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Daniel Grein

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02.10.2013, 18:20

Jeder fünfte Herzinfarktpatient in Rheinland-Pfalz kommt ohne Arztbegleitung ins Krankenhaus

Jeder fünfte Herzinfarktpatient in Rheinland-Pfalz kommt ohne Arztbegleitung ins Krankenhaus - Zwischenergebnis einer landesweiten Studie zur Behandlung von Infarktpatienten vorgestellt

Zitat

Eine landesweite Studie - bundesweit Modell - der "Stiftung für Herzinfarktforschung Ludwigshafen" und des Gesundheitsministeriums zeigt Stärken und Schwächen bei der Behandlung von Infarktpatienten auf. Nach einem Jahr wurden jetzt, am Weltherztag, im Klinikum Ludwigshafen Zwischenergebnisse vorgestellt.

Quelle und ausführlicher Text: http://www.morgenweb.de/region/mannheime…erden-1.1226260


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Zweistein

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02.10.2013, 18:33

"Je schneller ein Infarktpatient zur Behandlung in ein Katheterlabor kommt, desto besser sind die Überlebenschancen[...]107 Minuten dauert es durchschnittlich vom Symptom bis zur Katheterbehandlung. Europäische Leitlinien schreiben 90 Minuten vor"

Da stellt sich für mich doch die Frage, ob das zwangsläufig mit einer NA-Behandlung korreliert.Oder möglicherweise davon, von wo der RTW kommen muss. Denn wie schnell oder nicht, hängt ja nicht zwangsläufig davon ab, ob ich ein NEF dazu bekomme. Und wenn man gegenüber der Klinik steht ist man vielleicht sowieso schneller da als dass das NEF eintrifft...

"Nur bei zwei Drittel der Patienten ist vor der Ankunft im Krankenhaus ein EKG gemacht worden"
Auch hier : Ist das eine Frage, ob der Notarzt da war oder nicht ? Das sollte doch eigentlich auch ohne Notarzt zum guten Standard beim ACS gehören.

Gut zu wissen wäre es außerdem, wie viele der Patienten, bei denen ein Myokardinfarkt diagnostiziert wurde, "typische" Symptome zeigten und wie lange die Transportzeit ins Krankenhaus gedauert hat - sowohl mit als auch ohne NA..

Aber das ist nur meine Meinung :biggrin_1: Wäre halt mal interessant die komplette Studie zu kennen.
Nobody said it was easy. :hmm:

3

02.10.2013, 18:41

Das Problem dürfte weniger der Rettungsdienst, der zu einem ACS gerufen wird, sondern Selbsteinweisungen, Zufallsbefunde und falsche Diagnosen sein.

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4

02.10.2013, 18:44

Oder eben das. Wäre halt mal interessant , da die genauen Fallzahlen zu kennen.
Nobody said it was easy. :hmm:

5

02.10.2013, 18:48

Dem Rettungsdienstler ist oft nicht bewußt, daß die wenigsten Patienten mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus kommen. Notfallpatienten eingeschlossen.

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Daniel Grein

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6

02.10.2013, 18:51

Dem Rettungsdienstler ist oft nicht bewußt, daß die wenigsten Patienten mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus kommen. Notfallpatienten eingeschlossen.


Also mir ist das durchaus bewusst. Das Problem ist einfach, dass ich vor lauter Krankentransporte einfach nicht dazu komme, mich um Notfallpatienten zu kümmern... :ironie:


Ich gehe aber auch davon aus, dass eine Vielzahl der in den Ergebnissen angesprochenen Patienten ohne Kontakt zum Rettungsdienst in die Klinik kommt.


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02.10.2013, 19:38

Gut, dass die durchschnittliche deutsche Notaufnahme darauf ausgelegt ist ernsthaft erkrankte Selbsteinweiser schnell zu erkennen.

:ironie:

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02.10.2013, 23:39

Du meinst bspw. wie in Karlsruhe?

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03.10.2013, 07:13

Na, klar. :-]

Mal, ernsthaft, in vielen deutschen Notaufnahmen wird es schwierig schwer erkrankte Patienten zeitnah aus der Masse herauszufiltern, gerade wenn der Patientenansturm außerhalb der üblichen Hausarztpraxisöffnungszeiten zunimmt (ÄBD/KV-Arzt hin oder her).
Eine Einteilung findet häufig nur nach Bauchgefühl und nach ein zwei Fragen statt sowie nicht strukturiert und damit stark vom jeweiligen Mitarbeiter abhängig (sowohl durch die Pflege als auch ärztlicherseits).

Hinzukommt, dass die Fähigkeiten oder auch das Verständnis fehlen entsprechende Untersuchungen zeitnah und mit guter Qualität durchzuführen (z.B. benötigt man für eine hohe Aussagekraft bei der Untersuchung mittels Abdomenultraschall mehr als einen zweistündigen Kurs).

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03.10.2013, 08:44

(...) in vielen deutschen Notaufnahmen wird es schwierig schwer erkrankte Patienten zeitnah aus der Masse herauszufiltern.


Dafür gibt es eigentlich die "Triage".
Feed the prairie dogs, play with the rattlesnakes, let your kids ride the buffalos, drive fast and pass on curves.
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11

03.10.2013, 09:11

Und in wie vielen deutschen KH wird eine strukturierte Triage/Sichtung tatsächlich durchgeführt?

12

03.10.2013, 09:51

Gleich kommt er wieder: der viel diskutierte Facharztrzt für Notfallmedizin! ;-)

fakl

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03.10.2013, 11:09

Ich tippe eher auf die Forderung zur Einführung von leitenden Notfallsanitätern in jeder deutschen Notaufnahme mit fester Regelkompetenz. ;-)

Weil alle anderen sind ja blöd... :-(
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

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Daniel21

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03.10.2013, 11:10

Es ist doch auch nicht vollkommen auszuschließen, dass einem sowas mit dem RTW mal "passiert"...

Ich mein bei klarer ACS Symtomatik ist der Fall klar aber wieviele Leuten zwackt es denn irgendwo seit Stunden im linken Brustkorb oder sie haben Bauchweh oder was weiß ich... Fälle die ich eben oftmals dann auch gemonitort alleine in Krankenhaus fahre. Ich kann dann sollte es doch was ernsteres sein bis zum Eintreffen des Arztes angemessen reagieren und hole nicht den Doc für jeden Blödsinn.

fori

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03.10.2013, 11:24

Und in wie vielen deutschen KH wird eine strukturierte Triage/Sichtung tatsächlich durchgeführt?
Nur ein kleiner Erfahrungsbericht dazu. Mir bekannte Kliniken in Deutschland: An der Pforte der Notaufnahme sitzt eine Verwaltungskraft und nimmt die Patientendaten auf. Sollte man nicht wirklich "Bein ab" haben, wird nach Nummer vorgegangen.

Während eines Australienaufenthalts kennengelernt: Triage durch eine Nurse an der Pforte, Schilderung der Symptome (Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit), sofortige Aufnahme in der NA. Kein Umweg übers Wartezimmer.
In der deutschen Klinik hätte man sicherlich erstmal warten müssen.

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03.10.2013, 11:52

Es gibt auch noch einige Kliniken, in denen noch ne Fachkraft am Tresen sitzt. Aber auch selbst wenn Triage gemcht wird (und das wird es finde ich doch häufig, zumindest da wo ich das mitbekomme), muss man schon wirklich "ein Bein ab " haben um mal aus der grünen Kategorie rauszuhüpfen. Denn ab "gelb" muss man ja in einer bestimmten Zeitspanne durch einen Arzt gesichtet werden und das stellt grade kleinere Krankenhäsuer oft vor ein Problem. Da wo ich Teile meines RS Praktikums damals gemacht hab, hat man sich regelrecht bei ambulanten Patitenten gescheut. Nach dem Motto "der ist ja hergelaufen, so schlimm kann's nicht sein" . (Ich hab mal bei nem elektiven Patienten nen arrhythmischen Puls festgestellt und das so aufgeschrieben nach der pflegerischen Aufnahme und hab dann praktisch einen auf den Deckel bekommen, weil der Patient nicht internistisch war, und ja jetzt auch noch ein Internist kommen müsste um sich das anzugucken. Solange es demjenigen gut ginge hätte ich das nicht aufschreiben brauchen. Da hab ich nicht schlecht gestaunt :shok: )

Wie auch immer, ich finde ihr habt alle Recht...aber genau wegen diesen vielen Faktoren die in der (Weiter-)Versorgung von ACS Patienten ne Rolle spielen, finde ich es nicht gut, dass "Jeder fünfte Herzinfarktpatient in Rheinland-Pfalz kommt ohne Arztbegleitung ins Krankenhaus: eine alarmierende Zahl" tituliert wird und das Outcome praktisch nur auf die präklinische Versorgung geschoben wird....
Oder krieg ich das nur in den falschen Hals ? ?-(
Nobody said it was easy. :hmm:

17

03.10.2013, 11:59

So hab' ich das nicht verstanden. Ist aber einer der wichtigsten Ansatzpunkte.

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18

03.10.2013, 12:44

Hey, wie wäre es eigentlich mit einem Facharzt für Notfallmedizin als Spezialist für eine moderne interdisziplinäre Aufnahme?

;-) ......Nein, ernsthaft. Persönlich favorisiere ich einen solchen Facharzt, aber diese ärztliche Weiterbildung und die Organisation (bis hin zu den baulichen Gegebenheiten) einer Notaufnahme sind zwei paar Schuhe. Meiner eigenen Meinung nach finde ich, dass eine Notaufnahme effektiver arbeiten kann, wenn beide paar Schuhe getragen werden.
Unabhängig von einem solchen Facharzt fehlt es häufig aber allein an einer guten Organisation und Ausbildung innerhalb einer durchschnittlichen Aufnahme. Um es plakativ auszudrücken: Spätestens dann wenn die diensthabende Internistin nicht weiß wie man eine neuaufgetretene TAA behandelt, weil seit 2 Monaten Ärztin, dann stimmt etwas in der Organisation nicht. Und jetzt sagen natürlich alle Ärzte, dass SIE das schon während des Studium wussten und natürlich auch einige Male unter Aufsicht durchgeführt haben und die entsprechenden Maßnahmen zum Ende ihres Studiums sicher beherrschten --> ergo: nur ein Einzelfall.

19

03.10.2013, 12:52

Die von dir beschriebenen Probleme in unseren Notaufnahmen sind allgemein bekannt und man ist vielerorts bemüht, diese Schnittstelle im Rahmen des Möglichen zu verbessern. Ob der Facharzt für Notfallmedizin dafür die Lösung ist, steht auf einem anderen Blatt.

fakl

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20

03.10.2013, 13:10

Spätestens dann wenn die diensthabende Internistin nicht weiß wie man eine neuaufgetretene TAA behandelt, weil seit 2 Monaten Ärztin, dann stimmt etwas in der Organisation nicht.


Ich formuliere es einmal um

"die diensthabende Internistin, seit 2 Monaten Ärztin..., dann stimmt etwas in der Organisation nicht"

Sehe ich ähnlich. :-)
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