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Thor

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21

13.12.2014, 18:07

Man müsste nur überlegen, wie man dieses technisch und organisatorisch sinnvoll umsetzen kann.
In Zukunft sind vielleicht alle Krankenhäuser in einem Rettungsdienstbereich und die Rettungsmittel vernetzt. Dann sieht der RTW wo was frei ist und dank elektronischen Notfallprotokoll, welches er voraus an die Zielklinik schicken kann, hat der RTW seine Voranmeldung selber erledigt.

Ich meine in einer Doku über die Rettung in Wien gesehen zu haben, dass dort der elektronische Bettennachweis nicht nur der Lst. zur Verfügung steht, sondern auch jedem RTW via Datenfunk.

Taubenzüchter

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22

13.12.2014, 18:07

Wenn man keine freien Betten hat, dann führt jede weitere Aufnahme von Patienten in ein Krankenhaus zu einer signifikant schlechteren Versorgungsqualität.
Diese schlechtere Versorgungsqualität wirkt sich auf alle Patienten im gesamten Haus aus.
Man kann sich nicht teilen. Manche Dinge werden dann später erledigt, manche nur halb und manche garnicht.
Die Ressourcen einer jeden Klinik sind endlich.
Der Dumme ist im übrigen nicht der Rettungsdienst und auch nicht die Klinik. Der Dumme ist der Patient, der in einer überfüllten Klinik behandelt wird...
Übrigens:
Wenn eine Klinik zwischen 18:30 Uhr und 19:30 Uhr ihre Kapazitäten reduziert, dann ist das auch normal. Ich glaube, dass man auch zu irgendeinem Zeitpunkt versucht den Mitarbeitern eine Pause zu gönnen, die aber sowieso nicht klappt, da Patienten sich nicht an Pausen halten...
Wenn der Hintergrundsdienst auch schon in der ZNA herumspringt, dann habe ich ja noch Verständnis für eine Meldung. So lange der aber noch zu Hause auf dem Sofa sitzt sind nicht alle Resourcen erschöpft.
Und vielleicht tut sich ja dann im ein oder anderen Haus mal was, wenn der Hintergrund jeden Tag kommen darf.

Harris NRÜ

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13.12.2014, 18:09

Zitat

Es geht doch nicht immer nur um ITS-Patienten.

Gerade im ländlichen Bereich, den es auch im Bereich Hannover gibt, kann man nicht einfach mal eben das nächste KH anfahren fahren, sondern muss ggf. einfach mal 30 Minuten länger transportieren und das nur weil man die Pneumonie nicht auf den Flur für eine Nacht legen will. In der Zeit ist der einzige verfügbare RTW dann gebunden und für einen anderen Notfall nicht verfügbar.
Ich denke das ist eine Frage der Perspektive. Wenn ich der Patient mit der Pneumonie wäre fände ich es nicht schön wegen ner halben Stunde Fahrzeit die Nacht auf dem Flur zu verbringen. Noch weniger schön fände ich, wenn sich wegen der Überbelegung keiner vernünftig um mich kümmern kann.


Letzendlich ist das aber auch ein Problem der rettungsdienstlichen Kapazitäten! Denn ständige Weiterleitungen in weit entfernte Krankenhäuser, und wir reden hier durchaus auch von Entfernungen weit über 30km Fahrtstrecke, sorgen dafür, dass der Regelbetrieb kritisch wird oder zusammenbricht. Denn die Kapazitäten an Rettungsmitteln für die Notfallrettung orientieren sich ja nicht, oder nicht nur, an den Weiterleitungen, also Sekundärtransporten der Krankenhäuser. So wird es dann schon kritisch, wenn ein gutes Dutzend RTW in zeitlichen Abständen in Klinikum Sonstwo verlegt werden. Die RTW stehen regelmäßig lange Zeiten in den Notaufnahmen bis sie durch einen Arzt gesichtet werden können, dieser muss sich dann um ein freies Bett in einem anderen Krankenhaus kümmern wenn er den Patienten bei sich nicht aufnehmen möchte/kann. Dann wird je nach Rettungsdienstbereich noch ein Transportschein benötigt (der eine fährt ohne, der andere braucht ihn zur Abrechnung)! Und das alles dauert, bevor der Transport, der auch lange dauert, starten kann. Aber die normale Notfallrettung geht dann auch noch weiter, aber die Kapazitäten fehlen dann dafür, obwohl die Vorhaltung für Sekundäreinsätze in einem Rettungsdienstbereich meiner Leitstelle bereits im Bedarfsplan berücksichtigt ist. KTW für die Weiterleitungen sind nicht immer eine Option, da die Wartezeiten regelhaft zwischen 2 und 4 Stunden betragen, die Krankenhäuser und die Arztpraxen regelhaft nach RTW rufen, weil sie eben wissen, dass KTW Ewigkeiten brauchen. Obwohl es für die Patienten durchaus ausreichen würde. Aber wenn der Arzt das halt so will...tja...

Gruß

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Johannes D. (13.12.2014)

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13.12.2014, 18:21

Man müsste nur überlegen, wie man dieses technisch und organisatorisch sinnvoll umsetzen kann.
In Zukunft sind vielleicht alle Krankenhäuser in einem Rettungsdienstbereich und die Rettungsmittel vernetzt. Dann sieht der RTW wo was frei ist und dank elektronischen Notfallprotokoll, welches er voraus an die Zielklinik schicken kann, hat der RTW seine Voranmeldung selber erledigt.
Deine Worte in Gottes, ähm, im Disponenten-Ohr! Klar, wir Funkbutzenfuzzis wünschen uns ein solches System sehr. Wir wären aber schon einmal froh, wenn wir wenigstens GPS-Ortung auf den Fahrzeugen hätten sowie alle Feuerwehren FMS hätten und damit umgehen könnten. Und ausreichend Personal! Und eine ordentliche Aus- und Fortbildung! Und und und...

Ich würde es begrüßen, wenn...:

- alle Krankenhäuser mittels einen www-fähigen PC ihre Bettensituation, aktuelle Behandlungs- und Diagnostikkapazitäten selbst in ein Nachweissystem einpflegen könnten
- in allen Krankenhäusern einheitliche Anmeldeverfahren möglich wären (jeder hat seine speziellen Wünsche, wer soll sich sowas merken?), sowie einheitliche Erreichbarkeiten der Fachdisziplinen
- in allen Notaufnahmen eine pflegerische Leitungskraft über ein "rotes Telefon" ständig erreichbar wäre (die nicht am Alltagsgeschäft teilnimmt, sondern nur organisatorisch führt)
- alle Rettungsmittel mittels eines www-fähigen robusten Tablet-PC/Pad die Krankenhauskapaziäten einsehen könnten, sich damit auch anmelden könnten (Echtzeit, damit Doppelbelegungen vermieden werden)
- alle Rettungsmittel GPS-mässig geführt werden können (vielleicht damit auch die Krankenhäuser die Eintreffzeiten auf einen Monitor sehen könnten, also nur die Zeit)

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Harris NRÜ

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25

13.12.2014, 18:32

In dem Zusammenhang ist ja auch noch interessant, dass z.B. das Klinikum Region Hannover, ein Klinikverbund mehrerer Krankenhäuser, 400 Stellen (u.a. auch in der Pflege) abbauen möchte.

NDR

HAZ

Das dürfte den Arbeitsanfall noch verschlimmern! Denn die Personalsituation, hier für uns interessant vor allem die Notaufnahmen, wird wohl zu einem weiteren ansteigenen Arbeitsanfall und Überlastung des pflegerischen und ärztlichen Personals in den Krankenhäusern führen. Und da liegt meiner Meinung nach der Hase im Peffer. Die pflegerische und ärztliche Personalsituation sowie auch die oft mangelhaften räumlichen Bedingungen der Notaufnahmen in den Krankenhäusern, die fehlende Anpassung an die Entwicklung im Gesundheitswesen (immer mehr Patienten, auch Selbsteinweiser), sorgen für eine Überlastung des Personals im pflegerischen und im ärztlichen Dienst. Das Spielchen wird dann wohl weiter gehen, vor allem personalbedingte Abmeldungen der Krankenhäuser werden aber wohl auch weiter zunehmen. Überlastetes Personal wird halt öfters krank...

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13.12.2014, 18:45

Es hat sich bewährt klar zu machen, dass man die Verweigerung des Hauses auf Aufnahme auf dem Protokoll mit Namen der abweisenden Person dokumentiert. Sowie eine TVO zu fordern mit der tatsächlichen Begründung, dass aus XYZ Gründen die Aufnahme verweigert wird. Ist eine Aufnahme wirklich unmöglich, hat dieses Vorgehen nie zu Problemen geführt, in gefühlt 99.9 % hat sich jedoch auf meine obige Ankündigung spontan doch eine Aufnahme und Behandlungsmöglichkeit ergeben.

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13.12.2014, 19:40

Es hat sich bewährt klar zu machen, dass man die Verweigerung des Hauses auf Aufnahme auf dem Protokoll mit Namen der abweisenden Person dokumentiert. Sowie eine TVO zu fordern mit der tatsächlichen Begründung, dass aus XYZ Gründen die Aufnahme verweigert wird. Ist eine Aufnahme wirklich unmöglich, hat dieses Vorgehen nie zu Problemen geführt, in gefühlt 99.9 % hat sich jedoch auf meine obige Ankündigung spontan doch eine Aufnahme und Behandlungsmöglichkeit ergeben.
Das ist auch hier ganz oft der Fall, bis es gar nicht mehr geht. Immer mehr Druck auf Personal (Pflege/Ärzte) auszuüben, die ohnehin schon unter Druck stehen (Zeit und Arbeitsanfall) löst letztendlich das Problem nicht. Diese Probleme müssen nicht vom Fußvolk und Bodenpersonal gelöst werden, sondern von denen, die Entscheidungträger sind. Und die findet man nun mal in den gehobenen Etagen (Management, Politik, Kostenträger). Arsch vom Dienst Dr Piepenbrink und Schwester Ulla werden es nicht ändern können. Sie können sich nur ggü. den Vorgesetzten beschweren und Überlastungsanzeigen machen, hier und da mal das Überdruckventil lüften (ggü. der RTW-Besatzung und einem kurzen aber heftigen Ausraster über 19222). Schlucken müssen sie (wir) die Kröte trotzdem...

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13.12.2014, 20:04

Man müsste nur überlegen, wie man dieses technisch und organisatorisch sinnvoll umsetzen kann.
In Zukunft sind vielleicht alle Krankenhäuser in einem Rettungsdienstbereich und die Rettungsmittel vernetzt. Dann sieht der RTW wo was frei ist und dank elektronischen Notfallprotokoll, welches er voraus an die Zielklinik schicken kann, hat der RTW seine Voranmeldung selber erledigt.
Deine Worte in Gottes, ähm, im Disponenten-Ohr! Klar, wir Funkbutzenfuzzis wünschen uns ein solches System sehr. Wir wären aber schon einmal froh, wenn wir wenigstens GPS-Ortung auf den Fahrzeugen hätten sowie alle Feuerwehren FMS hätten und damit umgehen könnten. Und ausreichend Personal! Und eine ordentliche Aus- und Fortbildung! Und und und...

Ich würde es begrüßen, wenn...:

- alle Krankenhäuser mittels einen www-fähigen PC ihre Bettensituation, aktuelle Behandlungs- und Diagnostikkapazitäten selbst in ein Nachweissystem einpflegen könnten
- in allen Krankenhäusern einheitliche Anmeldeverfahren möglich wären (jeder hat seine speziellen Wünsche, wer soll sich sowas merken?), sowie einheitliche Erreichbarkeiten der Fachdisziplinen
- in allen Notaufnahmen eine pflegerische Leitungskraft über ein "rotes Telefon" ständig erreichbar wäre (die nicht am Alltagsgeschäft teilnimmt, sondern nur organisatorisch führt)
- alle Rettungsmittel mittels eines www-fähigen robusten Tablet-PC/Pad die Krankenhauskapaziäten einsehen könnten, sich damit auch anmelden könnten (Echtzeit, damit Doppelbelegungen vermieden werden)
- alle Rettungsmittel GPS-mässig geführt werden können (vielleicht damit auch die Krankenhäuser die Eintreffzeiten auf einen Monitor sehen könnten, also nur die Zeit)

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Sorry, aber IVENA gibt es nicht erst seit gestern und immer noch sträuben sich LKS´s mit der Einführung. Das GPS heute immer noch nicht Flächendeckend ist, wundert mich jedes mal wieder, denn genau damt kann man gübnstig und schnell die Hilfsfristen verbessern.

Aber nun sind wir doch auch ehrlich? Es gibt kaum noch die kleinen Häsuer von nebenan, sondern die großen Zentren werden weiter ausgebaut. Pat. sind der Meinung, dass sie in der Uni am Besten behandelt werden (und so mancher Rettungsdienst denkt das auch).
In ländlichen Regionen sterben die Hausärzte aus, also gehen die Menschen ins Krankenhaus (was sollen die auch anderes machen).
Und was leider auch hinzukommt: Der "normale" RettAss nimmt auch alles mit.

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13.12.2014, 20:14

Wenn der Hintergrundsdienst auch schon in der ZNA herumspringt, dann habe ich ja noch Verständnis für eine Meldung. So lange der aber noch zu Hause auf dem Sofa sitzt sind nicht alle Resourcen erschöpft.


Langsam wird es ein Stück weit absurd...
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

Harris NRÜ

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13.12.2014, 20:31

Wenn der Hintergrundsdienst auch schon in der ZNA herumspringt, dann habe ich ja noch Verständnis für eine Meldung. So lange der aber noch zu Hause auf dem Sofa sitzt sind nicht alle Resourcen erschöpft.


Langsam wird es ein Stück weit absurd...
Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich war zwar nicht auf der Arztschule, aber ich könnte mir vorstellen, dass 1.) dieser dafür nicht gedacht ist/war, und 2.) der Arzt vom Dienst dann vom Hintergrund (regelhaft oft Oberärzte, oder?) ganz schnell nen Kopf kürzer gemacht werden.

Gruß

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13.12.2014, 20:32

Ich glaube, dass manche einen gar nicht bewusst, was ein Assistent für hammer Dienste hat und was das für eine Arbeits/Stressbelastung ist.
Egal ob Dienst oder Hintergrund.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Andrechen« (13.12.2014, 20:38)


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13.12.2014, 20:33

Stimmt,
der Oberarzt kommt dann und klont Pflegekräfte, baut Untersuchungszimmer und lötet Monitore.
Wenn er damit dann in der ZNA fertig ist macht er das dann im restlichen Trakt des Krankenhauses.
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

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13.12.2014, 21:36

Kann man ja mal mit seinem Hintergrund versuchen, den regelhaft für Mehrarbeit nachts um halb 4 heranzuzerren. Danach macht man die nächsten 5 Jahre Dienst an allen Weihnachtsfeiertagen und Silvester.

Der Hintergrund aus ärztlicher Sicht ist nicht zur Spitzenabdeckung sondern als Rückfallebene bei medizinischen Fragestellungen gedacht.


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13.12.2014, 22:03

In meinen Augen vor allem eine Alibi Funktion, damit man Nachts in Rettungsstellen von "Facharztstandard" sprechen kann, ohne eine lange Nase zu bekommen.


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Jörg Holzmann

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14.12.2014, 00:58

In meinen Augen vor allem eine Alibi Funktion, damit man Nachts in Rettungsstellen von "Facharztstandard" sprechen kann, ohne eine lange Nase zu bekommen.


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Was hat das denn mit "Facharztstandard" zu tun?

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Hilope

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14.12.2014, 02:07

Es ist politisch gewünscht, dass die Bettenauslastung der Krankenhäuser im Durchschnitt weiter gegen 100% strebt. Es werden also weiter Betten reduziert oder kleinere Häuser geschlossen bzw. umgewidmet werden. 100% im Durchschnitt impliziert dann eben, dass es auch Auslastungen von deutlich mehr als 100% gibt. Möchte man das vermeiden, müssen die Patienten verlegt werden, die Wege werden weiter, weil es die anderen, kleineren Häuser in der Nähe nicht mehr gibt. Und wieder ein Punkt, warum die Auslastung des Rettungsdienstes weiter steigt bzw. mehr Fahrzeuge benötigt werden.

Es wurde schon angesprochen: Die "Null-Meldung" signalisiert erst mal, dass alles belegt ist. Natürlich kann man irgendwie Kapazitäten schaffen, sei es in der Notaufnahme, auf Intensiv- oder Normalstation oder auch im OP. Aber die Versorgung des Patienten leidet stark darunter. In der Aufnahme müssen die Patienten deutlich länger auf Untersuchung und Behandlung warten, diese findet unter starkem Zeitdruck statt, grenzwertige Patienten werden von Intensiv- auf Normalstation gelegt, die Nachtschwester auf Station muss dann nachts statt der regulären 30 Patienten 40 oder 50 versorgen, weil die Zimmer überbelegt sind, Patienten landen auf fachfremden Stationen usw.

Das sollte man als Rettungsdienst im Hinterkopf behalten, bevor man mit dem Gesetzbuch in der Aufnahme auftaucht. Selbstverständlich gibt es auch Fälle, wo in der näheren Umgebung alle Häuser "zu" sind, dann trifft es eben eins.

Ansonsten sollte man sich überlegen, wie man reagieren würde, wenn der RTW in Status 7 noch 2 weitere Patienten versorgen und ggf. mitnehmen soll. Geht bestimmt auch irgendwie...

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14.12.2014, 03:20

Ich kann hier auch aus eigener Erfahrung als Patient berichten, der eine oder andere hat es ja vor einigen Wochen mit bekommen, dass ich einige Zeit in einem Krankenhaus zu Gast war. Der Ärztliche Notdienst hat mich mit einem innerhalb weniger Wochen erneut aufgetretenen Erysipel und hohen Fieber ins Krankenhaus eingewiesen. Die letzten 150m von der Notdienstpraxis in einer Rettungswache in die Notaufnahme sollte ich liegend mit einem RTW transportiert werden, was ich ihm aber ausreden konnte. Ich hatte starke Schmerzen, ein extrem geschwollenes und überwärmtes Bein, hohes Fieber und fühlte mich extrem scheiße (anders wie man das sonst bei einer Grippe/Erkältung gewohnt ist).

Um keine riesige Geschichte davon zu machen hier einige Stichpunkte die mir bei der Aufnahme und während des Aufenthaltes auf der Station aufgefallen ist:

Notaufnahme:
- die Notaufnahme sichtete mich nach dem Manchester-Triage-System in die Gruppe 3 (gelb)
- nach 20min konnte ich mich hinlegen, wofür ich sehr dankbar war (zuvor waren einfach keine Betten bzw. Tragen vorhanden)
- nach 20min wurde Blut abgenommen, ein 12-Kanal-EKG geschrieben, Vitalzeichen erhoben, eine grobe med. und pflegerische Anamnese durchgeführt (durch Pflegepersonal)
- die erst wenige Monate alte Notaufnahme war räumlich mit der hohen Anzahl von liegenden und sitzenden Patienten überfordert (Freitagabend bzw. -nacht, geschätzt 30-40 Patienten)
- das pflegerische Personal arbeitete an dem Tag unter Sollstärke (was aber auch geplant ist, weil die Stellen nicht genehmigt werden)
- der Arzt vom Dienst (intern) erreichte mich erst nach ca. 5 Stunden nach der Aufnahme
- die erste Therapie, VEL, Kalium (Hypokaliämie) und Antibiose, wurde nach ca. 6 Stunden eingeleitet
- nach ca. 7 Stunden habe ich die Station erreicht

Fazit Notaufnahme: Die Mädels (Pflege und Ärztin) haben geackert wie die Hafendirnen, was ich gut vom Flur (Behandlungszimmer alle voll) beobachten konnte. Trotzdem waren sie sehr nett zu mir (ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht als "vom Fach" geoutet - ab dem Zeitpunkt benehmen sich die Kollegen immer ganz anders, die Patienten/Laie-zu-Profi-Beziehung ist dann beendet und lockerer, aber der Profi fühlt sich dann von mir beobachtet ist mir aufgefallen).

Station:
- die Station war mit einer Vielzahl von hoch-pflegebedürften Patienten ausgelastst, wie mir nach der Aufhebung der Bettruhe nach zwei Tagen auffiel.
- das Personal war deutlich gestreßt, was mir über den gesamten Aufenthalt aufgefallen ist (wo mein benachbarter Zimmerbewohner nicht ganz unschuldig dran war)
- auch hier haben die Mädels geackert wie die Hafendirnen; in dem Zusammenhang (Arbeitsanfall, Personaldecke, Streß, ...) ist mir folgendes aufgefallen:
* Händedesinfektion wird nicht oft durchgeführt (a.d. Tür meines Zimmers hing ein Desispender, wo das Händedesinfektionsmittel bereits seit einem knappen Jahr abgelaufen war, jedoch noch zu 75% voll war)
* beim septischen Verbandwechsel werden Verbände auf den Esstisch abgelegt, mit benutzten Handschuhen Türklinken angefasst um noch eben was zu holen
* zwischen den Patientenkontakten wird sich kaum oder gar nicht die Hände desinfiziert
* Infusionen werden ohne Handschuhe gewechselt (teilweise läuft Blut dabei aus dem Zugang), gleiches gilt für die Blutzuckermessung
* gehfähige Infektions-/septische Patienten mit ständigen Erbrechen und Durchfall nutzen die gleichen Toiletten wie für andere Patienten
(ich habe immer ein verstecktes Gäste-WC genutzt, denn dort war nie jemand und es wird laut QM-Liste im Klo zweimal täglich gereinigt)

Fazit Gesamtaufenthalt: Wäre ich Laie, dann wüsste ich bis heute nicht, was ich eigentlich genau hatte (vor allem das mit der Hypokaliämie). Nie hat mir ein Arzt genau geklärt was Sache ist! Nun ist die Frage, ob das u.a. am Status "Laie" liegt, oder ob auch der Zeitmangel aufgrund des Arbeitsanfalls daran schuld war. Da ich meine Patientenakte öfters in der Hand hatte wusste ich ja was Sache ist und konnte mir die Dinge (Kalium) ja auch selbst erklären. Ein wenig mehr Kommunikation wäre hier schön gewesen (z.B. auf meine Bemerkung: "Oh, 40 mVal Kalium?" usw.). Ich denke, dass der Status "Laie" mit schuld hat, aber vor allem sehe ich den Arbeitsanfall der Pflege und Ärzte als das Hauptproblem für den kommunikativen Zeitmangel an. Übrigens hat mich eine Freundin, ebenfalls vom Fach, kurz vor der Entlassung aus meinem Undercovereinsatz geoutet. Man merkte gleich, dass ich ein wenig anders behandelt wurde. Übrigens war das Mittagessen immer geil lecker! Und ein iPhone mit dabei zu haben ist ebenfalls Gold wert...

Übrigens ist auch dieses Krankenhaus im Verbund von dem hier schon genannten Stellenabbau (400) betroffen!

[/Märchenstunde]

Gruß

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14.12.2014, 18:28

Das sollte man als Rettungsdienst im Hinterkopf behalten, bevor man mit dem Gesetzbuch in der Aufnahme auftaucht.


In der Tat, jedoch bringt diese Wissen niemanden weiter, wenn alle Häuser im Umkreis von 50km in dieser Situation stecken. Somit kann der Rettungsdienst sehr wohl den Schwarzen Peter weitergeben!

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GuyFawkes (14.12.2014)

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14.12.2014, 18:39

Da ich meine Patientenakte öfters in der Hand hatte wusste ich ja was Sache ist und konnte mir die Dinge (Kalium) ja auch selbst erklären.


Interessant. Als Folge der fehlenden Kommunikation? Und bevor Du Dich geoutet hast?

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14.12.2014, 20:05

Da ich meine Patientenakte öfters in der Hand hatte wusste ich ja was Sache ist und konnte mir die Dinge (Kalium) ja auch selbst erklären.


Interessant. Als Folge der fehlenden Kommunikation? Und bevor Du Dich geoutet hast?


Nun ja, man wird ja mehrmals mit der Akte durch die Gegend gefahren, geschickt und zwischen geparkt. Da kann man ja mal einen genaueren Blick auf seine Wehwehchen riskieren. Geoutet habe ich mich ja nicht, das tat eine Freundin kurz vor der Entlassung! Ein wenig ist die fehlende Kommunikation schon schuld, vor allem als man mit dem Kalium ankam, versuchte ich durch kommunikatives Antasten Informationen zu bekommen. Vielleicht ist das bei Laien so, dass man ihnen nicht alles erklärt? Vielleicht wäre es nach den outen besser gelaufen? Weiß ich nicht, ich wollte erst einmal die Beobachterrolle einnehmen...

Gruß