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Monschi

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21

28.03.2014, 12:42

Deswegen halten die Feuerwehren auch wie bekloppt daran fest...

In NRW sind mWn die Hauptamtlichen Wehren gesetzlich verpflichtet am RD sich zu beteiligen. DIe können gar nicht anders. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen BUndesländern ähnlich ist.

M1k3

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22

28.03.2014, 12:57

Deswegen halten die Feuerwehren auch wie bekloppt daran fest...

In NRW sind mWn die Hauptamtlichen Wehren gesetzlich verpflichtet am RD sich zu beteiligen. DIe können gar nicht anders. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen BUndesländern ähnlich ist.
Sie wollen auch nicht anders.
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Dorsk (28.03.2014)

Monschi

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23

28.03.2014, 13:10

Natürlich nicht. Wieso auch? So kann ich die Beamten teilfinanzieren. Die Kommunen finden das super, ganz klar. ;-)

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Dorsk (28.03.2014)

24

28.03.2014, 14:28

In Hamburg wurde so die halbe Wehr finanziert.

Eddy

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25

28.03.2014, 17:03

In NRW sind mWn die Hauptamtlichen Wehren gesetzlich verpflichtet am RD sich zu beteiligen. DIe können gar nicht anders. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen BUndesländern ähnlich ist.

Deswegen halten die Feuerwehren auch wie bekloppt daran fest...

In NRW sind mWn die Hauptamtlichen Wehren gesetzlich verpflichtet am RD sich zu beteiligen. DIe können gar nicht anders. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen BUndesländern ähnlich ist.

In Ba.Wü. nicht

26

28.03.2014, 17:07

Ist doch eine einfache Entscheidung der Behörde, kommunaler RD oder nicht. Wenn der Behörde dann eine BF untersteht wird es halt so geregelt. Nicht anders als in jedem Kreis. Per welchem Erlass oder Gesetz ist eine BF denn verpflichtet in NRW den RD zu betreiben? Könnte mir höchstens eine Aufsichtspflicht vorstellen.

raphael-wiesbaden

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27

28.03.2014, 17:47

In NRW sind mWn die Hauptamtlichen Wehren gesetzlich verpflichtet am RD sich zu beteiligen. DIe können gar nicht anders. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen BUndesländern ähnlich ist.

Deswegen halten die Feuerwehren auch wie bekloppt daran fest...

In NRW sind mWn die Hauptamtlichen Wehren gesetzlich verpflichtet am RD sich zu beteiligen. DIe können gar nicht anders. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen BUndesländern ähnlich ist.

In Ba.Wü. nicht



Ebenso in Bayern (auch wenn in München und Augsburg die BF RTW besetzt), ebenso in RLP (Ausnahme: Trier), ebenso in HE (Ausnahme: Frankfurt/Main)

Der Grund liegt in den Besatzungszonen im Nachkriegsdeutschland - jeder hat es so eingerichtet, wie es zuhause üblich war (deswegen die Feuerwehren in NRW, NS, SH, HB).

...und wieder einmal träume ich vom berufskundlichen Unterricht für angehende Notfallsanitäter :pfeif:
Wie soll man sich mit seiner Arbeit idendifizieren, wenn man die Geschichte seines Handwerks nicht kennt ?-(
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M1k3

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28

28.03.2014, 18:04

Die Geschichte meines direkten Handwerks fängt 1989 an mit einer viel zu kurzen Ausbildung. Wenn dann da noch ewig viel bla bla rein kommt, lernt man in den paar Wochen gar nix mehr.
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Jörg Holzmann

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29

28.03.2014, 18:15

Wie soll man sich mit seiner Arbeit idendifizieren, wenn man die Geschichte seines Handwerks nicht kennt ?-(


In welchen bestehenden Berufsausbildungen macht man denn so etwas?

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Daniel21

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30

28.03.2014, 18:56

Der Zusammenhang it den Besatzungszonen ist mir schon bewusst, und ich denke auch den meisten Kollegen...

Wie das rechtlich in jedem einzelnen Bundesland aussieht ist mir persönlich eigentlich ziemlich egal...

raphael-wiesbaden

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28.03.2014, 19:08

Ich meinte natürlich die künftig dreijährig ausgebildeten Personen.

Ganz ernsthaft:
man kann das Gehabe von US-Paramedics + - Firefightern (we are proud to be a...) spöttisch belächeln - aber deren Message kommt an. Damit gibt es einen Rückhalt in der (steuerzahlenden + wählenden) Bevölkerung.
Wenn ich diese Unterstützung habe, ist es sehr viel einfacher, den Druck zu erzeugen, wenn es bspw. um Einsparunen/Kürzungen geht.
Davon ist -D- mit seiner Hiorg-Vereinsmentalität noch sehr weit weg.

Typisches Bsp., wie ich es (u.a.) in den Buchstabenkursen immer wieder erlebe:
"Patient hat keine messbare Sättigung" :hot: + PANIKALARM - dem Teamführer bricht der Schweiss aus...
Es gibt aber Ereignisse, wo es tatsächlich keine erhebbaren Messwerte gibt.
Keinem fällt die deutlich sichtbar aufgeschminkte Zyanose auf :pfeif:

"Behandle den Patienten - nicht das Gerät" - lautet einer der alten Lehrsätze.
Tatsächlich wissen anscheind viele professionelle (im Sinne von jung und zweijährig ausgebildet) Einsatzkräfte nicht mehr, daß es auch andere Methoden gibt, die schon früher angewandt wurden.
Auch das ist für mich berufskundliches Wissen mit sehr viel Bezug zur Gegenwart.

Anderes Bsp. aus dem ambulanten Gesundheitswesen:
mit dem Ende des real exisitierenden Sozialismus wurden Polikliniken und Ambulatorien eingestampft.
Alle Macht den niedergelassenen Ärzten - lautete fortan das (politische) Credo einer einflussreichen Berufsgruppe.
In Leipzig, Dresden usw. mag das funktionieren.
In anderen Landesteilen - auch bei Dir in Brandenburg ?-(
Und was passierte nach ca. zehn Jahren?
Ärztehäuser, Gemeinschaftspraxen, Facharztpraxen in kleineren Krankenhäusern sind auf einmal in der Alt-BRD der Renner.
Das Ei wurde neu erfunden - und jeder verhält sich so, als ob es nie diese gute Idee (mit anderem Namen) schon einmal gegeben hat.

An dieser Stelle - nachdem ich diese Tage eine bitterböse PN von einem Alt-DDR'ler-Spacko bekam:
dieses System war für seine Zeit -bei all seinen Mängeln- weit voraus dem hierzulande permanent gepredigten Einzelkämpfertum heldenhafter Landärzte.
Es hätte in weiten ländlichen Teilen der ALT-BRD sehr viel gebracht!

Fazit:
Wenn ich meine (berufliche) Vergangenheit nichtz kenne bzw. ignoriere, kann mir jeder Lautsprecher etwas vom Pferd erzählen

Jörg:
das ist nach wie vor üblich in den handwerklichen Berufen.

Daniel21:
ok - es ist insofern interessant, weil es bspw. erklärt, warum es in einigen BL so viele privatwirtschaftliche Leistungserbringer im RD gibt und in anderen BL dies nur Exoten sind.
Spätestens bei der hochgelobten beruflichen Flexibilität fällt dann auf, daß die Mahlzeit woanders andere Zutaten hat.
raphael-wiesbaden

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Harris NRÜ

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32

28.03.2014, 20:09

Wie soll man sich mit seiner Arbeit idendifizieren, wenn man die Geschichte seines Handwerks nicht kennt ?-(


In welchen bestehenden Berufsausbildungen macht man denn so etwas?
Krankenpfleger/-schwester! Jetzt noch mit "Gesundheit" davor... :morning2:

Gruß

raphael-wiesbaden

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33

28.03.2014, 20:39

Warum mir das so wichtig ist, daß ich schon wieder zu pauschalieren anfange:

Aus freiwilligen HelferInnen wurde landauf-landab eine beruflich ausgeübte Tätigkeit.
Gestartet mit einer dreimonatigen "Ausbildung".
Es folgte eine zweijährige Ausbildungsdauer - und wer in meinem Alter und ehrlich ist: in den ersten zwanzig Jahren dieser Episode bedeutete "Lehrrettungswache" idR. nix anders wie billige Arbeitskraft mit nur wenigen wirklich interessiert-begeisterungsfähigen-informierten LRA.

Jetzt haben "wir" (ich hab ja beruflich nix mehr damit zu tun) endlich die Möglichlkeit einer dreijährigen Berufsausbildung.
Alles Motzen aber nützt nichts, wenn sich nicht berufspolitische Vertretungen flächendeckend etablieren.
Die Hiorg's sind Arbeitgeber - keine Partner.
Zur Berufspolitik zählt für mich wesentlich, daß sich jemand auch mit seinem Beruf, seiner Tätigkeit idendifiziert.
Wer seinen Beruf als "Job" ansieht, soll in der systemgastronomie bei McWürg anschaffen gehen...

Nur mit dieser Idendifikation wird er mittel- bis langfristig gute Arbeit leisten, den Nachwuchs fördern, Mißstände anprangern bzw. im Rahmen seiner Möglichkeiten beseitigen.
Zur Berufspolitik wiederum zählt für mich u.a. die Berufskunde, das Wissen um die Entwicklung.

Wie gut das klappen kann, zeigt uns doch die Lobby/die Berusfpolitik der Ärzteschaft tagtäglich.
Eine Stellungnahme des "Marburger Bundes" zum Thema "x-y" kommt in die Nachrichten; die Verlautbarungen des DBRD wohl eher in den Lokalteil einer Zeitung (Sorry, Daniel...)
Jede x-beliebige KV hat immer noch mehr Einflussmöglichkeit als die Gesamtheit eines großstädtischen Rettungsdienstes - weil auch hier das Hauen und Stechen der Rettungsdienstbetreiber immer noch nicht in der Mottenkiste verschwunden ist.

Zuletzt habe ich wieder im Anschluss an den DINK bei einem Buchstabenkurs "gespielt":
"Wie - Ihr habt den Kurs in einem Jahr für alle MA aller RD-Betreiber einer Stadt und des Nachbar-LK durchgezogen und die Kassen haben das auch noch zum Grossteil bezahlt" -(
Die Augen waren zwar nicht suppentellergross, aber fast...
Warum ist das möglich gewesen: weil alle an einem Tisch sich einig waren - RD, wie er sein soll und leider nicht so, wie er auch heute noch (überwiegend?) ist.
Auch das ist Berufspolitik - gewachsen aus der gemeinsamen Entscheidung von Personen, die allesamt mit einem "3-Monats-Lehrgang angefangen haben.

Anders gesagt:
wenn eine grosse IHK oder eine Handwerkskammer eine grössere Veranstaltung hat, kann dies durchaus zum Auftritt eines Ministerpräsidenten führen.
Wer kommt, wenn rettungsdienstliches Fachpersonal eine Veranstaltung macht? Niemand? Warum wohl?

Jörg:
Gesundheitsfachpersonal, also wohl vorwiegend Gesundheits- und Krankenpfleger sind (leider!) traditionell unorganisiert und berufspolitisch absolut desinteressiert.
Wären sie es, gäbe es vielleicht nicht die desolate Verweildauer im Beruf und ständig zu besetzende Stellen.
raphael-wiesbaden

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Jörg Holzmann

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28.03.2014, 20:47

Es folgte eine zweijährige Phase - und wer in meinem Alter und ehrlich ist: in den ersten zwanzig Jahren dieser Episode bedeutete
"Lehrrettungswache" idR. nix anders wie billige Arbeitskraft mit nur wenigen wirklich interessiert-begeisterungsfähigen-informierten LRA.


Wie viele Lehrrettungswachen kennst du denn so?
Ich habe das jedenfalls überwiegend anders erlebt.

J.

P.S. Das war eine rhetorische Frage. Du musst keine kilometerlange Antwort schreiben,

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GuyFawkes (28.03.2014)

35

28.03.2014, 20:53

Raphael, was für ein Quark. In den USA sind alle Helden und das Volk ist stolz drauf. Uns wurde der Stolz auf uns und unsere Helden ausgetrieben. Das ist nicht ein Fall der Organisation sondern von Mentalität. Fakt ist auch das eigendlich jede deutsche Großstadt RD und FW vermischt, erklär mir doch mal was das mit der Besatzung zu tun hat?

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GuyFawkes (28.03.2014)

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28.03.2014, 20:58

Warum mir das so wichtig ist, daß ich schon wieder zu pauschalieren anfange:

Aus freiwilligen HelferInnen wurde landauf-landab eine beruflich ausgeübte Tätigkeit.
Gestartet mit einer dreimonatigen "Ausbildung".
Es folgte eine zweijährige Ausbildungsdauer - und wer in meinem Alter und ehrlich ist: in den ersten zwanzig Jahren dieser Episode bedeutete "Lehrrettungswache" idR. nix anders wie billige Arbeitskraft mit nur wenigen wirklich interessiert-begeisterungsfähigen-informierten LRA.

Jetzt haben "wir" (ich hab ja beruflich nix mehr damit zu tun) endlich die Möglichlkeit einer dreijährigen Berufsausbildung.
Alles Motzen aber nützt nichts, wenn sich nicht berufspolitische Vertretungen flächendeckend etablieren.
Die Hiorg's sind Arbeitgeber - keine Partner.
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Wer seinen Beruf als "Job" ansieht, soll in der systemgastronomie bei McWürg anschaffen gehen...

Nur mit dieser Idendifikation wird er mittel- bis langfristig gute Arbeit leisten, den Nachwuchs fördern, Mißstände anprangern bzw. im Rahmen seiner Möglichkeiten beseitigen.
Zur Berufspolitik wiederum zählt für mich u.a. die Berufskunde, das Wissen um die Entwicklung.

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"Wie - Ihr habt den Kurs in einem Jahr für alle MA aller RD-Betreiber einer Stadt und des Nachbar-LK durchgezogen und die Kassen haben das auch noch zum Grossteil bezahlt" -(
Die Augen waren zwar nicht suppentellergross, aber fast...
Warum ist das möglich gewesen: weil alle an einem Tisch sich einig waren - RD, wie er sein soll und leider nicht so, wie er auch heute noch (überwiegend?) ist.
Auch das ist Berufspolitik - gewachsen aus der gemeinsamen Entscheidung von Personen, die allesamt mit einem "3-Monats-Lehrgang angefangen haben.

Anders gesagt:
wenn eine grosse IHK oder eine Handwerkskammer eine grössere Veranstaltung hat, kann dies durchaus zum Auftritt eines Ministerpräsidenten führen.
Wer kommt, wenn rettungsdienstliches Fachpersonal eine Veranstaltung macht? Niemand? Warum wohl?

Jörg:
Gesundheitsfachpersonal, also wohl vorwiegend Gesundheits- und Krankenpfleger sind (leider!) traditionell unorganisiert und berufspolitisch absolut desinteressiert.
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Chapeau Raphael!

Genau so ist es. :hi:
"...Was Sie brauchen haben Sie und was Sie nicht haben brauchen Sie auch nicht.."

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28.03.2014, 21:09

Wie soll man sich mit seiner Arbeit idendifizieren, wenn man die Geschichte seines Handwerks nicht kennt ?-(


In welchen bestehenden Berufsausbildungen macht man denn so etwas?

Also ich hab irgend so nen Schein im Studium gehabt, der sich "Geschichte der Medizin" nannte... kurz gesagt, zumindest unsereiner hat das als Arzt gelernt und wurde auch darin geprüft. Ich geb aber zu, das nicht allzu viel davon hängen geblieben ist bei mir. Und bei über 6 Jahren Studium ist natürlich mehr Platz für sowas...

raphael-wiesbaden

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38

28.03.2014, 21:33

Maggus:
es geht mir nicht um Stolz und Heldentum im Sinne von Paradeuniform, Flaggenappell usw.

Wenn ich denn mit der USA vergleichen würde, sähe das bei einem organsierten Beruf und Personen, die überzeugt sind von ihrem Wissen und Können so aus (bzgl. der USA):

- es gäbe keine Holzbauten mehr
- Strommasten würden nicht aus Holz errichtet
- die Ausbildung der Paramedics wäre bundeseinheitlich

D.h.: Einflussnahme auf Entscheidungen, welche die eigene Arbeit und die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen haben.
Begräbnisrituale mit Dudelsackmusik und aufgebahrtem Sarg auf einem HLF ist eine Sache der Mentalität - aber nicht der deutschen Mentalität.

Ich halte es für wichtig, sich zu organisieren.
Eine Organisierung im Sinne von Idendifikation ist einfacher, wenn sie auf "Geschichte" zurückblicken kann.
Dann hat sie die Möglichkeit, Einfluss auszuüben - der von der Bevölkerung geschätzt wird.
Es gibt jährlich Listen, welchen Berufen und Institutionen die Bevölkerung (die Wähler, Steuer- und Beitragszahler) vertrauen.
Die Gruppierung "Rettungsdienst" habe ich da so noch nicht gesehen; leider

Und nicht jede deutsche Großstadt hat die BF im RD.
Der RD in Deutschland wurde nach dem jeweiligen Vorbild der vier Besatzungsmächte neu strukturiert.
Das ergab bspw. in HH einen Heimvorteil für die FW, im Saarland für das RK und-und-und.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich einiges verändert.
Dennoch finden sich bspw. bei mir in HE (Ausnahmen: BF Kassel, Frankfurt und Fulda) nicht flächendeckend irgendwelche Feuerwehren mit einer rettungsdienstlichen Aufgabe - im Unterschied zu NRW und NDS.
raphael-wiesbaden

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28.03.2014, 21:47

Es folgte eine zweijährige Phase - und wer in meinem Alter und ehrlich ist: in den ersten zwanzig Jahren dieser Episode bedeutete
"Lehrrettungswache" idR. nix anders wie billige Arbeitskraft mit nur wenigen wirklich interessiert-begeisterungsfähigen-informierten LRA.


Wie viele Lehrrettungswachen kennst du denn so?
Ich habe das jedenfalls überwiegend anders erlebt.
Ganz unrecht hat er aber nicht! Denn auch ich kann sagen, dass die meisten Lehrrettungswachen, die ich bisher kennen gelernt habe, nicht die Bezeichnung Lehrrettungswache verdient haben. Es gab viel zu wenig LRA, diese waren häufig demotiviert (Ausschreibungen, ständig befristete Verträge, Hungerlohn, usw.), keine festen Teampartner, Schulungsmaterial, usw. Selbst in meiner Wachabteilung habe ich so eine fachliche LRA-Pfeife sitzen, wo ich mich jedesmal frage, was der mir bei bringen soll.

Gruß

M1k3

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28.03.2014, 22:58

Keine feste Teampartner erachte ich als klaren Vorteil.


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