährdende Verhalten von Fahrern von Einsatzfahrzeugen abgeleitet werden.


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04.02.2015, 18:39

Ich habe selbst schon erlebt, dass wir bei einer Patientin mit einem Druck von 70 im hämorrhagischen Schock nicht weiter gekommen sind, da sich der Autofahrer vor uns geweigert hat weiterzufahren und wir in der Verkehrssituation eingeparkt waren.
Nach 2 Minuten Diskussion und Tatütata im Nacken ist er dann weitergefahren.

Bei selbiger Person, könnte ich mir problemlos eine Anzeige vorstellen.

Im übrigen wurde uns in dem Fall bei Schilderung der Situation gegenüber der Polizei von einer Anzeige des Autofahrers abgeraten, da mein Kollege in der Hitzigkeit der Situation sich fraglich ebenfall dem Vorwurf der Nötigung schuldig gemacht hätte...


Die Tatsache, dass hier ein Strafbefehl ausgesprochen wurde, zeigt vielmehr, dass man sich über die Güterabwägung, die Beweisaufnahme und die Möglichkeit zur Stellungnahme des Notarztes eher weniger Gedanken gemacht hat.
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04.02.2015, 18:42

...und so ein Vorfall ist jetzt Legitimation für schlechtes Benehmen von "Blaulichtfahrern"?
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04.02.2015, 18:45

Nein, nur es gibt auch Idioten im Bereich des normalen Bürgers.

Daher rate ich zu einer validen juristischen Aufarbeitung des Vorfalls und nicht zu einem Schnellschuss in Form eines Strafbefehls!
Das ärgert mich.
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04.02.2015, 18:50

Fangen wir jetzt mit Anekdoten an? Was ich schon alles erlebt hab...!


:scare3:

fakl

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04.02.2015, 18:53

Fangen wir jetzt mit Anekdoten an? Was ich schon alles erlebt hab...!


Einen Strafbefehl hast du offensichtlich noch nicht erlebt.

Zitat

Das Strafbefehlsverfahren ist im deutschen Recht ein vereinfachtes Verfahren zur Bewältigung der leichten Kriminalität durch einen schriftlichen Strafbefehl. Die Besonderheit des Strafbefehlsverfahrens liegt darin, dass es zu einer rechtskräftigen Verurteilung ohne mündliche Hauptverhandlung führen kann.


Das halte ich so einem Fall, in dem es um grundsätzliche Fragen öffentlich-rechtlichen Handelns geht, für zu wenig differenziert.
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04.02.2015, 20:55

Der Strafbefehl erspart dem Angeklagten die Verhandlung, wenn die Sachlage recht eindeutig ist und es sich um ein 0815-Vergehen handelt.

Es ist ein Signal, dass der Justiz die Praxis die Realität des Einsatzdienstes fremd ist.
Seh ich hier nicht so offensichtlich. Weißt du etwas, was der Allgemeinheit hier entgangen ist?

Zitat

Es ist darüberhinaus ein Signal, dass auch Bereiche der Notfallmedizin juristisch reglementiert werden.
Ja. Und? Wer eine verantwortungsvolle Tätigkeit ausübt, muss auch bei Verfehlungen mit Sanktionen rechnen. Das ist in anderen Berufen auch so.

Zitat

Vielmehr und das erlebe ich, traurigerweise, in der Intensivmedizin, ist es so, dass man oftmals sein ärztliches Handeln von der Angst vor rechtlichen Konsequenzen leiten und beeinflussen lässt und das dies oftmals nicht das Wohl des Patienten mehrt.
Auch das ist in anderen Berufen auch so. Manche Leute stellen die Frage nach etwaigen (rechtlichen oder disziplinarischen) Konsequenzen über die sachlich richtige Entscheidung.

Zitat

Und das wirklich pervese unserer Gesellschaft ist, dass wenn das Kind des Staatsanwaltes bzw. der Staatsanwältin gewesen wäre, sicherlich ein mit anderem Maß gemessen worden wäre bzw. eine Überschreitung der Hilfsfrist durch den Notarzt in in Erklärungsnot gebracht hätte.
Das ist Polemik aus der untersten Schublade.

Zitat

Wenn wir die Wahl zwischen dem Wohl eines Kindes haben und der Rücksichtnahme bzw. Höfflichkeit im Straßenverkehr, dann sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.
Ja, genau: Wir sollten auf dem Weg zum Einsatz darauf achten, unbeteiligte Dritte nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Sollte man das im hier zugrunde liegenden Fall "vergessen" haben, wird Herr Doktor vollkommen legitim verknackt. So what?

Zitat

An der Stelle des Kollegen, würde ich, wenn er tatsächlich schuldlos gehandelt hat, nach Beschwerde bei der bayerischen Staatsregierung, sämtliche Rechtsmittel einlegen und mich durch die Instanzen klagen. Ich würde auch breit die Öffentlichkeit suchen.
Die aus'm Dorf haben angerufen, die wollen ihre Kirche zurück. ;-)
Was ist, wenn das Ende nichts als ein böser Anfang ist...?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Alrik« (04.02.2015, 21:32)


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04.02.2015, 21:20

Nein, nur es gibt auch Idioten im Bereich des normalen Bürgers.

Daher rate ich zu einer validen juristischen Aufarbeitung des Vorfalls und nicht zu einem Schnellschuss in Form eines Strafbefehls!
Das ärgert mich.


Ich kann da keinen Schnellschuss (bzw. besser übereilten Schuss) erkennen.
Ohne jetzt besonders erfahren in solchen Dingen zu sein, nehme ich mal stark an, dass die StA nicht einfach so dieses Mittel gewählt hat, sondern möglicherweise, weil die Beweislage klar ist.
Das ist natürlich auch nur Spekulation, aber meine ganz bescheidene Vorstellung von solchen Dingen.
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05.02.2015, 10:40

Interview mit dem betroffenen Notarzt: http://www.nonstopnews.de/meldung/20060

Jegliche Diskussionen zu diesem konkreten Fall können sich letztlich nur im Kreis drehen, da der genaue Sachverhalt nicht bekannt ist und es offensichtlich zwei völlig unterschiedliche Ansichten (Anzeigesteller/Staatsanwaltschaft und Notarzt) gibt. Es wird also ein Gericht klären müssen, ob sich der Notarzt in diesem Fall falsch verhalten und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet hat (was jedem von uns täglich passieren kann), oder ob die Anzeigesteller überreagiert haben. Ich kann mir beides vorstellen.

Was mich jedoch erschreckt, sind die zahlreichen unsachlichen Kommentare aus den eigenen Reihen zu diesem Thema, insbesondere auf Facebook. Dazu kommt dann noch eine völlig dämliche Umfrage zum Thema unter den Nutzern einer Seite für Rettungskräfte. Das Ergebnis lässt einerseits Rückschlüsse auf die Nutzer dieser Seite zu, andererseits zeigt es aber deutlich, wie es um die Einstellung zum Thema "Blaulichtfahrten" bei Vielen bestellt ist - sie sehen die ihnen eingeräumten Sonder- und Wegerechte als Freibrief. Diese Erkenntnis ist sicherlich nicht neu, aber nun wird sie gerade auch prozentual dargestellt. Auch wenn es fast täglich Meldungen zu Unfällen mit Einsatzfahrzeugen gibt wundere ich mich, dass nicht noch viel mehr passiert.

Ich sehe hier sehr großen Schulungsbedarf.


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05.02.2015, 10:47

Weiterer Artikel mit einem kurzen Statement des betroffenen Notarztes: http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/…nklage-100.html


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05.02.2015, 10:51

Jegliche Diskussionen zu diesem konkreten Fall können sich letztlich nur im Kreis drehen, da der genaue Sachverhalt nicht bekannt ist und es offensichtlich zwei völlig unterschiedliche Ansichten (Anzeigesteller/Staatsanwaltschaft und Notarzt) gibt. Es wird also ein Gericht klären müssen, ob sich der Notarzt in diesem Fall falsch verhalten und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet hat (was jedem von uns täglich passieren kann), oder ob die Anzeigesteller überreagiert haben. Ich kann mir beides vorstellen.

Ich würde ja gerne mal die andere Seite (also den Anzeigesteller) hören oder halt wenigstens die Staatsanwaltschaft, die ja aufgrund von irgendwelchen Erkenntnissen diesen Strafbefehl auf die Reise gebracht hat.

Was mich jedoch erschreckt, sind die zahlreichen unsachlichen Kommentare aus den eigenen Reihen zu diesem Thema, insbesondere auf Facebook. Dazu kommt dann noch eine völlig dämliche Umfrage zum Thema unter den Nutzern einer Seite für Rettungskräfte. Das Ergebnis lässt einerseits Rückschlüsse auf die Nutzer dieser Seite zu, andererseits zeigt es aber deutlich, wie es um die Einstellung zum Thema "Blaulichtfahrten" bei Vielen bestellt ist - sie sehen die ihnen eingeräumten Sonder- und Wegerechte als Freibrief. Diese Erkenntnis ist sicherlich nicht neu, aber nun wird sie gerade auch prozentual dargestellt.

Ohne mit Sicherheit zu wissen, von welcher Seite du sprichst, so habe ich doch eine recht deutliche Vorstellung welche du meinst und in diesem Zusammenhang auch was du meinst.
Das ist auch ein Grund, warum ich diese Seite auf facebook nicht mehr verfolge.
Um Dr. Cox zu zitieren "Herrgott, du machst mich so wütend, dass ich fürchten muss mir selbst was anzutun."

Was ich aber viel schlimmer finde als die Tatsache, dass diese Typen so hohl sind um so unreflektierten Stuss von sich zu geben, ist die Tatsache, dass genau diese Bande auch in einer unsinnigen Petition die Freigabe von irgendwelchem grünen Blinklicht für BOS Angehörige fordert um besser wahrgenommen zu werden, wenn man mit Sonder- und Wegerecht unterwegs zur Unterkunft (SB) ist.
DAS ist schlimm.

(Und: Das denen auf facebook von einer "professionellen" Seite auch noch die Plattform geboten wird ist auch SEHR schlimm.)

Auch wenn es fast täglich Meldungen zu Unfällen mit Einsatzfahrzeugen gibt wundere ich mich, dass nicht noch viel mehr passiert.

Ich sehe hier sehr großen Schulungsbedarf.

Amen.
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